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Potsdam-Mittelmark Schwimmmeister erklärt den Bade-Knigge
Lokales Potsdam-Mittelmark Schwimmmeister erklärt den Bade-Knigge
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10:56 26.07.2016
Ortstermin im Freibad Bad Belzig: Gepflogenheiten und Regeln in deutschen Schwimmbädern wurden hier erklärt. Quelle: Daniela Singhal
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Bad Belzig

Türkises Wasser, Wassertemperaturen von 24 Grad, sattgrünes Freigelände, Tischtennisplatten und Volleyballfeld: In diesen Sommertagen lockt das Freibad etliche Fläminger nach Bad Belzig. Und natürlich auch viele Flüchtlinge aus dem Übergangsheim in der Weitzgrunder Straße kühlen sich im Bad Belziger Bad ab. Um sie über die Gepflogenheiten der deutschen Badekultur und Gefahren im Freibad aufzuklären, lud Schwimmmeister Uwe Moritz die Geflüchteten nun gemeinsam mit Ami Schütte von der Initiative People Meet People e.V. zu einem Infotreffen ins Freibad ein.

Nebst aller Sommerfreude: Für einen Schwimmbadbesuch gibt es klare Regeln. Vor dem Baden wird geduscht, zum Schwimmen trägt man keine Straßen- sondern Badekleidung, Nichtschwimmer gehören ausschließlich ins Nichtschwimmer-Becken. Um über die deutschen Baderegeln zu informieren, behelfen sich zum Beispiel die Berliner Bäderbetriebe mit einem mehrsprachigen Plakat mit Baderegeln im Comic-Stil. In 36 Bädern der Stadt machen sie die Badegäste in sechs Sprachen – unter anderem in Arabisch, Somali und Französisch – mit den wichtigsten Regeln beim Badevergnügen in hiesigen Gefilden vertraut.

Im Bad Belziger Bad gibt es diese mehrsprachige Bebilderung bisher nicht. Dafür leider immer mal wieder den einen oder anderen Regelbruch, wie Schwimmeister Uwe Moritz berichtet. „Die meisten kennen sich mit der deutschen Badekultur nicht aus“, so Moritz. Ein Nichtschwimmer springt ins Sportbecken, Kinder kommen ohne erwachsene Aufsichtsperson zum Schwimmen und manch einer möchte in Unterhose statt Badeshorts die Rutsche hinunter rutschen.

Mit derartigen Hinweisschildern werden Flüchtlinge über deutsche Bade-Regeln aufgeklärt. Quelle: Gesellschaft für das Badewesen

„Wir versuchen immer wieder, unsere Regeln verständlich zu machen, was wegen der Sprachbarriere oft gar nicht so einfach ist“, sagt Schwimmmeister Moritz. Hinsichtlich der Flüchtlinge besorgt den Schwimmmeister vor allem die Tatsache, dass viele nicht schwimmen können, beziehungsweise ihre eigenen Schwimmfähigkeiten überschätzen. Eine berechtigte Sorge: Bundesweit ertranken in diesem Jahr schon 35 Flüchtlinge. Erst vor zwei Tagen traf es einen Flüchtling in einem niedersächsischen Freibad.

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) reagiert mit mehrsprachigen Schildern mit der Mahnung: „Überschätze dich und deine Kraft nicht“. Auch die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen e.V. stellt den Bädern mittlerweile Sicherheitshinweise für Flüchtlinge in verschiedenen Sprachen zur Verfügung. In Bad Belzig gab es bisher erst einen Fall von einem Badegast mit Migrationshintergrund, der sich – ohne schwimmen zu können – ins Sportbecken wagte und von Uwe Moritz wieder heraus gefischt werden musste.

„Jetzt im Sommer verbringen natürlich auch viele Geflüchtete ihre Freizeit im Freibad. Deshalb fand ich es wichtig, dass sie mit dem Bademeister in Kontakt kommen und ihnen ein paar wichtige Regeln erklärt werden“, so Ami Schütte von der Initiative People meet People. Zweiwöchentlich findet nun in den Räumlichkeiten der AWO auf dem Trollberg ein Treffen statt, bei dem sich Flüchtlinge und Bad Belziger gegenseitig kennenlernen und austauschen können. Schütte unterstützte Schwimmmeister Mario Leo gemeinsam mit einem Übersetzer dabei, den anwesenden Flüchtlingen die Freibadregeln zu erklären.

„Jetzt müssen sie sich nur noch daran halten“, sagt Uwe Moritz. Aber sind es nur Migranten, die mal über die Stränge schlagen? „Nein“, so Moritz. „Es gibt natürlich auch immer wieder Einheimische, die sich nicht an die Regeln halten oder sich überschätzen.“ Bade- oder gar Hausverbote für Geflüchtete mussten darüber hinaus bis jetzt noch nicht erteilt werden.

Von Daniela Singhal

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