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Segelflieger müssen flexibler werden

Lüsse Segelflieger müssen flexibler werden

Vor 25 Jahren ist – nach nur zwei Jahren Vorbereitung – das erste Segelflugzeug in Lüsse gestartet. Nun ist ein weltweit geschätztes Leistungszentrum entstanden. Dass es international wettbewerbsfähig bleibt, ist vorerst geregelt, wie es beim Jubiläum hieß. Doch werden die Enthusiasten ihren Sport künftig wohl flexibler ausüben müssen.

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Andrang zum Jubiläum auf dem Flugplatz Lüsse.

Quelle: Jörgen Heller

Lüsse. Mindestens 1680 Meter hoch müssen die Piloten der Jumbos über dem Hohen Fläming bleiben, wenn sie in Zukunft den Flughafen Berlin-Brandenburg International ansteuern. Der 2012 ausgehandelte Kompromiss über die Luftkorridore und Flugrouten hat Bestand und sichert dem Segelflugleistungszentrum Lüsse im Wortsinne die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Das hat Herbert Märtin, der langjährige Vorsitzende des Flugsportclubs Charlottenburg (FCC), bekräftigt.

Dessen ungeachtet wird der Luftraum hierzulande – und zwar unabhängig, ob es nach der Volksabstimmung nächsten Sonntag in der Hauptstadt zur Schließung des Flughafens Berlin-Tegel kommt oder nicht – enger. „Darum werden wir unser Hobby mit mehr Flexibilität und mehr Kooperation mit den Nachbarstandorten Brandenburg-Briest, Reinsdorf und Oehna ausüben müssen“, sagt Thomas von Larcher. Der 44-Jährige steht seit 2013 an der Spitze des Berliner Vereins, der mit dem Märkischen Flugsportverein Lüsse den hiesigen Sonderlandeplatz betreibt.

Anfangs Protest von Naturschützern

Seit 25 Jahren. Das Jubiläum war am Sonnabendnachmittag einmal mehr Anlass zum Tag der offenen Tür einzuladen. Mehr als 750 Besucher nutzten die Gelegenheit, sich über die Angebote vor Ort zu informieren. Aber nicht minder Kunstflugpiloten, Modellflieger und Ballonfahrer zu beobachten.

Beim Festakt abends wurde anekdotenreich Rückschau gehalten, wie sich die Segelflieger von 1990 an um Übernahme und Nutzung des ehemaligen Landeplatz der russischen Garnison Zerbst mühten. Juristische Auseinandersetzung wegen des gefährdeten „Märkischen Strauß“ nebenan inklusive. Das damals geregelte Miteinander harmoniert, wie Norbert Eschholz und Heinz Litzbarski vom Verein Großtrappenschutz in ihrem Grußwort bestätigten.

Tatsächlich ist ein Leistungszentrum mit Renommee entstanden. Das hat auch zur allgemeinen Entwicklung im Hohen Fläming beigetragen, sagt Andreas Führer. „Allein während der Wettbewerbe beleben mindestens 250 zusätzliche Gäste die Nachfrage in Restaurants, im Einkauf und bei anderen Gewerben“, so der Vereinssprecher. Zusätzlich kommen über das Jahr verteilt rund 200 Enthusiasten, die Flieger- und Familienurlaub in Lüsse machen.

Minister lobt Gemeinschaftswerk

Dass der Name des Dorfes sowie der Stadt Bad Belzig daher weltweit in der Szene einen guten Ruf haben, freut Roland Leisegang (parteilos) als Bürgermeister der Kur- und Kreisstadt.„25 Jahre wird schon geflogen“, lobte Günter Baaske (SPD) den Elan. Das freilich größere BER-Projekt, 1996 beschlossen, harrt noch der endgültigen Fertigstellung, gestand der Minister ein. Nicht zuletzt wurde gerade das konstruktive Zusammenwirken der Einheimischen und der Segelflieger aus Berlin als Grundlage für die hiesige Erfolgsgeschichte betont.

Von René Gaffron

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