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Seniorenresidenz: Wer kann, zieht aus!

Pflegeheim vor dem Aus Seniorenresidenz: Wer kann, zieht aus!

Die Zeit läuft anscheinend gegen die Seniorenresidenz Schloss Schmerwitz. Nachdem dort wiederholt Mängel in der Betriebsführung zu beklagen waren, hatte das Landesamt für Soziales und Versorgung die Übergabe an einen neuen Träger bis Ende Oktober gefordert. Da sich keine Perspektive abzeichnet, sind nun Alternativen gefragt.

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Nur noch befristet: Schild vor der Seniorenresidenz Schloss Schmerwitz.

Quelle: Dirk Fröhlich

Schmerwitz. Eine Woche vor dem Ablauf des Ultimatums sieht es nicht so aus, dass die Seniorenresidenz Schloss Schmerwitz langfristig fortbestehen wird. Das Landesamt für Soziales und Versorgung hatte, nachdem es im Sommer zum wiederholten Mal erhebliche Mängel bei der Betriebsführung zu beklagen hatte, den aktuellen Betreiber endgültig in die Schranken gewiesen und aufgefordert, bis spätestens Ende Oktober einen Nachfolger zu finden.

Dass dies noch gelingt, wird im Umfeld bezweifelt. Tägliche schriftliche und telefonische Anfragen dieser Zeitung ließ Wolfram Jung in dieser Woche jedenfalls unbeantwortet. Gegenüber der ministeriellen Aufsichtsbehörde in Cottbus ist der Geschäftsführer immerhin wöchentlich zur Auskunft über seine Bemühungen verpflichtet.

Betroffene wollen nicht warten

„Bisher erfolgte die Information ohne die Nennung eines konkreten Anbieters, der die Einrichtung übernehmen würde“, berichtet Carola Koch. „Der bisherige Träger teilte bislang mit, dass Verhandlungen geführt werden und kurz vor dem Abschluss stehen“, ergänzt sie. Und: „Es ist nicht erkennbar, dass eine Betriebseinstellung angestrebt wird“, so die Verwaltungsmitarbeiterin.

Herrenhaus verfällt

Die Seniorenresidenz Schloss Schmerwitz besteht seit zehn Jahren. Damit ist eines von zahlreichen Gebäuden der ehemaligen Kampfgruppenschule genutzt.

Zuvor war der Plattenbau von der Marseille-Kliniken-AG genutzt worden. Während der Sanierung des Seniorenwohnparkes Klinkengrund war es deren Ausweichquartier.

Das eigentliche Herrenhaus mittendrin und weitere Einrichtungen sind dem Verfall preis gegeben.

Darauf wollten offenbar nicht mehr alle Betroffenen warten. Dem Vernehmen nach haben bereits einige Familien ihre Angehörigen abgeholt und in Pflegeheimen der Umgebung untergebracht. So wird nach MAZ-Informationen die Kapazität von 40 Plätzen, die teilweise aber schon gesperrt waren, jetzt nur noch zur Hälfte ausgeschöpft. Ende Juli waren wurden noch 29 Bewohner betreut. Gegebenenfalls müssten bei einer kompletten Abwicklung des Standortes Schmerwitz das Sozialamt der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark und der Pflegestützpunkt Werder/Havel hilfreich zur Seite stehen.

Unterbringung von Flüchtlingen?

Dass es doch noch weiter geht, hoffen nicht zuletzt die Beschäftigten. Ihr außerordentliches Engagement ist stets betont worden. Vor allem weil sie sich um das Wohl der Senioren mühten, während praktisch nie dauerhaft hinreichend Fachkräfte vor Ort waren. „Dennoch hat sich der Eigentümer den Erhalt und die Weiterentwicklung der Einrichtung zum Ziel gestellt“, hieß es in einem Schreiben, das Ende Juli verbreitet worden war. Vermieter des Gebäudes ist die Domus-Verwaltungs-GmbH. Schon wird spekuliert, ob die Karlsruher Immobiliengesellschaft von Familie Morgenstern es gar darauf anlegt, das womöglich frei werdende Quartier umgehend für die Unterbringung von Flüchtlingen anzubieten.

Offizielle Offerten beim Landratsamt Bad Belzig gibt es laut Recherche von Marco Beckendorf (Die Linke) nicht. Dem Bürgermeister der Gemeinde Wiesenburg/Mark sei jedoch vom Besitzer am Telefon vermittelt worden, dass derzeit ausschließlich an der Lösung für das Pflegeheim – Betriebsübernahme mit den Verträgen für Personal und Pflegekassen – gearbeitet werde. In Rede stünden zwei bis drei Interessenten. Der lokale Verwaltungschef räumt aber ein, dass es wohl nicht mehr termingerecht zu einem Ergebnis kommen wird.

Von René Gaffron

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