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Potsdam-Mittelmark Mit Starthilfe zurück ins Leben
Lokales Potsdam-Mittelmark Mit Starthilfe zurück ins Leben
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07:06 16.08.2014
Der Künstler und Kunstpädagoge Pol in seinem Atelier. Seit zweieinhalb Monaten wohnt er nun in Wiesenburg.) Quelle: M. Küper
Wiesenburg

Es geht auf den Mittag zu, der Geruch von brutzelnden Buletten legt sich über das Gelände des ambulanten Wohnprojekts der gemeinnützigen Wabe-Gesellschaft in Wiesenburg. Am Herd stehen Hans-Jürgen Brandt und Frank Kropka. Tätowierte Arme, scheue Gesichter, vom Alkohol gezeichnet. Zweimal die Woche kochen je zwei der Bewohner für die übrigen 18 Klienten, wie sie offiziell heißen. Seit zehn Jahren gibt es die Einrichtung an der Ausfallstraße Richtung Reetz nun. Hier bekommen suchtkranke Menschen den Halt und die Struktur, die in ihren Leben fehlten.

Zum Beispiel Pol, der Maler und Bildhauer aus Berlin, der lieber mit seinem Künstlernamen genannt werden möchte. Pol hatte mal ein Leben, war ausgebildeter Kunstpädagoge und verheiratet. Seine Leidenschaft für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen hat er immer noch, seine Frau verließ ihn vor bald 20 Jahren. Vor die Entscheidung gestellt, ob sie oder die Flasche, entschied sich Pol für die Flasche. Besser wurde es dadurch nicht, Pol verlor sein Atelier, 2003 schließlich seine Wohnung. Es folgten Obdachlosigkeit und Phasen, in denen er täglich vier Flaschen Wodka trank.

Selbstmordversuche und Entzugskliniken folgten. Seit eineinhalb Jahren ist Pol nun weitgehend trocken, seit gut zwei Monaten lebt er in Wiesenburg. „Ich hoffe, dass ich hier im Wohnprojekt wieder Fuß fassen und mir später eine Wohnung im Ort nehmen kann“, erzählt Pol. Zwölf bis 18 Monate lang leben die meisten Klienten in der Wiesenburger Einrichtung. Das ambulante Wohnprojekt ist gedacht als Anschlussangebot für Menschen, die eine Entziehungskur hinter sich haben. „Manche brauchen danach einfach noch Zeit, um ihr Leben zu verändern“, erzählt Marina Krauß, die Gesamtleiterin der zwei Wabe-Einrichtungen.

Auch Pol war vor seiner Ankunft in Wiesenburg in stationärer Behandlung. „Was mich letztlich überzeugt hat, war das Angebot, mir auf dem Gelände ein Atelier einzurichten“, erzählt der Mann mit dem strengen Zopf, dem weißen Rauschebart und der Nickelbrille. „Dafür bin ich wirklich dankbar“, sagt Pol.

Alle Bewohner nehmen freiwillig an dem Wiesenburger Wohnprojekt teil. „Unser Ziel ist es, dass die Klienten ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen“, sagt Marina Krauß. Abstinenz ist zwar gewünscht, ein Rückfall in die Alkoholsucht ist aber kein Rausschmissgrund: „Das wäre doch paradox, gerade in dieser Situation die Hilfe zu verweigern“, so Marina Krauß. Erst wenn jemand partout jede Hilfe zurückweist, werde die Therapie eingestellt. „Den Kontakt brechen wir aber auch dann nicht ab.

Pol jedenfalls ist glücklich über die Perspektive, die er in Wiesenburg hat. In einem Zimmer im hinteren Teil des Geländes hat er sich sein Künstler-Refugium geschaffen. An den Wänden Erinnerungen an sein früheres Leben, Gemälde, Zeichnungen, Fotos von Skulpturen und Workshops mit Jugendlichen. Dahin will er zurück, will wieder Talente entdecken und fördern: „Ohne die Kids wär’ ich doch schon tot.“

Von Martin Küper

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