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Schwielowsee Ein Schritt zurück beim Lärmaktionsplan
Lokales Potsdam-Mittelmark Schwielowsee Ein Schritt zurück beim Lärmaktionsplan
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12:01 29.06.2018
An einer Straße wird die Lärmbelastung gemessen. Quelle: Dpa
Schwielowsee

Große Lärmquellen in der Gemeinde Schwielowsee sind die B1 in Geltow und die Autobahnen 9 und 10. Das hat die neueste Kartierung für die Stufe III des Lärmaktionsplanes ergeben. Keine Rolle spielen in dieser Stufe die Kreisstraßen, was in den politischen Gremien der Gemeinde kritisiert wurde. Kartierungspflichtig sind nur Autobahnen und Hauptverkehrsstraßen, auf denen mehr als drei Millionen Autos im Jahr unterwegs sind. Das entspricht 8200 am Tag. Im Tagesmittel liegt die Lärmbelastung an der B1 zum Beispiel bei mehr als 65 Dezibel. In der Nacht liegt der Wert bei über 55. Laut Bericht zum Lärmaktionsplan sind in der Gemeinde etwa 85 Menschen am Tag und 107 Menschen in der Nacht durchschnittlich von gesundheitsrelevanten Lärmpegeln über 65 Dezibel bzw. 55 Dezibel betroffen.

Roland Büchner (Bürgerbündnis) gab sich nicht damit zufrieden, dass die Fercher Kreisstraße im Lärmaktionsplan nicht mehr auftaucht. „Die Auswirkungen, die der achtstreifige Ausbau der A10 auf Schwielowsee und die anderen Kommunen hat, können nicht vom Tisch gewischt werden“, sagte er bei der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses. Damit meint er auch die Lärmbelastung, die entsteht, wenn Auto- und Lastwagenfahrer die Kreisstraße als Umfahrung nutzen. „Wir haben den Autobahn-Lärm an einem Haus gemessen und er lag 20 Dezibel über dem Grenzwert“, so Roland Büchner weiter.

Sein Fraktionskollege Ralf Ellguth kritisierte, dass das Büro mit Datensätzen und nicht mit realen Verkehrszählungen arbeitet. „Das Gesetz schreibt die Kartierung auf Grundlage von Verkehrszähldaten vor, die zentral vom Kraftfahrt-Bundesamt erhoben werden“, erklärte Jens Krüsmann vom Umweltministerium des Landes. Gemessen wurde zuletzt 2015. Die Kartierung wird alle fünf Jahre erneuert. Die Kommune könne eigene Verkehrszählungen für den nächsten Plan einreichen, so Jens Krüsmann. Die Berechnungsmodelle seien allerdings sehr detailliert. „Es gibt keinen Betrug am Bürger. Das ist Wissenschaft“, sagte der Fachmann.

„Wir schaffen es nicht, von der Stufe III des Planes zu profitieren. Uns fehlt der Mehrwert. Deshalb möchten wir die Stufe II erneut einbringen, so dass die Kreisstraßen noch einmal untersucht werden“, erklärte Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU). Dafür gaben die Hauptausschuss-Mitglieder sechs Ja-Stimmen, zwei enthielten sich. In der Stufe II sind vor fünf Jahren unter anderem auch die Michendorfer Chaussee, die Friedrich-Ebert-Straße und die Straße der Einheit in Caputh kartiert worden. Empfohlen wurde wegen einer zu hohen Lärmbelastung Tempo 30 in der Nacht. Da diese Daten in der Stufe III nicht aktualisiert wurden, ist die Empfehlung laut Bericht weiter aktuell. Auf der B1 in Geltow ist die Temporeduzierung nach Beschluss der Stufe II geschehen.

Auch die Schwielowseer selbst konnten Stellung nehmen zum Lärmaktionsplan. Beschwerden gab es aus Geltow wegen der Recyclingfirma. In Wildpark-West sorgt der Lärm von Güterzügen bei manchen für schlaflose Nächte. Die Hinweise wurden an die zuständigen Stellen weitergeleitet. Ziel des Lärmaktionsplanes ist es, Umgebungslärm an jenen Orten zu reduzieren, wo die Belastung der Gesundheit schaden kann. Ruhigere Gebiete sollen geschützt werden. Die Kommunen lassen den Plan auf eigene Kosten erstellen und erarbeiten einen Maßnahmenkatalog.

Von Luise Fröhlich

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