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Schwielowsee Knapp 9000 Wahlberechtigte entscheiden über Bürgermeister
Lokales Potsdam-Mittelmark Schwielowsee Knapp 9000 Wahlberechtigte entscheiden über Bürgermeister
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21:08 27.09.2018
Wahlplakate Schwielowsee, Kerstin Hoppe und Michael Holstein Quelle: Luise Fröhlich
Schwielowsee

Frischer Wind oder bewährter Takt: Am Sonntag wählen die Schwielowseer das Oberhaupt ihrer Verwaltung für die nächsten acht Jahre. Entscheiden können sich 8968 Wahlberechtigte zwischen der seit 16 Jahren amtierenden Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU) und dem Herausforderer Michael Holstein (SPD) aus Schäpe, der für die Gemeinde ein unbeschriebenes Blatt ist. Sie will die Dinge zu Ende bringen, die sie angestoßen hat. Er wirbt mit Bürgernähe für einen Wechsel an der Rathausspitze. Hinter den Bewerbern liegen unzählige Vorstellungsrunden und Gespräche. Der Wahlkampf hat Spuren hinterlassen. Sichtbare Spuren wie die mehrfach beschädigten Plakate von Kerstin Hoppe in Caputh oder unsichtbare Spuren wie unterschwellige Vorwürfe der Unfairness, die durch die Gemeinde wabern.

Eines hat es erstmals nicht gegeben: eine gemeinsame Podiumsdiskussion der Kandidaten. Michael Holstein hatte das Angebot abgelehnt, weil er, wie er sagte, als letzter und ohne Vorgespräch von dem feststehenden Termin erfahren hatte. Kerstin Hoppe habe seit seiner Kandidatur nie das Gespräch oder den Austausch mit ihm gesucht, lautet sein Vorwurf. Bei der öffentlichen Diskussion hätte sie das nachholen können, aber die Debatte, fand nie statt.

Kurz-Check der Kandidaten

Kerstin Hoppe (53) genießt unter den Schwielowseern breites Vertrauen, hat in ihren zurückliegenden beiden Amtszeiten viel geschafft. Etliche ausgebaute Straßen, schnelles Internet, Schuldenabbau, ein Kita-Neubau in Ferch – die Liste der Meilensteine im Wahlprogramm ist um ein Vielfaches länger. Das Wachstum der Gemeinde zu bewältigen, spielt für sie in den nächsten acht Jahren wohl die größte Rolle. Unter anderem reagiert sie aber auch auf die immer lauter gewordenen Wünsche nach mehr Transparenz und Beteiligung und will eine Bürgerbefragung durchführen.

Der 57-jährige Michael Holstein, technischer Angestellter bei der Bayer AG, wohnt zwar im Beelitzer Ortsteil Schäpe und will im Falle der Wahl zum Bürgermeister auch nicht nach Schwielowsee ziehen, betont aber, dass sein Blick von außen die Gemeinde voran bringen kann. Er wirbt mit Transparenz, Bürgernähe und moderner Kommunikation zwischen den Bürgern und der Verwaltung. Er würde sofort nach Amtsantritt wieder regelmäßige Bürgersprechstunden einführen. Kerstin Hoppe setzt darauf, vor Ort beim Sonntagsbummel oder dem Wocheneinkauf ansprechbar zu sein.

Sieger braucht mindestens 1345 Stimmen

Vor acht Jahren gewann die Bürgermeisterin die Wahl knapp gegen ihren damaligen Kontrahenten Roland Büchner (Bürgerbündnis). In der Stichwahl erreichte sie 82 Stimmen mehr. Der Sieger braucht bei der diesjährigen Wahl mindestens 1345 Stimmen. Erreicht diese Zahl keiner der beiden oder gehen weniger als 15 Prozent der Wahlberechtigten zur Urne, gibt es eine Stichwahl. Das hält Wahlleiterin Katrin Reichau allerdings für unwahrscheinlich. „Wir erreichen das Quorum der Beteiligung schon fast allein durch die Briefwähler“, sagte sie. 1268 Schwielowseer wählen per Brief (Stand Donnerstagnachmittag). Bei der Bundestagswahl im vorigen Jahr waren es 400 Briefwähler mehr. Dafür hat Katrin Reichau eine Erklärung: „Bei der Bürgermeisterwahl wollen die Schwielowseer lieber direkt ins Wahllokal gehen.“

Bei der Bürgermeisterwahl 2010 lag die Wahlbeteiligung zur Stichwahl bei 55,92 Prozent. Im ersten Wahlgang machten 57,76 Prozent der wahlberechtigten Schwielowseer ihr Kreuz. Bis 18 Uhr ist der große Sitzungssaal im Fercher Rathaus am Sonntag eines von insgesamt acht Wahllokalen (zuzüglich Briefwahllokal). Danach können Bürger dort verfolgen, wie sich das Ergebnis mit Auszählung der einzelnen Bezirke entwickelt. Über das amtliche Ergebnis entscheidet am Montag, 1. Oktober, der Wahlausschuss in einer öffentlichen Sitzung. Sie beginnt um 17.30 Uhr.

Wo und wann gewählt werden kann

Im Wahlkreis Caputh gibt es drei Wahllokale. Je nach Bezirk wird im Bürgerhaus, in der Grundschule oder in der Kita gewählt. In Ferch sind mit dem Rathaus und dem Sportlerheim zwei Lokale geöffnet. In Geltow dient die Grundschule als Wahllokal und in Wildpark-West der Bürgerclub.

Die Lokale öffnen um 8 Uhr und schließen um 18 Uhr. Es gibt 8968 Wahlberechtigte (Stand: 24. September). Amtsantritt des neuen oder alten Bürgermeisters ist der 1. März 2019.

Von Luise Fröhlich

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