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Potsdam-Mittelmark Auf den Spuren des Orgelklangs
Lokales Potsdam-Mittelmark Auf den Spuren des Orgelklangs
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17:30 18.08.2014
Interessiertes Publikum: Kantor Winfried Kuntz (r.) erklärt die Orgel in Klein Glien. Quelle: T. Potratz
Klein Glien

Ungewohnt viel Besuch erhielten am Wochenende einige Gotteshäuser im Fläming. Im Rahmen der Brandenburgischen Sommerkonzerte hatten sich mehr als 100 Musikfreunde aus Berlin und Brandenburg mit zwei großen Bussen auf eine „Orgelreise“ begeben. Mit Auge und Ohr erkundeten sie unter fachkundiger Führung von Winfried Kuntz die Instrumentenschätze der Region.
Der Bad Belziger Kantor rückte für die Besucher am Samstag unter anderem die Kirchenorgel in Klein Glien in den Mittelpunkt der Exkursion. Als Verantwortlicher für mehr als 40 Orgeln in den Kirchen des Flämings und als leidenschaftlicher Organist war Kuntz als Reiseleiter bestens geeignet.

Die Orgel in Klein Glien stellt er nicht ohne Stolz vor. „Dies ist eine ganz besondere Orgel“, sagt Kuntz kurz bevor er drei ausgesuchte Stücke zum Besten gab. Warum diese Orgel so besonders ist, wurde schon deutlich bevor Kuntz auch nur einen Ton gespielt hatte. Anders als bei vielen anderen Instrumenten dieser Art sitzt der Organist nicht mit dem Rücken zur Gemeinde sondern mit dem Gesicht. Dies ist möglich, weil die Tastenreihen von der Orgel abgewandt angebracht sind. „Das ist eine sehr seltene Beschaffenheit“, sagte auch Gemeindemitglied und Ur-Klein-Gliener Reinhardt Schmidt. Er hatte die Berliner Gäste mit humorvollen Worten zu seiner mit Sagen und Anekdoten belegten Heimat begrüßt.

Interview: „Mächtige Königin der Instrumente“

Rita Mühlmann (65) und Wolfgang Pranger (75) aus Berlin lauschten den Vorträgen von Reinhardt Schmidt und Winfried Kuntz in der Kirche Klein Glien.
MAZ: Wie sind Sie auf die Orgelreise gestoßen?
Rita Mühlmann: Wir haben schon oft Touren der Brandenburgischen Sommerkonzerte mitgemacht. Orgelmusik ist für uns eine Leidenschaft.
Warum gerade Orgelmusik?
Mühlmann: Das kann man gar nicht in Worte fassen. Die Orgel ist einfach die mächtige Königin der Instrumente.
Wolfgang Pranger: Meine Frau und ich, wir können das auch nicht selbst spielen, wir hören nur sehr gern zu. (lacht)
Wo erleben Sie sonst Orgelmusik, wenn Sie nicht gerade durch Brandenburg touren?
Pranger: Wir fahren manchmal selbstständig durch die Mark Brandenburg. Wir gehen dann einfach mal in diese kleinen Dorfkirchen rein. Dann passiert es manchmal, dass der Organist gerade übt und dann setzen wir uns einfach dazu.
Interview: Tobias Potratz

Diese Informationen brachte einige Gäste zum Schmunzeln, aber sie wollten vor allem mehr vom großen Tasteninstrument hören, welches einst von der unter Musikfachleuten bekannten Familie Grüneberg aus Magdeburg erbaut wurde. Eine weitere ungewohnte Eigenschaft weist das Instrument auf. Es verlangt dem Musiker nämlich eine geringere Koordinationsfähigkeit ab als üblich. Denn die Orgelbauer hatten im Jahr 1791 auf das Anbringen des Pedals verzichtet. Auch nach der Restaurierung vor 13 Jahren ist diese seltene und ungewohnte Struktur beibehalten worden. So können sich die Organisten allein auf den Einsatz ihrer Hände konzentrieren.

Preisgekröntes Konzept

Seit ihrer Gründung im Jahr 1990 haben in der Reihe „Brandenburgische Sommerkonzerte“ mehr als 500 Veranstaltungen an mehr als 200 verschiedenen Spielstätten in der Mark stattgefunden.
Im Jahr 2009 wurden die Brandenburgischen Sommerkonzerte mit dem Tourismuspreis des Landes Brandenburg für ihr Gesamtkonzept, die Auswirkung auf den regionalen Tourismus und die überregionale Ausstrahlung ausgezeichnet.
www: Informationen im Internet unter: www.brandenburgische-sommerkonzerte.de/festival.html

Da der Name „Brandenburgische Sommerkonzerte“ auf einen jeweils abschließenden musikalischen Höhepunkt hindeutet, wurde auch diesmal zu einem großen Orgelkonzert geladen. Dies fand jedoch nicht mehr in Klein Glien und auch nicht im Hohen Fläming statt, sondern in Baruth im Landkreis Teltow-Fläming, wo die Reise zu den Instrumenten schließlich musikalisch endete.
Die Brandenburgischen Sommerkonzerte waren im Jahr 1990 von Werner Martin ins Leben gerufen worden. Nach dem Fall der Berliner Mauer wollte er es den Westberlinern ermöglichen, endlich auch ihr Brandenburger Umland intensiver kennenzulernen. Bis heute wandeln Berliner und sonstige Brandenburg-Interessierte im Rahmen der Sommertouren in den warmen Monaten auf verschiedenen musikalischen Spuren durch das Land Brandenburg – und dieses Mal eben auch durch die Kirchen im Hohen Fläming.

Von Tobias Potratz

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