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Potsdam-Mittelmark Selbstbrauen als Hobby: Schubis Garagenbräu
Lokales Potsdam-Mittelmark Selbstbrauen als Hobby: Schubis Garagenbräu
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19:44 13.02.2019
Komplexer Aufbau: Hier entsteht „Schubis Garagenbräu“.
Teltow

Michael Schubert (54) läutert. Er trennt die Würze vom Treber, erklärt der Teltower. Das geht nur, weil er vorher das geschrotete Braumalz im vorgewärmten Wasser schon eingemaischt hat, damit sich die zur Verzuckerung notwendigen Enzyme bilden. Später wird er die flüssige Würze mehrfach erhitzen und ruhen lassen, er wird sie kochen, Bitterhopfen, Flavorhopfen und Aromahopfen zugeben und dann das Ganze abkühlen. Schließlich wird er Hefe zufügen, die Mischung mindestens drei Wochen lang gären lassen und am Ende das Produkt in Flaschen füllen. Nach insgesamt sechs Wochen darf er von seinem eigenen Bier kosten.

Schubert gehört zu jener wachsenden Gruppe von Deutschen, die das Bierbrauen als Hobby für sich entdeckt haben. 200 Liter im Jahr darf er steuerfrei machen, für mehr müsste er Biersteuer zahlen. Heute macht er Pils, ein untergäriges Bier, das es gerne kalt hat, erklärt er. Das trifft sich, denn es ist Winter. Im Sommer bieten sich dagegen eher obergärige Sorten an – Weizen, Ales, Kölsch, Altbier. Spaß macht beides, versichert er. „Bei Untergärigen ist es mit der Hefe etwas schwierig“, räumt er ein. Weizenbier sei unempfindlicher, das könne noch bei weit über 20 Grad vergären, obergäriges Bier brauche dagegen so 12 Grad.

Er hat sich das nötige Wissen selbst angeeignet: Ist die Braugerste gequollen, gekeimt und durch heiße Luft getrocknet, nennt man sie Braumalz. Das kauft er fertig, wie die meisten Hobbybrauer, erklärt Schubert. Unter dem Treber versteht man dann die mal mehr, mal weniger vorhandenen Rückstände des Braumalzes nach dem Läutern. Er kann – wie Schrot – als Ballaststoff beim Brotbacken, für Pizza, Falafel oder andere Backwaren verwendet werden. Wer möchte, kann sich an Brautagen bei Schubert eine Portion abholen. Die Würze ist schließlich das, was nach dem Einmaischen und Läutern der Braugerste als Flüssigkeit gewonnen wird. Es ist sozusagen die Basis für das spätere Bier.

Wichtig ist, was damit geschieht. Wie ein Bier schmeckt und aussieht, hänge definitiv mit der Temperatur zusammen, schildert Schubert seine Erfahrungen. Auch mit den Rastzeiten zwischen den Temperaturerhöhungen hat Schubert schon experimentiert: In der ersten Rast wird das Enzym für die vergärbaren Zucker gebildet, in der zweiten das für nicht-vergärbare. Hier wird also festgelegt, wie süß das Bier später einmal wird. Auch nahm er anlässlich des 500-jährigen Jubiläums des Reinheitsgebotes an einem Event der Braumanufaktur teil: „Hier wurden mit einem Rezept unterschiedliche Brauarten getestet – alle Ergebnisse haben verschieden geschmeckt“, erinnert er sich. Auch zu Hause hat Schubert sich schon an ein paar Versuche gewagt: Für ein Weihnachtsbier hat er typische Lebkuchengewürze wie Nelken, Kardamom, Zimt oder Koriander zugefügt. „Das Geschenk kam gut an“, freut er sich. Für seine Frau hat er einmal ein Bier mit Lakritzgeschmack gemacht, indem er einen Sirup beigesetzt hat.

Seine Frau ist eigentlich auch schuld daran, dass Schubert sein Hobby heute ausübt. Sie hatte dem ohnehin schon bieraffinen Teltower einen dreitägigen Hobbybraukurs im Forsthaus Templin geschenkt hat, erzählt er. Schon vorher hatte er von ihr ein kleines Braukit geschenkt bekommen gehabt – für viele Deutsche der erste Kontakt mit diesem Hobby. „Damit war ich schon etwas angefixt.“ Heute braut er mit einem eigenen Edelstahl-Set aus Italien, das er sich für 1800 Euro über das Internet bestellt hat. Die Rohzutaten bekommt er ebenfalls aus dem Web, da seien sie ganz einfach zu bekommen, versichert er.

Doch Schubert braut nicht nur für sich und seine Familie, die sich über Kostproben freut. Mehrmals im Jahr macht er für die evangelische Andreas-Kirche einen Braukurs, erzählt er. Eine Art Schaubrauen, wo gemeinschaftlich einen Tag lang gearbeitet werde. Für viele sei dies ein Aha-Erlebnis – und viele seien auch überrascht darüber, wie lange es dauert, bis das Ergebnis tatsächlich genossen werden könne. Das Selbstgebraute wird von der Kirchengemeinde dann zu verschiedenen Anlässen ausgeschenkt.

Von Konstanze Kobel-Höller

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