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Potsdam-Mittelmark Seit 110 Jahren elektrisches Licht in Ziesar
Lokales Potsdam-Mittelmark Seit 110 Jahren elektrisches Licht in Ziesar
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17:59 16.10.2016
Kurt Weißflor zeigt den Gästen einige Exponate aus seiner privaten Sammlung im alten Elektrizitätswerk. Quelle: Foto: Silvia Zimmermann
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Ziesar

Das ehemalige Elektrizitätswerk von Ziesar konnte am Sonnabendnachmittag einen besonderen Geburtstag feiern. Am 9. September 1906 wurde in der Stadt Ziesar das erste Mal der elektrische Strom für den Gebrauch eingeschaltet. Die damalige Stadtverordnetenversammlung entschloss sich, für die Ziesaraner Handwerker eine Kraftquelle zu schaffen. Nach langen Diskussionen entschieden sich die Stadtväter für die Einführung des elektrischen Stromes.

Im Auftrag der Stadt Ziesar wurde in der Gartenstraße neben dem Schwemmpfuhl ein Elektrizitätswerk gebaut, das in diesem Jahr 110 Jahre wurde. Die Besitzer des Hauses, Kurt und Anett Weißflor, erinnerten mit Unterstützung des Kultur-und Heimatverein Ziesar an die Nutzung des Hauses und luden gemeinsam zu einem Lichtfest ein. „Hier in dieser Halle stand vor 110 Jahren die Dampfmaschine, die über Riemen einen Generator antrieb, der elektrischen Strom für die Ziesaraner produzierte“, erklärte Kurt Weißflor am Sonnabendnachmittag den Gästen. Anett und Kurt Weißflor kauften 2000 das ehemalige Energiewerk, bauten es für ihre Zwecke um und aus. Kurt richtete in den ehemaligen Hallen ein kleines Museum ein, das einen kleinen Einblick über die Entwicklung der Einführung und Nutzung der Energie in Ziesar und der Umgebung zeigt.

Sogar ein Buch erschien

Das ehemalige Elektrizitätswerk von Ziesar wurde vor 110 Jahren gebaut und brachten damit auch Strom in Ziesar. Daran wurde erinnert. Die Besitzer des Hauses Kurt und Anett Weißflor luden gemeinsam mit dem Kultur- und Heimatverein Ziesar ein.

Der Brunnen, der sich außerhalb der ehemaligen Maschinenhalle befand, hat Kurt Weißflor wieder hergestellt, die Pumpenanlage für alle sichtbar aufgebaut. Heute dient der Brunnen als Wasserspeicher.

Es gibt es ein kleines Buch über die Geschichte , es heißt Erste Lichtblicke – 100 Jahre Stromversorgung in Ziesar und Umgebung. Autor Silvia Zimmermann, erschienen 2006

So konnten die Besucher viele Gerätschaften bestaunen, mit denen die Elektromonteure damals arbeiten mussten. „Wir arbeiteten früher viel mit den Händen und dieser Technik. Sorgfalt und Sicherheitsvorschriften beachteten wir sehr. Heute wird alles mit moderner Technik überwacht, Fehlerquellen können schneller lokalisiert und behoben werden“, erklärte der gelernte Elektromonteur Weißflor. Die interessierten Besucher stellten viele Fragen und gaben ihre Erinnerungen mit der Nutzung alter Stromgräte preis.

In der Halle neben an zeigte Hans Schulze vom Kultur- und Heimatverein Ziesar per Beamer die Bilder vom 100. Geburtstages des Elektrizitätswerkes aus dem Jahr 2006. Aber auch alte historische Ansichten aus Ziesar konnten die Besucher betrachten. Ein weiteres Anschauungsstück war der ehemalige Brunnen des Elektrizitätswerkes. „ Für den Betrieb der Dampfmaschine benötigte sie früher viel Wasser. Eine zentrale Wasserversorgung gab es damals noch nicht. So wurde ein Brunnen gebaut“, erzählte der 60-Jährige Weißflor den Gästen. Weißflor hat in mühevoller Arbeit den Brunnen wieder freigelegt und die Pumpenanlage sichtbar für alle neben dem Brunnen aufgebaut. Heute dient dieser Brunnen als Sammelbecken für Regenwasser, das zum Gießen für den Garten verwendet wird.

Besucher bestaunen die Exponate. Quelle: Silvia Zimmermann

Viele Ausstellungsstücke hat Kurt Weißflor zusammengetragen. „Viele Privatpersonen brachten mir alte elektrische Gerätschaften. Familie Kreissl überließ mir sogar viele Gerätschaften vom Firmengründer Alfons Charwat. Aus dem ehemaligen Physikkabinett der EOS bekam ich diese Gerätschaften“, freute sich Weißflor. Das neuste Ausstellungsstück, eine alte Motoranlage, die zum Betreiben von Dreschmaschinen genutzt wurde, stellte Kurt Weißflor mit vollem Stolz vor.

Rund 60 Besucher kamen im Laufe des Nachmittages vorbei und lauschten den Ausführungen von Kurt Weißflor. „Es war ein sehr schöner Nachmittag und wir waren erstaunt, dass die Besucher an der Geschichte des ehemaligen Elektrizitätswerkes so interessiert waren“, so das Ehepaar. Mit der einsetzenden Dunkelheit wurde mit verschiedenen Leuchtquellen die Entwicklung der Beleuchtung von der Fackel bis hin zu modernen Lichtquellen demonstriert.

Von Silvia Zimmermann

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