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Potsdam-Mittelmark Seltene Wanderfalken per Zufall entdeckt
Lokales Potsdam-Mittelmark Seltene Wanderfalken per Zufall entdeckt
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16:07 01.08.2016
Ein Wanderfalke hat einen Vogel erbeutet. Im Sturzflug kann der Vogeljäger bis zu 300 Stundenkilometer schnell werden. Da haben kleinere Vögel häufig keine Chance. Quelle: dpa
Wusterwitz

Es ist eine kleine Sensation: In der Warchauer Heide bei Wusterwitz hat sich ein Wanderfalken-Paar niedergelassen und bereits mindestens ein Jungtier aufgezogen. Es ist das zweite Brutpaar in der Region rund um Brandenburg und das fünfte im ganzen Landkreis Potsdam-Mittelmark. Das sind die Angaben der Unteren Naturschutzbehörde in Bad Belzig und des Naturschutzbundes Nabu. In der DDR war der Wanderfalke ausgestorben.

Jörg Dechow geht in der idyllischen Warchauer Heide bei Wusterwitz den Rufen der Wanderfalken nach. Tatsächlich entdeckt der Lehniner Oberförster wenige Minuten später ein Elterntier mit einem Jungvogel, die über den Baumwipfeln kreisen. Quelle: Marion von Imhoff

Entdeckt hat die Wanderfalken Jörg Dechow, der Leiter der Oberförsterei Lehnin – und das war reiner Zufall. Bei einer Exkursion zum Jungwald hörte der erfahrende Forstmann Vogelrufe, die ihn sofort innehalten ließen. Jörg Dechow wandte den Blick nicht mehr vom Himmel und tatsächlich waren bald zwei Greifvögel zu sehen, die über den Baumkronen kreisten. Dechow, seit 1989 Leiter der Oberförsterei, machte schließlich sogar den Baum aus, auf dem die Wanderfalken auf Beute warten. Legendär ist der Wanderfalke auch, weil kein Vogel im Sturzflug so schnell ist wie er. Bis zu 300 Stundenkilometer schnell soll der Wanderfalke werden, wenn er sich auf seine Beute, meist kleine bis mittelgroße Vögel, stürzt. Die meisten Beutevögel haben keine Chance zu entkommen. Häufig lässt sich der Wanderfalke daher in vogelreichen Gebieten nieder.

Der Nabu-Experte jubelt

„Diese Entdeckung ist schon von großer Bedeutung“, sagt Bodo Rudolph vom Nabu Regionalverband Brandenburg/Havel, als er am Montag von dem neuen Wanderfalkenpaar erfuhr. Ihm selbst sei bisher nur ein Brutpaar in der Nähe von Golzow bekannt. „Das ist ein toller Fund“, so Rudolph.

Christian Kurjo, in der Unteren Naturschutzbehörde in Bad Belzig zuständig für Arten- und Biotop-Schutz, erläutert die gesetzlichen Bestimmungen, die von nun an rund um den Horst der Wanderfalken herrschen: Nach den Landesausführungen des Bundesnaturschutzgesetzes darf dort nun in einem 300 Meter Radius von Februar bis August kein Baum mehr gefällt und kein Traktor fahren. Gejagt werden darf ebenfalls nicht in diesem Areal. In einem Umkreis von 100 Metern im Umkreis zum Nest darf zudem das Umfeld nicht mehr verändert werden. Es gilt das Verbot, den Charakter des Gebietes zu verändern. All diese Regeln gelten dem Horstschutz.

Pflanzengifte sorgten für das Aussterben der Wanderfalken

Zu DDR-Zeiten gab es kein einziges Brutpaar dieser hochspezialisierten Vogeljäger. Die später verbotenen Pflanzengifte DDT und Lindan war der Grund. Die Schalen der Eier wurden so brüchig, dass sie während der Brut zerbrachen.

In Süddeutschland wurden die Horste der Wanderfalken sogar von Naturwächtern beobachtet, um die Art zu schützen. Seit einigen Jahren erholt sich der Bestand, auch dank Ansiedlungsprogramme. Bei den Wanderfalken ist das Männchen kleiner als das Weibchen, das eine Spannweite von mehr als einem Meter haben kann.

Von Marion von Imhoff

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