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Potsdam-Mittelmark Serienstar Thomas Rühmann singt in Kleinmachnow
Lokales Potsdam-Mittelmark Serienstar Thomas Rühmann singt in Kleinmachnow
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02:19 25.10.2015
Thomas Rühmann (60) spielt Gitarre und singt leise Balladen und rockige Lieder mit Texten von Hans-Eckardt Wenzel. Quelle: Günter Linke
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Kleinmachnow

Wenn sich die Fan-Gemeinde am Dienstagabend vor dem Fernseher versammelt, um mit Patienten und Personal der Sachsenklinik in der Serie „In aller Freundschaft“ mitzufiebern und -zu leiden, dann hat Thomas Rühmann als charismatischer Dr. Roland Heilmann eine große Aktie daran. Von Beginn an verkörpert er dort den Typen im weißen Kittel, der knorrig und streng, aber auch sanft und sentimental sein kann. 2002 bekam er den Medienpreis „Goldener Wuschel“ als beliebtester Serienschauspieler. 2008 gab’s die „Goldene Henne“ für die Serie und 2014 den Publikumsbambi.

Thomas Rühmann als Dr. Roland Heilmann in der ARD-Serie „In aller Freundschaft“. Quelle: MDR/HA Kommunikation

Seit 16 Jahren steht der heute 60-Jährige nun schon seinen Mann als Serienarzt. Die Rolle, so sagt Thomas Rühmann im MAZ-Gespräch, sei „einfach ein Geschenk, ein großes Glück“. Zum Hobby-Doc ist er dennoch nicht geworden. „Das wär’ echt Quatsch. Ich habe dadurch mehr über den Charakter des Berufes erfahren, aber mehr auch nicht“. Weder Journalist – er hat dafür das Diplom in der Tasche– noch Arzt wären für den Mann aus der Altmark heute eine Alternative zum Schauspiel. „So stringente Berufe“ seien nichts für ihn. Dafür beschäftigt er sich seit Jahren „sehr intensiv mit der Musik“. Was Wörter und Spiel im Theater wohl nicht vermögen, könne eher ein Lied. „Das kann entwaffnend sein, macht die Seele offen“, findet Rühmann.

Journalist, Schauspieler, Sänger

Thomas Rühmann (60) stammt aus Osterburg in der Altmark und ist in Magdeburg aufgewachsen. An der damaligen Karl-Marx-Universität Leipzig studierte er Journalistik.

Seinen Weg auf die Bühne fand er eher spontan, als er von einem Freund zu einem Amateurtheater mitgenommen wurde und für einen erkrankten Schauspieler einsprang. Rühmann absolviert ein Studium an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin und spielte ab 1982 als Ensemblemitglied 12 Jahre lang am Maxim-Gorki-Theater.

Sein TV-Debüt gibt er 1983 in dem Mehrteiler „Martin Luther“. Seit 1998 spielt er den charismatischen Arzt Roland Heilmann in der ARD-Serie „In aller Freundschaft“.

Seit 1998 betreibt Rühmann gemeinsam mit Tobias Morgenstern das „Theater am Rand“ im Oderbruch. Seit fünf Jahren macht er selbst Musik mit Band.

Rühmann ist in zweiter Ehe verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder, einen „Nachzügler“ und zwei Enkel (der dritte ist unterwegs). Er lebt mit seiner Familie in einem kleinen Ort bei Leipzig.

Besonders haben es ihm die ungewöhnlichen Songs des Liederdichters Hans-Eckardt Wenzel angetan. Rühmann und Band legen die bittersüßen Texte auf die Musik von Bon Iver, Neil Young, Lambchop, The National und Tunng. Der Schauspieler selbst hatte die Idee dazu. Erst kam der Neil Young-Gundermann-Abend „Jung & Young“, dann folgt das Wenzel-Projekt „Falsche Lieder“. Und das Duo Rühmann und Rainer Rohloff erweitert sich zum Rock-Quintett. Wenzel gilt als einer der eigenwilligsten deutschen Liederdichter der Gegenwart. Seine preisgekrönten Songs sind poetisch und hoch politisch. Sie verblüffen, begeistern und können zerstören. „Aber ich wollte keinen Abend mit den Songs, wie er es macht“, sagt Rühmann. Die zum Teil langen Wenzel-Balladen verlangen Zuhörern wie Musikern Konzentration ab, nach vier Strophen erklingt aber ein Chorus, man könne „zurückdenken und am Schluss kommt eine Pointe“. Der Sänger meint, die Erkenntnis bleibe und „mit der Wucht der Musik erreicht sie die Herzen“. Die Wenzel-Songs seien zudem sehr bildreich. Lassen einen „hinter die Dinge gucken“. Es gibt „tolle Liebeslieder, aber auch ein „richtig hartes Kriegslied“, mit dem sich Rühmann erst sehr schwer getan habe, doch die Vielschichtigkeit der Wenzel-Texte gefalle ihm.

Und „die Rockmusik gibt den Texten eine andere Weite. Sie schickt das so in die Sterne“, schwärmt der Musiker, der neben der Großstadt immer mal wieder Ruhe und Weite braucht. Dann ist ihm das Oderbruch, wo sein „Theater am Rand“ grandios funktioniert, sehr nah. Will er im Alter dort hinziehen? „Nein“, kommt es prompt. Er sei nicht für das „komplette ländliche Leben“, sondern brauche die Nähe zur Stadt, zu Leipzig. „Ich lebe gern in Sachsen“, gesteht der Anhaltiner.

Mit den „Falschen Liedern“ touren Rühmann und Band bislang vorwiegend durch den Osten der Republik. Ab 2016 wollen sie stärker in den Westen ziehen. In Kleinmachnow, wo Rühmann am 6. November gastiert, trifft er auf besondere Weise „alte Ossis und neue Wessis“. Eigentlich seien Auftritte in Brandenburg „immer wie ein Heimspiel“, findet er. Wahrscheinlich, „weil uns so viele vom ’Theater am Rand’ kennen“. Mal sehen, wie es in Kleinmachnow wird: „Ich bin sehr gespannt und freu’ mich“, so Rühmann.

Thomas Rühmann (voc/guit), Rainer Rohloff (guit), Peter Schenderlein (piano/keyboard), Lexa Thomas (bass), Gören Eggert (drums) Quelle: Günter Linke

Info: Konzert am 6. November, 20 Uhr, Kammerspiele Kleinmachnow. Die MAZ verlost am Freitag unter 0137/9796434 dreimal 2 Freikarten, die an der Abendkasse bereitliegen. Die Leitungen sind bis Mitternacht geschaltet. Dieser Anruf kostet 50 Cent aus dem Festnetz der Deutschen Telekom. Abweichende Preise für Mobilfunkteilnehmer.

Von Claudia Krause

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