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Potsdam-Mittelmark Seltene Schriftzeichen auf Wetterfahne entdeckt
Lokales Potsdam-Mittelmark Seltene Schriftzeichen auf Wetterfahne entdeckt
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00:18 08.05.2017
Lydia Junghans vom Förderverein und Dachdeckermeister Dirk Bösecke mit Turmkugel und Wetterfahne. Quelle: Christiane Sommer
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Bad Belzig

Anspannung liegt in der Luft, als Dachdeckermeister Dirk Bösecke am Donnerstag das Gerüst am Turm der St. Bricciuskirche in Bad Belzig emporsteigt. Die Sanierungsarbeiten sind mittlerweile so weit vorangeschritten, dass die Dachdecker ihre Arbeiten am Turm fortsetzen können. Im Zuge dessen soll auch die Turmkugel heruntergeholt werden. Nicht nur, um nachzuschauen, ob die Altvorderen derselben Dokumente anvertrauten. Auch weil die von den Jahrhunderten gebeutelte Wetterfahne von der Kugel abgenommen und nachfolgend saniert werden soll.

Schneller als erwartet hat der 55-Jährige die Befestigungen gelöst, mit der die Hülse samt Kugel und Wetterfahne auf der Turmspitze montiert ist. Lydia Junghans und Gerd Pohl vom Vorstand des Fördervereins Bonte-Friedheim Lochow verfolgen vom Boden aus aufmerksam die Arbeiten. Mit jedem Handgriff, mit jeder Stufe die Bösecke später hinuntersteigt, wächst bei ihnen die Anspannung – die wenig später in Enttäuschung umschlägt. Die Turmkugel ist leer.

Hebräische Schriftzeichen äußerst selten

Schnell verlagert sich das Interesse der Umstehenden jedoch auf die Wetterfahne. Neben der Jahreszahl 1706 ziert dieselbe eine hebräische Inschrift. Niemand vermag sie zu deuten. Gut, dass in diesem Augenblick Pfarrer Martin Gestrich auf der Großbaustelle vorbeischaut. Er kann sofort übersetzen. „Das heißt: Der Herr ist mein Panier“, so der Bad Belziger Geistliche. Weiter erläutert er, dass Panier in der Übersetzung auch für die Worte Feldzeichen oder Fahne steht und die Inschrift auf das vierte Buch Mose zurückgeht, in der von der Erhörung der Schlange berichtet wird.

Die Worte des Pfarrers werden aufgesogen. Noch mehr, als er erklärt, dass hebräische Schriftzeichen auf Wetterfahnen der hiesigen Kirchen äußerst selten zu finden sind. Der kleine Kummer über die leere Turmkugel ist bei soviel Wetterfahnenbedeutung plötzlich vollkommen unwichtig geworden. „Wir wollen es natürlich besser machen und die Kugel nach der Restaurierung ordentlich bestücken“, bemerkt Lydia Junghans später. Zwischenzeitlich hat Dachdeckermeister Dirk Bösecke Wetterfahne, Kugel und Hülse auf seinen Transporter geladen.

Die Bricciuskirche auf einer historischen Ansichtskarte. Quelle: Christiane Sommer

Persönlich wird er den Schmuck der Kirchturmspitze zur Restaurierung nach Leipzig fahren. „Aber erst wenn klar ist, ob die Spitze der Wetterfahne das früher dort vorhandene Kreuz zurückerhält“, so Bösecke. Diese Entscheidung obliegt der Denkmalbehörde. Ob sie einer detailverliebten Zeichnung der Bricciuskirche aus der Hand Albert Baurs, der 1836 die zweite Pfarrstelle in der Stadt übernahm, folgen wird, bleibt abzuwarten. Auf historischen Ansichtskarten sucht man das Kreuz bereits vergebens.

Letzte Sanierung erfolgte 1905

Die letzten umfangreichen Sanierungsarbeiten an der Kirche aus dem 14. Jahrhundert begannen 1905. Am 13. Mai 1906, wurde das Gemäuer neu geweiht. Damals erhielt die Kirche ihre kostbare Innenausmalung.

In den 50er Jahren gab es einige Reparaturarbeiten. Hier und da ist gepfuscht worden. Es kam zu schweren Folgeschäden innen und außen.

Im Jahre 2014 schmiedete der Förderverein Bonte-Friedheim-Lochow erste Pläne zur Rettung der besonderen Kirche.

Mit der Kirchengemeinde wurde vereinbart, dass der Verein im Gegenzug die Kirche nutzen darf.

Dann gehört die Aufmerksamkeit von Lydia Junghans und Gerd Pohl dem Bad Belziger Architekten Mike Enzmann, der sich auf der Baustelle über den Stand der Sanierungsarbeiten informiert. Aktuell werden Elektro-, Tischler- ,Putz- und Maurerarbeiten erledigt. In den kommenden Wochen soll das Gestühl ausgebaut werden. Die alten Bänke sollen Sitzheizungen erhalten. Wenn das Kirchenschiff erst einmal leer geräumt ist, wird es nicht mehr lange dauern und der Bad Belziger Restaurator Udo Drott kann mit der kompletten Überarbeitung der Deckenmalereien beginnen. Sankt Briccius ist damit auf einem guten Weg, als restauriertes Juwel im Reigen der Flämingkirchen zu erstrahlen – fit für kommende Jahrhunderte.

Von Christiane Sommer

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