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Seniorenzentrum: Schicksal ist offen

Schmerwitz: Mängel bei Seniorenbetreuung Seniorenzentrum: Schicksal ist offen

Der bisherige Träger hat es trotz Begleitung der Aufsichtsbehörde nicht geschafft, die Pflege der derzeit 29 Bewohner dauerhaft zu sichern. Nun soll für das Seniorenzentrum Schloss Schmerwitz ein neuer Betreiber gesucht werden. Die Bewohner würden gern vor Ort bleiben. Interessenten, die ihnen den Wunsch erfüllen, soll es schon geben.

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Bürgermeister Marko Beckendorf (Mitte) war kürzlich noch im Seniorenheim Schmerwitz zu Besuch, sprach mit Bewohnerbeiratschef Herbert Franke (rechts) und dem damaligen Einrichtungschef Jan Wenzel.

Quelle: Dirk Froehlich

Schmerwitz. Ab sofort wird für das Seniorenhaus Schloss Schmerwitz ein neuer Betreiber gesucht. Findet sich allerdings niemand, der die Einrichtung übernehmen will, droht im Oktober ihre Schließung. Das hat das Landesamt für Soziales und Versorgung bestätigt. In dieser Woche wurden zunächst die 29 Bewohner, Angehörige und Beschäftigte über die seiner Ansicht nach nicht mehr tragbare Situation informiert hat.

Mit der bislang im Land Brandenburg einmaligen Forderung zieht die Behörde offenbar die Konsequenz daraus, dass es der aktuellen Träger versäumt hat, immer wieder auftretende schwere Mängel in der Betriebsführung zu beseitigen. Seit mindestens drei Jahren steht er unter besonderer Beobachtung. „Doch ist es nicht gelungen, dauerhaft genügend Fachkräfte zu binden, wie sie für die Versorgung der Pflegebedürftigen dennoch erforderlich ist“, erklärt Petra Schmoger von der in Cottbus ansässigen Aufsicht.

Immer wieder Hinweise und Gespräche

Dabei habe es in den vergangenen Jahren immer wieder Hinweise und Gespräche gegeben. Darauf folgende Neueinstellungen und Veränderungen auf den Leitungsposten waren in der Regel nicht von Dauer. „Der Fachkräftemangel, noch dazu in der Pflege, ist das Problem“, sagt Matthias Müller. Der aktuell kommissarische Leiter des Heimes habe dennoch neues Personal akquiriert, wie einem Brief der Geschäftsführung an die Mitarbeiter zu entnehmen ist. „Der Eigentümer hat sich den Erhalt und die Weiterentwicklung der Einrichtung zum Ziel gesetzt. Der vorgesehene Betriebsübergang ist mit ihm abgestimmt“, heißt es in dem Schreiben, das offenbar zur Beruhigung beitragen soll, weiter.

Vermieter des Gebäudes ist die Domus-Verwaltungs-GmbH, der das Areal der ehemaligen Kampfgruppenschule gehört. Die Karlsruher Immobiliengesellschaft hatte die Idee zur Senioren-Betreuung vor etwa zehn Jahren. Seinerzeit hatte sich der Plattenbau bereits als Ausweichquartier für den von der Marsielle-AG sanierten Seniorenwohnpark Klinkengrund in Bad Belzig bewährt. 40 Plätze beträgt die eigentliche Kapazität.

Pflegekräfte mit „außerordentlichem“ Engagement

Am Ort bleiben zu können, ist der Wunsch der Bewohner, wie Marko Beckendorf (Die Linke) vernommen hat. Der Bürgermeister sieht die Gemeinde Wiesenburg/Mark jedoch bestenfalls in der Vermittlerrolle. Gemeinsam mit Gertrud Meißner vom Landratsamt Bad Belzig sowie Vertretern der Pflegekassenverbände war er immerhin in Schmerwitz zu der Gesprächsrunde. „Die Geschäftsführung, mit der der Termin vereinbart worden war, bleib der Veranstaltung unerwartet fern“, wundert sich hingegen Petra Schmoger.

„Dem außerordentlichen Engagement der in der Einrichtung verbliebenen Pflegekräfte ist es zu verdanken, dass die Bewohner trotz der gegebenen Unsicherheiten gut aufgehoben sind“, ist sei dennoch überzeugt. Die Aufsicht unterstütze deshalb gemeinsam mit der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark und der Kommune die Bestrebungen, den Weiterbetrieb zu gewährleisten.

Nach Angaben von Wolfram Jung der aktuellen Betreiber werden bereits Verhandlungen in diese Richtung geführt. Die Namen der potenziellen Nachfolger könnten aber nicht genannt werden, da es vertrauliche Gespräche seien, so der Geschäftsführer der Seniorenzentrum Schloss Schmerwitz-GmbH.

Von René Gaffron

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