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Potsdam-Mittelmark Seilfähre „Tussy II“ drei Wochen außer Betrieb
Lokales Potsdam-Mittelmark Seilfähre „Tussy II“ drei Wochen außer Betrieb
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16:44 26.02.2018
Acht Autos passen maximal auf die „Tussy II“ – auch Lkw mit einer Einzellast von bis zu 16 Tonnen können mitfahren. Quelle: Luise Fröhlich
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Caputh

Alle fünf Jahre heißt es für die Seilfähre „Tussy II“ raus aus dem Wasser und rein ins Trockendock. Dann wird sie auf Herz und Nieren geprüft und erhält im Anschluss eine kleine Schönheitskur. Ab 3. März ist die Fähre, die Geltow mit Caputh verbindet, deshalb für drei Wochen außer Betrieb. „Ziel ist es, zu Ostern wieder zu fahren, am liebsten schon am Karfreitag“, sagt Fährmann Karsten Grunow. Je nach Urteil und Auflagen der Prüfer könnte es auch länger dauern. Für die „Tussy II“ ist es die vierte Untersuchung, seit sie 1998 in Berlin zu Wasser gelassen wurde.

Was die Prüfer untersuchen

Der Schiffs-Tüv für „Tussy“ besteht aus drei Teilen. Ein Prüfer untersucht das Schiff mit Blick auf die aktuellen Auflagen der Fährenbetriebsverordnung. Ein zweiter führt Schallmessungen am Schiffskörper durch, um herauszufinden, wie dick die Haut ist. Der dritte Prüfer begutachtet die Seilführung. „Für mich ist das Wichtigste, dass die Tragfähigkeit passt und ich das Beförderungszeugnis behalte“, erklärt Karsten Grunow, der seit 27 Jahren Fährmann und seit vorigem Jahr Ortsvorsteher ist.

Das ist außerdem geplant

Bei der anschließenden Generalinstandsetzung kümmern sich Karsten Grunow und seine Kollegen um Dinge, die sie unabhängig vom Tüv warten wollen. Die Fähre und die Rampen bekommen einen neuen Anstrich, einige Teile am Motor, der Kupplung und dem Schiffswendegetriebe werden ausgetauscht und am Fahrdeck sind Schweißarbeiten geplant. Abgesehen vom Malern stemmen die Fährmänner alles allein, wie Karsten Grunow berichtet – von Urlaub ist keine Spur.

Fährmann Karsten Grunow Quelle: Luise Fröhlich

Wie die Fähre an Land kommt

Auf Geltower Seite wird die Fähre aus dem Wasser gezogen und aufgebockt. Dazu finden bereits erste Vorbereitungen statt. Das Team trifft sich dann gegen 8 Uhr morgens und arbeitet rund sechs Stunden am Trockenlegen. Tatkräftige Unterstützung kommt mit schwerem Gerät vom Campingplatz Himmelreich in Caputh und von anderen Unternehmern aus der Gemeinde, die Gerüstteile zur Verfügung stellen. Denn anschließend wird die „Tussy“ eingerüstet und überdacht. Vorher aber wird ihre Unterseite mit einem Hochdruckreiniger ordentlich geputzt. „Das muss schnell gehen, denn sonst trocknet der Schmutz fest“, so Karsten Grunow.

Warum es im März passiert

„In der Geschichte der Fähre war der März immer der Monat, in dem sie für Tüv und Wartung an Land gezogen wurde“, sagt der Fährmann. Es sei genau die Zeit zwischen Winter und Frühling. Stichtag wäre zwar erst im August, der liegt aber mitten in der Saison. Ungünstig fällt es für viele Autofahrer diesmal trotzdem, weil die Templiner Straße zwischen Caputh und Potsdam saniert wird und daher noch immer voll gesperrt ist. „Ich bedauere diese Situation, muss aber auch sagen, dass ich gemeinsam mit der Bürgermeisterin rechtzeitig einen Brief an Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs geschickt und vorgewarnt habe“, erklärt Karsten Grunow. Er hätte das Gefühl gehabt, dass die Landeshauptstadt das Problem nicht ernst genommen habe. Sie verschob die Sanierung der Straße jedenfalls nicht. Der Fährmann wiederum wollte den Tüv-Termin nicht nach hinten schieben, weil der 20. Geburtstag seiner „Tussy II“ groß gefeiert werden soll.

Am 9. Juni steigt die Party

„Ich möchte mit einem glänzenden Schiff feiern“, sagt er. Die Organisation übernimmt der Ortsvorsteher persönlich und steht derzeit noch vor der Frage, wie die Party ablaufen soll. Klar ist bislang, dass sie nicht zeitgleich zum Fährfest im August steigen wird, sondern am Sonnabend, 9. Juni. Zur Debatte stehen zwei Varianten: Sommernachtsdisco auf der Fähre oder eine Feier ähnlich dem Fährfest am Geltower Ufer. Die Entscheidung ist noch nicht gefallen.

Vorgänger-Fähre wurde 1942 in Dienst gestellt

1998 ersetzte die „Tussy II“ ihre Vorgängerin am Caputher Gemünde, „Tussy I“, die 1942 in Dienst gestellt wurde . Sie entsprach nicht mehr den Sicherheitsstandards.

Für den Einsatz der neuen Fähre wurden die Landanlagen komplett umgebaut. Das Schiff selbst ist im altbewährten Konzept in Verbindung mit modernster Technik gebaut. Es ist 23 Meter lang, sechs Meter breit.

Schlagzeilen machte die „Tussy II“ nicht nur beim Fährfest, sondern zum Beispiel auch im Oktober 2015, als ein Geländewagen von der Fähre ins Wasser rutschte. Wie sich herausstellte, hatte der Fahrer vergessen, die Handbremse anzuziehen. In ihrer insgesamt 165-jährigen Geschichte hat die Caputher Fähre einige solcher Unfälle erleben müssen.

Von Luise Fröhlich

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