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Schwielowsee Sanierung an der Kirche fast abgeschlossen
Lokales Potsdam-Mittelmark Schwielowsee Sanierung an der Kirche fast abgeschlossen
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21:15 03.12.2018
Die oberste Reihe der Fenster am Kirchenschiff, auch Obergadenfenster genannt, wurden denkmalgerecht saniert. Quelle: Luise Fröhlich
Caputh

Das Gerüst an der Caputher Stüler-Kirche wird in einer Woche und damit pünktlich vor dem Weihnachtsfest verschwinden. Die Sanierung der Obergadenfenster unter dem Dach des Kirchenschiffes befindet sich in den letzten Zügen, wie Pfarrer Thomas Thieme der MAZ bei einem Baustellenrundgang sagte. Seit Mitte September erneuern Maurer, Tischler, Klempner und Restauratoren die 20 in die Jahre gekommenen Fenster. „Vor allem wurden die Bleche erneuert, die außen das Regenwasser und innen das Kondenswasser ableiten“, erklärte Thomas Thieme. So kann das Wasser künftig nicht mehr am Mauerwerk hinunter laufen und Schaden anrichten. Repariert wurden auch lädierte Holzrahmen und das Glas einzelner Fenster. „Dabei mussten wir strenge Vorgaben des Denkmalschutzes beachten“, sagte der Pfarrer.

Die Obergadenfenster stammen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und damit aus der Zeit, in der die Kirche neu gebaut wurde (1852). Schinkel-Schüler August Stüler (1800–1865) hatte das stattliche, asymmetrisch gruppierte Bauwerk als dreischiffige Pfeilerbasilika gestaltet. In dem heutigen Bau stecken noch die Hauptmauern der barocken Vorgänger-Kirche. „Die Fenster können noch weitere 50 oder 100 Jahre erhalten bleiben, deshalb schätzen sie die Denkmalpfleger auch“, erklärte Tischlermeister Kay Kittlitz. Die Bleiverglasung der Obergadenfenster sei zuletzt in den frühen 1980er Jahren erneuert worden und hielt sich bis auf wenige Scheiben, die jetzt ergänzt wurden.

Bessere Lösung für die Heizung gesucht

Bevor der Gerüstbauer nach dem zweiten Adventswochenende abbaut, sollen noch die in den vergangenen Jahren entstandenen Wasserschäden an den Wänden beseitigt werden. Dann geht die Sanierung auch dank des trockenen Wetters pünktlich zu Ende. „Für uns war das Ganze ein großes Projekt, wir haben allein drei Jahre geplant und zum Glück viel Unterstützung vom Kirchenkreis bekommen, vor allem bei der Finanzierung. Die Kosten liegen in einem hohen fünfstelligen Bereich“, berichtete Thomas Thieme. Zum Adventskonzert des Männerchors „Einigkeit“ am Sonntag, 16. Dezember, wird auch die Empore wieder begehbar sein. Beim Martinsfest in der Kirche mussten einige Besucher draußen bleiben, weil es wegen der gesperrten Plätze auf den oberen Rängen zu eng wurde. Nun können also auch der Weihnachtsgottesdienst und das Konzert am 24. und 25. Dezember uneingeschränkt stattfinden.

In Kürze soll für diese Veranstaltungen die Heizung ankommen. „Derzeit heizen wir noch mit Heißluft, was für Holz und Orgel allerdings schwierig ist, weil wir die Temperatur nur in einem bestimmten Rahmen anheben können“, erklärte Thomas Thieme. Die Kirchengemeinde ist deshalb dabei, nach einer ökologisch besseren Lösung zu suchen. Akute Bausorgen an der Kirche sind jedenfalls vorerst beseitigt. „Die Emporenfenster könnten aber einen neuen Anstrich gebrauchen und es rieselt ein wenig durch Decke an der Seite der Orgel“, sagte der Pfarrer.

Premiere fürs Stollenbacken

Im Kirchpark wagten die Gemeindemitglieder am Wochenende indes ein besonderes Experiment. Sie feuerten den selbst gebauten Ofen am Gemeindehaus an, um zum ersten Mal Stollen darin zu backen. Keine leichte Aufgabe, wie eine fleißige Bäckerin verriet: „Man kann die Temperatur nicht so gut einschätzen wie beim herkömmlichen Ofen. Nach dem ersten Anheizen war der Ofen noch zu kalt und mit dem Teig passierte gar nichts.“ Genießen konnten den Stollen die Besucher des großen Adventsfestes, bei dem auch das zehnjährige Bestehen des neuen Gemeindehauses gefeiert wurde.

Der Neubau wurde nötig, weil die Caputher Kirchengemeinde stetig wuchs. Das bestehende Haus an der Lindenstraße zu sanieren und auszubauen, hätte sich nicht rentiert. Heiligabend 2007 konnte das Ende der Planungsphase und der Beginn der Bauarbeiten im Januar 2008 verkündet werden.

Botschaft zur Nächstenliebe

Die Caputher Kirchengemeinde zeigt zurzeit Flagge am Glockenturm: Auf einem Banner steht der Spruch „Liebe tut der Seele gut“ geschrieben. Die Aktion geht auf eine Kampagne des Evangelischen Kirchenkreises Berlin Stadtmitte von 2017 zurück.

Viele Gemeinden haben sich inzwischen angeschlossen und ihre Gebäude mit kraftvollen Sprüchen geschmückt. Sie wenden sich zum Beispiel gegen Gewalt, Hetze, Rassismus oder Antisemitismus.

Auch die Caputher Gemeinde wollte sich nun öffentlich sichtbar zu Wort melden und wählte die Botschaft „Liebe tut der Seele gut“. Sie soll später von provokanteren Worten auf einem weiteren Banner flankiert werden und zur Diskussion anregen.

In Themengottesdiensten sollen die Inhalte der Kampagne und der Diskussion von vielen Seiten beleuchtet werden, heißt es im aktuellen Gemeindebrief „Der Caputher“.

Den ersten Gottesdienst hält dazu Pfarrer Thomas Thieme unter dem Titel „Hier spielt das christliche Abendland“ am 13. Januar um 10 Uhr. Anschließende Diskussion erwünscht.

Von Luise Fröhlich

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