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Schwielowsee Diese Fercherin lebt seit sieben Jahren in Indien
Lokales Potsdam-Mittelmark Schwielowsee Diese Fercherin lebt seit sieben Jahren in Indien
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18:15 28.08.2018
Sarah Appelt ist unter anderem Yogalehrerin und leitet ihr eigenes Unternehmen „Chalo Reisen“.  Quelle: Foto: privat
Ferch

Sarah Appelt (28) ist in Ferch aufgewachsen und lebt seit sieben Jahren in Indien. Gerade ist sie zu Besuch am Schwielowsee. In dem kleinen Bergort Manali führt sie ein erfolgreiches Reiseunternehmen.

Frau Appelt, seit Sie in Indien leben, sind Sie zum ersten Mal im Sommer in ihrer Heimat Ferch zu Besuch. Wie empfinden Sie den heißen Sommer?

Sarah Appelt: Für mich ist es ein idealer Sommer, normalerweise bin ich im Winter oder Frühjahr hergeflogen, da war es dann sehr grau. In Indien ist gerade Monsunzeit. Ich genieße jetzt das, was wir hier in Deutschland haben, seien es die vielen Badeseen, das kulturelle Angebot oder das gute Rad- und Wanderwege-Netz.

Wieso haben Sie sich für Indien entschieden?

Ich wollte nach dem Abitur ein Jahr Pause machen und habe mich bei der gemeinnützigen Organisation „Weltwärts“ beworben, die Leute in Entwicklungsländer entsendet. Ohne dass ich einen Einfluss darauf hatte, ist es Indien geworden, und noch dazu Dehli. Als Landei und Naturliebhaberin habe ich das als große Herausforderung gesehen. Aber ich war gut vorbereitet und fand es am Ende besser, als erwartet. In Indien gibt es große Unterschiede zwischen arm und reich. Wir haben in relativen guten Verhältnissen gelebt und Kinder in einem Slum-Viertel betreut.

Was haben Sie aus dieser Zeit gelernt?

Persönlich habe ich sehr viel von dem Jahr profitiert. Ich bin viel selbstständiger und aufgeschlossener geworden und habe gelernt, dass Armut nicht armselig bedeutet. Die Einfachheit erdet mich. In Deutschland ist vieles einfacher, dadurch muss man mehr schaffen. In Indien kann Wäschewaschen schon mal zur Tagesaufgabe werden.

Nach dem Freiwilligen Sozialen Jahr bei „Weltwärts“ sind Sie zunächst zurückgekommen und haben ein Praktikum in einem Krankenhaus gemacht. Wie ging es dann weiter?

Ich habe gemerkt, dass ich für den normalen geregelten Arbeitsalltag von sieben Uhr morgens bis vier Uhr nachmittags nicht gemacht bin. Die Idee war, dass ich Expeditionsärztin werden könnte. Ich habe mich sogar fürs Medizinstudium beworben, bekam allerdings eine Absage und schmiedete bei einer Bergsteigertour im Himalaya andere Pläne. Erst als feststand, dass ich eine Bergsteiger- und eine Yogaausbildung machen will, kam die Nachricht, dass ich über die Nachrückerliste doch fürs Studium genommen worden wäre. Von 2011 bis 2013 habe ich dann aber in Indien Tourismus studiert.

Mittlerweile führen Sie seit vier Jahren ihr eigenes Unternehmen „Chalo Reisen“ – was bieten Sie an?

Individuelles kulturelles Reisen, das heißt Trekking, hauptsächlich im Himalaya, Fahrradreisen in ganz Indien, Motorradreisen und Yoga. Manche Touren mache ich selbst mit oder begleite sie auf deutsch. Für andere buche ich Freelancer. Manche Reisen dauern zwei Wochen, andere zwei Monate, je nachdem, was meine Kunden sehen wollen. Der Vorteil in Indien ist, dass man verhältnismäßig günstig Reisen organisieren kann. Mietet man zum Beispiel ein Auto, bekommt man den Fahrer dazu. Man muss nicht viele Vorleistungen erbringen. Erst wenn die Buchung kommt, organisiere ich Hotels oder den Transport.

Sind Sie glücklich mit Ihrer Entscheidung, das Medizinstudium abgelehnt zu haben?

Ja, ich mache das, was meine Leidenschaft ist. Ich mag fast jeden Aspekt und sehe es oft nicht als Arbeit. Ich liebe es selbst zu reisen, Touren für Kunden zu organisieren und dabei so flexibel zu sein. In Deutschland hatte ich oft das Gefühl, dass sehr viel Druck auf mir lastet. Wenn ich jetzt eine zweiwöchige Reise begleite, habe ich natürlich auch keine Zeit für anderes, aber ich weiß, dass es nicht von langer Dauer ist.

Im Juli haben Sie sich die Zeit für das Transalp-Rennen mit dem Fahrrad genommen und sind im Mix-Doppel angetreten. Wie lief es?

Das Ziel war durchzukommen und das haben wir geschafft. Von 30 gemischten Teams sind wir auf Platz 24 gelandet. Die Teilnahme habe ich spontan bei Facebook gewonnen, deshalb war ich froh, überhaupt noch jemanden zu finden, der mit mir zusammen fährt. Es ging von Imst in Österreich über 500 Kilometer und 18000 Höhenmeter nach Arco in der Nähe vom Gardasee. Das Ganze hat sieben Tage gedauert.

Wann haben Sie mit dem Mountainbiken begonnen?

Damit habe ich erst in Indien angefangen – da braucht man so ein Fahrrad wegen der schlechten Straßen sowieso. Irgendwann habe ich bei den ersten Rennen mitgemacht, bin dann in das erste gesponsorte indische Mountainbike-Team gekommen und soll versuchen, die Frauen an den Sport heranzuführen.

Von Luise Fröhlich

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