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Schwielowsee Ortschronistin arbeitet Feuerwehr-Historie auf
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21:05 29.11.2018
Ferchs Ortschronistin Juliane Hoth vor einer Kopie der Ersterwähnung von Ferch und Caputh im Heimatzimmer. Quelle: Luise Fröhlich
Ferch

Einmal in Erinnerungen an Kindertage, Ferienzeit oder Kriegserlebnisse in Ferch vertieft, packte Juliane Hoth das Fieber. Die 37-Jährige hatte mit Geschichte eigentlich nie was am Hut. Jetzt widmet sie der Historie ihres Heimatortes beinahe ihre ganze Freizeit. „Wenn man einmal angefangen hat, ist man infiziert“, sagt die Frau, die im Alter von 24 Jahren Ferchs Ortschronistin wurde. Ausgangspunkt war die beliebte Chronik, die Juliane Hoth beim Auszug aus dem Elternhaus in die Hand gedrückt bekam.

Damals, im Jahr 2002, zog es sie beruflich für anderthalb Jahre in den Norden Deutschlands. Zu dieser Zeit entflammte langsam die Chronisten-Leidenschaft: Juliane Hoth begann, unter anderem Ansichtskarten von Ferch zu sammeln. „Erst war es eine, dann zwei, dann hundert. Ich mochte schon immer mehr die alten Sachen und habe die Orte auf den Postkarten-Motiven gern zurückverfolgt“, erinnert sie sich. Als 2005 der ehemalige Chronist des Ortsteils Ferch sein Amt niederlegte, ergriff Juliane Hoth die Chance und bewarb sich.

Originalmanuskript der ersten Chronik aufgearbeitet

Sie war mit ihrem ersten Sohn schwanger, als sie in den vielen Ordner mit Unterlagen stöberte, die ihr Vorgänger als kleines Archiv gesammelt und hinterlassen hatte. Über die neu gestaltete Homepage der Chronistin und des Heimatvereins kamen viele Anfragen von Menschen, die in Ferch beispielsweise mehrere Male ihren Sommer im Ferienlager verbracht haben. „Dieses Potenzial führte dazu, dass wir einen Aufruf in einer Zeitung in Mitteldeutschland gestartet haben. Wir wollten wissen, wer Ferch noch aus DDR-Zeiten kennt. Es meldeten sich etliche“, berichtet Juliane Hoth. Zu ihren ersten Aufgaben als Ortschronistin zählte das Zusammenstellen der Hefte „Wahre Geschichten“. Die Beiträge schrieb das Fercher Urgestein Helga Schmiedel. Bis 2010 entstanden die Broschüren zu Themen wie Gastronomie, Hobbys und Berufe der Dorfbewohner oder Kindergärten.

Anlässlich der 700-Jahr-Feier in Ferch und Caputh im vorigen Jahr arbeitete Juliane Hoth das Originalmanuskript der ersten Chronik, verfasst von Fritz Alfred Dohnert, auf. Es stammt aus dem Jahr 1954. Gemeinsam mit der Tochter des Chronisten wurde ein Nachdruck des Schriftstückes möglich – eine Erfahrung, die Juliane Hoth nicht missen möchte. „Papier und Tinte waren nicht mehr von bester Qualität, es mussten Korrekturen vorgenommen werden. Das war schon eine Herausforderung“, erzählt sie.

Recherche in verschiedenen Archiven

Eine Mammutaufgabe hat die inzwischen zweifache Mutter aktuell vor sich. Zum 100. Geburtstag der Fercher Feuerwehr, der 2022 gefeiert wird, will sie den ehrenamtlichen Brandschützern eine Chronik vorlegen. Anfangen musste Juliane Hoth bei Null und ließ sich zunächst Unterlagen von den Feuerwehrleuten geben. Die erste große Hürde hat die Chronistin bereits genommen. „Es gibt keine Gründungsurkunde mehr. Wir haben zwei Dienstausweise aus dem Jahr 1922 gefunden und einen Gründungsaufruf in einer Zeitung, wonach wir davon ausgehen, dass die Feuerwehr im Juni 1922 aufgestellt wurde“, erklärt Juliane Hoth.

Die Recherche führte sie, meist in der Urlaubszeit, unter anderem ins Gemeindearchiv, in die Kreisarchive von Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming, zur Humboldt-Uni Berlin, der Feuersozietät und dem Feuerwehrverband. Derzeit sichtet Juliane Hoth das Material und kann danach mit dem Schreiben beginnen. Dabei verrät sie: „Mir liegt das Recherchieren mehr, ich habe ein gutes Gedächtnis und finde Dinge schnell wieder. Fürs Schreiben brauche ich viel Ruhe, die ich meist erst dann finde, wenn alle anderen schlafen.“

Familie ist in der Feuerwehr aktiv

Das Feuerwehr-Projekt liegt ihr sehr am Herzen: „In so einem kleinen Dorf dreht sich alles, ob Leid oder Freude, um die Feuerwehr. Ich will ihre Arbeit vorstellen, sie würdigen und vielleicht auch mit Vorurteilen aufräumen. Die Feuerwehrleute verdienen mehr Wertschätzung“, sagt sie und spricht auch aus Erfahrung. Ihr Mann und die beide Söhne sind bei der Feuerwehr aktiv. Auch ihr Vater engagierte sich dort in seiner Jugend.

Seit Juliane Hoth drei Jahre alt ist, lebt sie in Ferch. Nach den Arbeitsaufenthalten in der Hotelbranche in Lübeck und Sachsen-Anhalt war sie 2003 zurückgekehrt und lebt heute mit ihrem Mann und den beiden Söhnen im Eigenheim. Beruflich ist sie inzwischen in der Verwaltung einer Seniorenresidenz in Potsdam tätig.

Heimatverein hat Chroniken auf Lager

Die beiden Chroniken„Ferch – einst und jetzt“ und der Nachdruck der ersten Geschichtsschreibung im Ort „Die Geschichte von Ferch“ sind im Doppelpack für 10 Euro zu haben. Der Heimatverein Ferch hatte sie anlässlich der 700-Jahr-Feier herausgegeben.

Erhältlich sind siein der Kita Birkenhain oder in der Seniorenresidenz „ProCurand“. Dort hat der Heimatverein in einem Raum im Obergeschoss vor anderthalb Jahren ein neues Domizil gefunden.

Kontaktzum Heimatverein oder der Chronistin: chronikvonferch@t-online.de

Von Luise Fröhlich

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