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Seltener Licht in Wiesenburger Heimatstube

Kein Personal Seltener Licht in Wiesenburger Heimatstube

Die Heimatstube im Wiesenburger Schlossturm hat vorerst nur an den Wochenende geöffnet. Denn mangels passender Arbeitsförderung gibt es derzeit kein Personal für die Anlaufstelle von mehr als 6.000 Touristen pro Jahr. Doch an diesem Sonnabend ist extra lang geöffnet. Mit gutem Grund.

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Grit Pfeiffer lädt zum Besuch der Heimatstube im Wiesenburger Schlossturm ein.

Quelle: Dirk Froehlich

Wiesenburg. Einmal mehr soll das ortsbildprägende Gebäude des 1350-Einwohner-Dorfes illuminiert werden. Alle Jahre wieder rückt die Heimatstube im Wiesenburger Schlossturm auf diese Art und Weise ins Rampenlicht, wenn die Aktion „Feuer und Flamme für unsere Museen“ ausgeschrieben ist.

44 Einrichtungen zwischen Havel und Fläming nehmen daran teil. Sie laden nicht nur zu kostenlosen Besuchen ein, sondern haben meistenteils noch ein kulturelles Rahmenprogramm sowie Speis und Trank vorbereitet, ist in einer Presseinformation des Kulturamtes zu lesen. Der zentrale Auftakt mit einem Grußwort von Landrat Wolfgang Blasig (SPD) findet Sonnabend mittag im Industriemuseum Teltow statt. Der Landkreis Potsdam-Mittelmark hatte vor elf Jahren zuerst die Initiative ergriffen. Inzwischen ziehen viele Nachbarkommen mit.

Jegliche Förderung wurde gestrichen

Dieses Mal allerdings stellt sich die Perspektive im Zentrum der „Perle des Flämings“ für die Wochen und Monate nach dem Spektakel ziemlich düster dar. Denn ab sofort und mindestens bis Jahresende wird dort bestenfalls an den Wochenenden die Pforte geöffnet und Licht angeschaltet, wo sich nicht nur eine Sammlung historischer Dokumente und Exponate, sondern auch Tourist-Information und Souvenirverkauf befinden. Denn es gibt kein Personal mehr.

Nach Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, Bürgerarbeit und Ein-Euro-Jobbern ist bis auf Weiteres jegliche Arbeitsförderung gestrichen. Frühestens für 2016 ist dem Verein für Arbeit und Leben in Bad Belzig, der sich um die Stellen und deren Besetzung kümmert, eine neue Offerte in Aussicht gestellt worden.

Keine Vertretung gefunden

Aktuell versucht deshalb Grit Pfeiffer so häufig wie möglich vor Ort zu sein. Die Geschäftsfrau – Ehemann Egon führt ein Rundfunkfachgeschäft – hat indes schon einige nebenberufliche Engagements, die es mit unter den Hut zu bringen gilt. Eine Vertretung für den Dienst im Turm aus demselben zu zaubern, ist freilich nicht einfach. „Es geht ja nicht nur um schlichte Anwesenheit und Kassierung für den Aufstieg“, stellt sie klar.

Teilnehmer aus dem Hohen Fläming im Überblick

Hans-Grade-Museum Borkheide (IL-18 „Tango Echo“) ab 13 Uhr – das Flugzeug innen und außen beleuchtet,Film über Hans Grade und Film über Landung; Präsentation restaurierter Hubschrauber Kamow 26 .

Bockwindmühle Cammer ab 13 Uhr Führungen, bei ausreichend Wind wird das Mahlwerk in Gang gesetzt; Imbiss.

Heimatstube und Brennerei Golzow Heimatgeschichte von der Wirtschaft des Adelsgeschlechtes derer von Rochow bis zur Genossenschaft

Naturparkzentrum „Alte Brennerei“ Raben ab 13 Uhr – Naturpark-Erlebnisausstellung mit neuem Wolfsmodul (abends als Taschenlampenführung), Kerzen gießen, Stockbrot und Glühwein am Lagerfeuer.

Burg Rabenstein ab 13 bis 22 Uhr – mittelalterliches Backen und Braten, Führungen über den illuminierten Hof; 18 Uhr: Fackelumzug.

Heimatmuseum Bad Belzig auf Burg Eisenhardt: 10 bis 22 Uhr – Geschichte der Burg, 20 Uhr: Theatralische Führung mit Ritter Thomas Schmöhl im Fackelschein.

Roger-Loewig-Haus, Bad Belzig, Flämingweg 6 ab 13 Uhr – Ausstellung, Führung, Gespräche und Lesung mit Janos Frecot (16 Uhr).

St.-Marien-Kirche Bad Belzig ab 13 Uhr Vorführungen im Orgelmuseum – zu genießen bei Wein und Käsewaffeln.

Heimatmuseum Treuenbrietzen – kürzlich neu zusammen gestellte heimatkundliche Ausstellung ab 13 Uhr; abends Feuerschale vor der Tür

SchlossWiesenburg ab 13 Uhr – Ausstellung, Sagen; abends Lichtschau.

Handwerkerhof Görzke ab 13 Uhr – Geschichte des Töpferortes, Puppenmuseum, technischesMuseum, Kaffee, Kuchen, Gegrilltes.

Burg Ziesar ab 13 Uhr – Bischofsresidenz undMuseum für brandenburgische Kirchen- und Kulturgeschichte (16 Uhr Führung); außerdem: Heimatmuseum mit Vortrag über Tonwarenfabrik Schulze (16 Uhr).

Eine Kombination aus Ehrenamt und Arbeitsförderung sei schon nötig, um das Angebot mit der nötigen Qualität aufrecht zu erhalten, so die Schatzmeisterin des Tourismusvereins, der für die Einrichtung verantwortlich zeichnet. Zuletzt hatten Andrea Kutsche, Volker Werner und Yvonne Hentschel die heimatkundliche Präsenz aufrecht erhalten. Nun bestens ausgestattet mit Erfahrung gereicht ihnen die Befristung der Förderungen zum Nachteil.

Nicht nur die Betreiber der Wiesenburger Heimatstube gießen Wermutstropfen in den Becher der Freude an diesem Wochenende. Selbst auf Burg Ziesar beklagt Direktor Clemens Bergstedt das knappe Budget und die dünne Personaldecke. Die Besucherzahlen der durchaus bedeutenderen Ausstellung im Fienerstädtchen sind ähnlich in der Größenordnung und in der Tendenz.

Viele Ältere sparen sich die Herausforderung

„Vor drei Jahren waren es fast 6.300 Erwachsene und mehr als 800 Kinder, die für den Turmaufstieg bezahlt haben“, sagt Grit Pfeiffer. „2014 lag die Bilanz bei 5177 Erwachsenen und 522 Kindern.“ Der Zuspruch bisher war ähnlich, doch jetzt werden einige Öffnungstage fehlen,heißt es. Die Zahl der Aufstiege ist die einzige greifbare Statistik für den Tourismusverein. Besucher hat der attraktive Ort mit Landschaftspark natürlich mehr. Doch viele Ältere sind nicht mehr gut zu Fuß und sparen sich im Wortsinne die Herausforderung, so dass durchaus über Alternativen schon nachgedacht wird.

Womöglich gibt es etwas Inspiration bei Fackelschein und Glühwein. Jedenfalls hoffen Grit Pfeiffer und ihre Mitstreiter, dass nicht zuletzt die Einheimischen die vorerst nicht mehr alltäglich garantierte Möglichkeit nutzen, sich die Schätze der Region anzusehen.

Von René Gaffron

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