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Potsdam-Mittelmark Sehnsucht nach Freiheit und Abenteuer
Lokales Potsdam-Mittelmark Sehnsucht nach Freiheit und Abenteuer
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02:16 23.08.2015
Rainer Winkelhaus vor seinem Wohnmobil. Quelle: Melanie Höhn
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Dahnsdorf

Es ist der Traum vieler Menschen: Die ersten Sonnenstrahlen am See erhaschen oder an einer Bucht direkt auf das Meer blicken, während man nur ein paar Meter vom Wasser entfernt seinen Schlafplatz eingerichtet hat. Wohnmobile können außergewöhnliche Augenblicke schaffen und ermöglichen ein unmittelbares und individuelles Natur- und Campingerlebnis. Bett, Küche, Esstisch, alles kompakt dabei, jederzeit bereit zur Abfahrt in eine andere Stadt: Mit dem eigenen Nest auf vier Rädern Landschaften und Städte erkunden und dabei ganz autark sein, der eigene Herr über die Zeit, keine Check-Out-Zeiten oder bindende Buchungen im Nacken.

Ein eigenes Wohnmobil zu besitzen wird immer mehr zum Trend: 2015 gab es im Landkreis Potsdam-Mittelmark so viele angemeldete Fahrzeuge wie noch nie: 838 an der Zahl, im Jahr 2009 waren es noch 561. Damit besitzen 0,5 Prozent der Bevölkerung im Landkreis eine rollende Ferienwohnung. Gebrauchte Wohnmobile können im Internet schon zwischen 5.000 und 50.000 Euro erworben werden.

Urlaub im Wohnmobil

Auch im Fläming gibt es einige Wohnmobilbesitzer, so wie der Dahnsdorfer Rainer Winkelhaus. Er wollte vor allem die Möglichkeit haben, spontan und vor allem flexibel in den Urlaub fahren zu können. Seitdem er im Rentenalter ist, findet der 68-Jährige mit seiner Frau Christa öfter Zeit dafür. Die beiden haben zwei Hunde, die bei den Urlauben im Wohnmobil immer dabei sind. „Hotels haben Hunde nicht so gerne, aber wir wollen sie auf unsere Touren mitnehmen. Außerdem geben sie uns Sicherheit, sie sind lebendige Alarmanlagen,“ sagt der Familienvater. Auch seine Kinder leihen sich das Wohnmobil oft aus, doch auf den Campingplätzen trifft Winkelhaus in der Regel nur selten jüngere Menschen.

Wenn ihm zu Hause die Decke auf den Kopf fällt, plant er mit seiner Frau eine Route, kauft ein und packt das Wichtigste zusammen. Er liebt es, das Leben dann laufen zu lassen. Auf den Touren kann er die Zeit vergessen, kommt zum Lesen und Kochen. „Wenn wir unterwegs sind, bereite ich das Essen zu, das ist mir ganz wichtig und meine Frau genießt es.“ Einmal am Campingplatz angekommen, schätzt er das Gemeinschaftsgefühl: „Es wird sich stets geduzt,“ berichtet der Wohnmobilbesitzer. Wenn dem Ehepaar die Umgebung oder der Platz dann doch nicht ganz zusagen, fahren sie einfach weiter. Und müssen sich nicht mit schon gebuchten Zimmern herumärgern.

Innenleben umgebaut

Seit fünf Jahren besitzt Rainer Winkelhaus sein 3,5 Tonnen schweres Wohnmobil, hat es selbst im Innern umgebaut und die Dusche nach draußen verlagert, um im Bad mehr Platz zu schaffen. Von März bis Oktober erkundet er mit seiner Frau die schönsten Ecken Deutschlands und lotet die Landesgrenzen aus. In meist kurzen Tagesetappen fahren sie dann innerhalb weniger Tage zu ihrem Zielort. Mehr als zwei Stunden Fahrt dürfen es zwischen den Stationen aber nicht sein.

Die Dahnsdorfer fahren dann beispielsweise von Papenburg bis nach Aschau oder lassen den bayerischen Wald auf sich wirken. Schon drei Mal waren sie in Emden: „Die Stadt ist freundlich zu Wohnmobilfahrern. Der Stellplatz ist direkt am Binnenhafen,“ erzählt der ehemalige Beamte. Eine Tagestour durch Ostfriesland haben die Campingliebhaber sehr genossen, sie sind auch Fan von Schleswig-Holstein und der Insel Büsum, „ein freundlicher Menschenschlag dort“, findet er. Ein besonderer Höhepunkt war für ihn die Gemeinde Sankt Peter-Ording und die Inseln in der Umgebung, das Wohnmobil konnten sie direkt am Strand abstellen.

Durch die Landschaft treiben lassen

Auch das Ausland haben die beiden schon erkundet, Touren führten sie nach Frankreich, Italien, Holland und die Schweiz. Mit einer speziellen Vignette kann man beispielsweise für einen Jahresbeitrag direkt an den Weinbergen von französischen Winzern übernachten. „Aber auch Brandenburg hat schöne Ecken, wir haben schon ein paar Tage am Beetzsee verbracht,“ erzählt der Rentner. Nächstes Jahr will das Ehepaar noch eine Tour entlang des Mains machen, auch Kroatien steht noch auf dem Programm. Lange halten sie es jedoch nicht aus in der Ferne: Nach einer Woche treibt es sie oft wieder nach Hause. Auf den Reisen vermeiden sie generell Navigationssysteme und Autobahnen, um sich durch die Landschaft treiben zu lassen.

Wohnmobilurlaube seien jedoch nicht unbedingt kostengünstige Alternativen zu Flugreisen: „Wer glaubt, ein so etwas ist billig, der irrt sich,“ erzählt Winkelhaus. „Es fallen Platzgebühren an, die Reifen verschleißen und das Auto muss gewartet und instand gehalten werden, dazu kommen regelmäßige TÜV- und Gasprüfungen,“ sagt er. „ Und so einfach mit den spontanen Übernachtungen ist es auch nicht immer. Oft bekommt er keinen Stellplatz mehr, vor allem bei beliebten Reisezielen. Auch für Menschen mit Platzangst sind Wohnmobile eher nicht geeignet“ fügt er hinzu. Ihn jedoch überzeugt das Wohnmobilfahren trotzdem, er ist glücklich über die vielen Reisen, die er damit schon unternehmen konnte. Für ihn ist ganz klar: Der Weg ist das Ziel.

Von Melanie Höhn

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