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Schwielowsee Gemeinde will Fläche für die neue Kita kaufen
Lokales Potsdam-Mittelmark Schwielowsee Gemeinde will Fläche für die neue Kita kaufen
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20:42 13.09.2018
Im hinteren Bereich dieses Parkplatzes am Werderschen Damm, den die Bundeswehr aktuell nutzt, soll der Kindergarten entstehen. Quelle: Luise Fröhlich
Geltow

18 500 Euro kostet die Fläche, die Schwielowsee voraussichtlich für den Bau der neuen Kita am Bundeswehrgelände in Geltow kaufen wird. Dafür gab der Hauptausschuss der Gemeinde am Mittwochabend sein einstimmiges Votum. Bevor der Kaufvertrag mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) geschlossen werden kann, muss das Innenministerium allerdings noch dem Gebietstausch zwischen Potsdam und Schwielowsee zustimmen. Denn die Fläche liegt, wie berichtet, auf Golmer Gemarkung. Nach dem Kauf des Grundstückes will es die Gemeinde über Erbbaurecht an den freien Träger Fröbel vergeben, der den Kindergarten mit 80 Plätzen bauen soll.

Der Bau könnte Schätzungen zufolge sechs Millionen Euro kosten und 2020 oder 2021 fertig sein. Er entsteht auf dem hinteren Teil des jetzigen Parkplatzes am Werderschen Damm. Der Träger hat angekündigt, eine Förderung über eine Million Euro aus dem Topf des Bundes zu beantragen.

Erst sollte die Bundeswehr bauen

Roland Büchner (Bürgerbündnis), Vorsitzender der Gemeindevertretung, warnte davor, das etwa 4000 Quadratmeter große Grundstück zu kaufen, bevor der Boden gründlich untersucht wurde. „Wir sollten nicht erst eine Entsorgung zahlen müssen, um darauf bauen zu können“, sagte er. Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU) konnte gute Nachrichten aus dem Potsdamer Rathaus verkünden: „Die Fläche liegt nicht im Altlastenkataster.“ Das Ingenieurbüro, das den Baugrund untersucht hatte, empfahl dies prüfen zu lassen. Denn das Gebiet wurde viele Jahre militärisch genutzt und liegt zudem im Außenbereich. Bis zur Sitzung der Gemeindevertreter am 26. September sollen Details zu den Bodenproben vorliegen. Insgesamt bescheinigt das Büro der Fläche, die im Trinkwasserschutzgebiet liegt, ein „gutes bzw. zumindest ausreichendes Tragverhalten.“

Wie aus einem Protokoll zum Ablauf der bisherigen Verhandlungen der Kreis-Fachdienstleiterin Regina Thinius hervorgeht, sollte eigentlich erst die Bundeswehr die Kita auf Kosten des Trägers bauen. Diese Option sei allerdings aus finanziellen und zeitlichen Gründen abgewählt worden. Als Fertigstellungstermin hatte die Bundeswehr zunächst das Jahr 2024 genannt. Die Beteiligten der Arbeitsgruppe einigten sich darauf, dass die Einrichtung früher fertig werden sollte und kamen zu der Lösung, dass die Gemeinde ihr Vorkaufsrecht geltend macht. Nur mit einer zeitnahen Eröffnung könne der Rechtsanspruch der Eltern auf einen Kita-Platz in Geltow langfristig erfüllt werden, heißt es in der Begründung. Zwölf Kinder sollen in der neuen Kita 24 Stunden lang betreut werden können. Den Kindern der Soldaten stehen 30 Plätze zur Verfügung.

50 Jahre Laufzeit

Nach dem Beschluss des Gemeinderats über den Kauf und die Nachbewilligung von Geld aus dem aktuellen Haushalt kann die Verwaltung den Erbbaurechtsvertrag erarbeiten. „Das macht man nicht in einer Woche, es ist zeitaufwendig. Wenn der Vertrag fertig ist, wird er den politischen Gremien noch einmal vorgelegt“, erklärte Kerstin Hoppe die weiteren Schritte. Hauptausschuss-Mitglied Winnie Berlin (Grüne) hakte bei der Laufzeit des Vertrages nach: „Warum sind es gerade 50 Jahre?“ Der Bürgermeisterin zufolge brauchen die Partner beim Erbbaurechtsvertrag diese Sicherheit für die Investition. Alternativ hätten an dieser Stelle 90 Jahre stehen können.

Containeranlage, Umzug und Anbau

In Geltow, Ferch und Caputh werden ab dem laufenden Kitajahr jeweils 50 Kinder mehr betreut. In Geltow wurde eine dreigeschossige Containeranlage aufgestellt, die gleichzeitig die Schüler während des Umbaus nutzen.

Zur Entwicklung der Kosten bezüglich der Containeranlage sowie dem Aus- und Umbau der Grundschule in Geltow wird das Planungsbüro bei der Gemeindevertretersitzung am 26. September informieren. Das kündigte Kerstin Hoppe am Mittwochabend an.

In Caputhhat der Umzug der großen Kita-Gruppe in die Schule Platz für weitere 50 Krippenkinder geschaffen (MAZ berichtete).

Die Fercher Kita„Am Birkenhain“ wird durch einen Modul-Anbau um 30 Plätze erweitert. Die Kosten liegen bei rund einer Million Euro, hinzu kommt die Ausstattung. Aus dem aktuellen Haushalt fließen 300 000 Euro und 2019 weitere 330 000 Euro.

Von Luise Fröhlich

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