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Seddins Kräuterfrau lädt zum Kräuterfest

Heilsame Wirkung der Brennnessel Seddins Kräuterfrau lädt zum Kräuterfest

Die Straße „Am Waldrand“ in Seddin muss irgendwie besondere Menschen anziehen. Dort wohnt etwa der bekannteste Weihnachtsmann der Region, Reimar Wiefel, der sich seit 20 Jahren zur Adventszeit in Knecht Ruprecht verwandelt und die Welt um Seddin in bisschen herzlicher macht. Am Waldrand lebt auch Seddins Kräuterfrau, die am 11. Juni zum Kräuterfest einlädt.

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„Die Menschen sollten die Natur als seelischen Ausgleich und wohltuenden Rückzugsort wertschätzen“: Katrin Kolbe in ihrem Kräutergarten.

Quelle: Jens Steglich

Seddin. Im Leben schlägt das Pendel manchmal in eine völlig andere Richtung aus: Dann wird zum Beispiel aus einer Maschinenbauingenieurin plötzlich eine Kräuterfrau. Katrin Kolbe lernt Werkzeugmacherin, studiert Maschinenbau und arbeitet 15 Jahre als Maschinenbauingenieurin. Dann bekommt sie ihr zweites Kind, ist mit dem Kinderwagen viel in der Natur unterwegs, reißt das Steuer um – und alles wird anders. „Als ich noch Ingenieurin war, trat man gerade im Sommer oft vor die Tür, sagte sich ’was für ein schöner Tag’ und fuhr dann nach Berlin“ – zur Arbeit. „Wenn ich jetzt im Garten arbeite, kann ich es mit ruhigen Gewissen tun: Es ist jetzt meine Arbeit.“

Ihr Kräutergarten in Seddin ist inzwischen zu einer Pilgerstätte für Kräuterfreunde aus der ganzen Region geworden und für Menschen, die etwas ändern und gesund leben wollen. Seit acht Jahren ist es auch Tradition, in Seddin Kräuterfest zu feiern. Am Samstag ist es wieder so weit, ab 11 Uhr steigt es im Garten der Kolbes – Am Waldrand 2. Die Straße weit weg vom Ortszentrum macht ihrem Namen alle Ehre, liegt am Waldrand und zieht besondere Menschen an. Zu den Nachbarn der Kräuterfrau gehört Reimar Wiefel, der sich immer zur Adventszeit in einen Weihnachtsmann verwandelt und die Welt um Seddin ein bisschen herzlicher macht. „Reimar hat das Weihnachtsmanndasein so verinnerlicht, dass meine Tochter eine Zeit lang wirklich dachte: Das ist der richtige Weihnachtsmann und die anderen sind verkleidet“, erzählt Katrin Kolbe.

Kräuterfest in Seddin

Das 8. Kräuterfest beginnt am Samstag, 11 Uhr, in Seddin, Am Waldrand 2.

Zwischen 12 und 12.45 Uhr kann der Kurs „Kräuter für Gesundheit und Wohlbefinden“ besucht werden.

In der Mittagszeit werden die ersten Brote im Lehmbackofen gebacken und 15 Uhr wird das Märchen „Rumpelstilzchen“ aufgeführt.

16 Uhr kann man bei einem Kurs lernen, welche Kräuter man von den Wiesen essen kann und kleinen Gäste können sich beim Ponnyreiten ausprobieren.

Am Abend spielt die Band „Crocodile Pilots“ irische Folkmuisk und Country.

Es gibt außerdem einen Imkerstand, Kräutereis, Blütentorten und Druidensuppe. Mehr Infos: www.othila.de

 

Nach ihrem Ausstieg aus einer Arbeitswelt, die zu wenig Zeit für die Kinder ließ, wird sie Naturheilpraktikerin. Um den Titel tragen zu können, legt sie die Prüfung beim Gesundheitsamt ab. Für sich mag sie den Titel Kräuterfrau. „’Kräuterhexen’ wurden wir von den Feinden dieser naturnahen Lebensweise genannt. Kräuterfrauen waren wissend und unabhängig. Das war beides nicht erwünscht.“ Wer mit der 48-Jährigen auf Kräuterwanderung geht, lernt zunächst, genau hinzuschauen. „Ihr habt alles vor eurer Haustür, ihr braucht nur gucken“, sagt sie. Die Wiesen und Wälder sind voller gesunder Dinge. Die Gärten auch, wenn man nach dem Prinzip verfährt: Erst einmal alles zulassen. „Danach kann man es immer noch einschränken.“

Die gebürtige Thüringerin schwärmt von der Brennesel. Auf Kräuterwanderungen erzählt sie manchmal Geschichten von früher, als Menschen wussten, dass die Brennesel für Haut und Haar gut ist. Pferdehändler gaben vor dem Verkauf den Tieren Brenneseln zu futtern. „Das machte das Fell glänzend.“ Wer genau hinhört, erfährt auch, dass es eine natürliche Alternative zu Viagra gibt – die Brennesel. „Sie fördert die Durchblutung und galt als mittelalterliches Potenzmittel. Wenn ältere Männer junge Frauen geheiratet haben und es im Bett nicht ganz so klappte, haben sie sich die Lenden mit Brenneseln peitschen lassen.“

Von Jens Steglich

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