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Schwielowsee Varianten für Schulausbau vorgestellt
Lokales Potsdam-Mittelmark Schwielowsee Varianten für Schulausbau vorgestellt
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17:14 29.08.2018
Haus 3 der Grundschule Albert Einstein in Caputh. Quelle: Martin Müller
Caputh

Die gute Nachricht: Der Schulstandort in Caputh hat Potenzial und könnte sich zu einem Campus entwickeln. Zu diesem Fazit ist die Architektin Dominica Sander gekommen, die am Dienstagabend im Fercher Rathaus verschiedene Varianten für den Ausbau vorgestellt hat. Vier Ideen stehen laut Machbarkeitsstudie der Sander und Hofrichter Planungsgesellschaft aus Berlin zur Auswahl, nicht alle bringen die gewünschte Kapazität. Andere passen nach Ansicht einiger Abgeordneter nicht ins Ortsbild.

Aktuell lernen die Schüler in beengten Verhältnissen: Die Mensa ist zu klein und auch in den Unterrichtsräumen reicht der Platz für die steigende Schülerzahl kaum aus. Verschärft hat sich die Situation besonders in der Nachmittagsbetreuung dadurch, dass die Vorschüler im August ins Haus 4 gezogen ist, um in der Kita Platz für Krippenkinder zu schaffen (MAZ berichtete). 65 Prozent der Nutzfläche in der Schule sind doppelt gebucht, sagte Dominica Sander. Für 35 000 Euro ließ die Gemeinde deshalb nun die Ausbauvarianten prüfen.

Die Schule verteilt sich auf fünf Häuser zwischen der Friedrich-Ebert-Straße und der Straße der Einheit. In der Studie ist sie ausgelegt für 450 Schüler, von denen 80 Prozent in die Nachmittagsbetreuung und 90 Prozent in die Mensa gehen. Ist die Albert-Einstein-Grundschule momentan noch zwei- bis dreizügig, sei von einer durchgehenden Dreizügigkeit auszugehen, erklärte die Planerin. In eine Klasse passen 25 Schüler, fünf weitere unterzubringen, soll möglich bleiben.

Barrierefreier Neubau

Das Haus 3 nur aufzustocken, reicht nicht aus, um den Bedarf langfristig zu decken. Deshalb mussten die Planer auch Abriss und Neubau einbeziehen. Eine Variante sieht vor, die nicht ausbaufähige Mensa zu versetzen und das Haus 3 dorthin zu erweitern – mit einem barrierefreien Übergang. Grob geschätzt, könnten die Kosten bei 1,4 Millionen Euro liegen. Geht man von einer maximalen Belegung und dem optimierten Raumprogramm der Schule aus, würde allerdings auch das eng werden. Dafür müssten zusätzliche Neubauten her, die teils schwer umzusetzen sind, weil sie nicht ins städtebauliche Konzept passen würden, sagte Dominica Sander.

Die dritte Variante für geschätzt vier Millionen Euro würde den Abriss des Hauses 1 an der Straße der Einheit nach sich ziehen. Dort könnte ein barrierefreier Neubau mit drei Etagen Platz finden, in dem neben Unterrichtsräumen auch die Mensa untergebracht wäre. Vorteil: „Der Bau bleibt erweiterungsfähig und jeder zweite Raum lässt sich teilen“, so die Planerin. Den Neubau an das Ortsbild anzupassen, wäre Aufgabe des Architekten. In der vierten Variante wird vom Abriss des Hauses 3 ausgegangen, der allerdings problematisch wäre, weil in diesem Teil die technische Versorgung der Schule steckt.

Thomas Dallorso (Bürgerbündnis) warnte davor, die beiden alten Gebäude der Schule abzureißen, da sie das Ortsbild von Caputh prägen. „Man sollte lieber ins Kleine gucken und wie man mit Erweiterungen Reserven schaffen kann. Außerdem sehe ich eine große Gefahr in der hohen Kreditsumme, die auf uns zukommen könnte“, erklärte er. Auch Kathrin Freundner (parteilos) gefällt die Vorstellung, das Haus 1 abzureißen, nicht: „Die Ortschronistin hat mir erzählt, dass dieses das älteste Haus an dem Standort ist.“

Fercher wollen eigene Schule

Für Matthias Plöchl (Grüne) sind 450 Plätze in der Schule zu wenig. Er befürchtet, dass die Zahl bald darüber hinausschießen könnte. Fachbereichsleiterin Simone Wieteck-Barthel zufolge müsste Schwielowsee statistisch betrachtet auf 14 600 Einwohner kommen, um die 450 Plätze füllen zu können. Jährlich wächst die Bevölkerung in der Gemeinde um etwa einen Prozent. Daniel Buschke (Die Linke) sprach sich für eine Art Filialschule in Ferch aus, da es dort viele Kinder gäbe, die morgens und nachmittags nach Caputh und zurück pendeln.

Ortsvorsteher Karsten Grunow (CDU/FDP/UBS) äußerte seine Bedenken gegenüber dem Schulausbau: „Ich sehe bei jeder Variante ein Verkehrsproblem, das wir nicht wegdiskutieren können.“ Er schlug vor, eine Grundschule woanders zu errichten für die Vorschulkinder sowie die ersten und zweiten Klassen. Das traf auf Widerstand. „Das Konzept der Einrichtung wäre mit dem Auseinandernehmen der Schule zerstört“, sagte Sozialausschussvorsitzender Bernd Lietz (parteilos).

„Grundlegend muss man jetzt entscheiden, ob man den gewachsenen Standort weiterentwickeln will“, resümierte Dominica Sander. Wenn die Entscheidung gefallen ist, bestehe die nächste Herausforderung darin, Fördermittel zu beantragen, sagte Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU).

Verschiedene Daten als Grundlage

Grundlage für die Planer war ein Workshop mit der Schule, in dem es um das pädagogische Konzept und die Ausgangslage am Standort ging.

Herangezogen wurden außerdem die Anforderungen an eine Schule für Gemeinsames Lernen, das optimierte Raumprogramm der Schule sowie Vorgaben des Brandenburgischen Bildungsministeriums.

Die Planer haben unter anderem den Neubau des Vicco-von-Bülow-Gymnasiums in Stahnsdorf entwickelt.

Von Luise Fröhlich

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