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Seniorenresidenz-Schicksal landet vor Gericht

Rettung gescheitert Seniorenresidenz-Schicksal landet vor Gericht

Die Seniorenresidenz Schloss Schmerwitz soll geschlossen werden. Der zum Jahreswechsel angestrebte Rettungsversuch ist jedenfalls gescheitert. Doch vor Ort sind neue Betreiber angetreten, um auf juristischem Wege den Fortbestand der Einrichtung durchzusetzen. Die letzten verbliebenen Bewohner und ihre Familien sind extrem verunsichert.

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Typisches Bild: Umzugswagen am Seniorenheim Schmerwitz. Behörden raten Bewohnern zum Umzug.

Quelle: René Gaffron

Schmerwitz. Die Ungewissheit bleibt: Das Schicksal der Seniorenresidenz Schloss Schmerwitz wird jedenfalls vor dem Verwaltungsgericht Potsdam entschieden. Denn die für das Frühjahr angestrebte Übernahme der Einrichtung durch die gemeinnützige Dienstleistungsgesellschaft für Menschen im Alter (DMA), ein Tochterunternehmen des Landesausschusses für Innere Mission (Lafim), ist offenkundig gescheitert.

„Damit läuft die im vergangenen Sommer bereits in Rede stehende Untersagung auf eine Einstellung des Betriebes hinaus, die voraussichtlich zu Ende April umgesetzt sein wird“, sagte Petra Schmoger noch zu Wochenbeginn. Wie die Mitarbeiterin des Landesamtes für Soziales und Versorgung in Cottbus nunmehr auf MAZ-Nachfrage bestätigt, ist die Durchsetzung gestoppt worden, bis entscheiden ist, ob das Schließungsverfahren wirklich rechtmäßig verläuft.

Läuft das Schließungsverfahren rechtmäßig?

Daran werden vor Ort nämlich Zweifel gehegt. „Seit dem 10. Februar wird die Einrichtung in neuer Trägerschaft geführt“, heißt es dort vielmehr. Demnach handle es sich um den geschäftsführenden Gesellschafter Ludwig Steinhauser als operativen Chef; unterstützt von der bisherigen Heimleiterin Kerstin Rostek als nun pflegefachliche Geschäftsführerin sowie Jan Wentzel, der nach einigen Monaten wieder auf den Heimleiterposten zurückgekehrt ist. Für das Trio unverständlich „wollte die Aufsicht für unterstützenden Wohnformen gegen den Willen der Bewohner, Angehörigen und Betreuer kurzfristig das Ende des Hauses durchsetzen“, ist in seiner Erklärung zu lesen. Dies sei mit dem Eilantrag zunächst verhindert worden, weil es nach seiner Einschätzung keine Gründe dafür gebe.

Die traurige Chronik

2003 ging die Seniorenresidenz Schloss Schmerwitz in Betrieb. Zuvor hatte die Marseille-AG in dem Wohnblock ein ideales Ausweichquartier gefunden, als ihres in Bad Belzig saniert werden musste.

Mindestens seit 2012 steht die Schmerwitzer Einrichtung unter Beobachtung. Insbesondere die Fachkräfteausstattung kann nie dauerhaft gesichert werden. Im Sommer drohte die Schließung.

Am 1. Dezember war der Geschäftsbesorgungsvertrag mit der Lafim-DMA-gGmbH geschlossen worden. 2016 sollte sie die Handlungsvollmachten erhalten, um die vor gewünschte Einrichtung zu erhalten. Im Februar wurde augenscheinlich die Gegeninitiative gestartet.

Am 11. März sind die Bewohner und ihre Angehörigen von der Aufsicht per Brief informiert worden, dass die Einrichtung geschlossen werden muss.

Am 16. März hat es ein von der Behörde initiiertes Gespräch in Wiesenburg gegeben, bei dem die Formalien erläutert wurden. Die vor Ort tätige Geschäftsführung war nicht dabei, eigenen Aussagen zufolge nicht eingeladen.

Das sieht die zuständige Behörde anders: „An den Defiziten hat sich leider nichts geändert. Es sind bei Weitem zu wenig Fachkräfte beschäftigt, die Unregelmäßigkeiten in der Betriebsführung werden allein durch das persönliche Engagement der noch in der Einrichtung beschäftigten Mitarbeiter aufgefangen“, bekräftigt Petra Schmoger die bestehenden Kritiken. Im Moment sei obendrein unklar, ob die baulichen Sicherheitsvorschriften erfüllt werden. Die Ahndung eventueller Mängel liege in der Zuständigkeit der Bauaufsicht der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark.

Gleichwohl hat die Landesbehörde die Vollstreckung ausgesetzt, bis das Gericht entschieden hat. „Das kann sich ändern, wenn sich die Lage zuspitzt“, sagt Petra Schmoger. In dieser Woche hatten Mitarbeiter des Landesamtes erneut das Domizil in Augenschein genommen, Akten kontrolliert sowie Bewohner und Mitarbeiter befragt. „Senioren, welche die Einrichtung verlassen wollen, werden unterstützt.“

Vollstreckung ist ausgesetzt

Möbelwagen und Umzugshelfer bestimmten folglich dieser Tage die Szenerie. Bad Belzig, Treuenbrietzen,und Dahlen sind zunächst die naheliegenden Standorte, wo Neuzugänge aus Schmerwitz aufgenommen wurden. Aktuell hat wohl noch ein Dutzend seine Bleibe in dem Plattenbau der ehemaligen Kampfgruppenschule. Die einstige Kapazität von 40 Plätzen kann schon lange nicht mehr ausgeschöpft werden. Bei Abschluss des Geschäftsbesorgungsvertrages mit der Lafim-Gruppe im Herbst waren noch 25 Personen auf den zwei Etagen untergebracht.

Nach der Schilderung von Thomas Glaubitz haben die jetzigen Mieter der Eigentümerfamilie Morgenstern ausschließlich auf Zeit gespielt. „Es gab keinerlei Zusammenarbeit. Jegliche Zahlen und Berichte, die wir gebraucht hätten, wurden nicht vorgelegt. Mängel, die hätten abgestellt werden müssen, blieben unbearbeitet“, lautet der Vorwurf des Vorstandsvorsitzenden der Lafim-Gruppe. „So etwas habe ich noch nicht erlebt. Wir mussten die Reißleine ziehen“, sagt er.

Von René Gaffron

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