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Potsdam-Mittelmark Sibirisches Wildnis-Camp versinkt im Schnee
Lokales Potsdam-Mittelmark Sibirisches Wildnis-Camp versinkt im Schnee
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12:43 26.02.2018
Postkartenblick aus dem ersten Ferienhaus im sibirischen Sajangebirge: Der Schnee liegt fast einen Meter hoch. Quelle: Privat
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Buchholz

Wofür andere weit reisen, das hat Ulf Siebach sozusagen vor seiner Haustür. Im sibirischen Sajangebirge nahe der mongolischen Grenze ist die Schneedecke derzeit durchschnittlich einen Meter hoch. Dorthin hat der Buchholzer seit knapp einem Dreivierteljahr seinen Lebensmittelpunkt verlegt. Unweit des Dorfes Cheremchanka baut er ein „Feriencamp in der Wildnis“ für Auswanderer und Touristen auf, die einfach Natur pur erleben wollen. Temperaturen von minus 50 Grad Celsius zwangen ihn jetzt zu einer Pause. Eine gute Gelegenheit, mal kurz in der alten Heimat vorbeizuschauen und der erwachsenen Tochter in Buchholz zum Geburtstag zu gratulieren. Die Minusgrade im Märkischen empfindet Siebach wie einen lauen Frühsommer. Nach den unendlichen Weiten der weißen Taiga mussten sich auch die Augen erst einmal wieder an die grünen Wiesen und Wälder in der Beelitzer Region gewöhnen.

Erst im April kann weitergearbeitet werden

Seine Arbeit am Wildnis-Camp wird er wohl erst im April fortsetzen können, meint Siebach. Dann sinken die eisigen Temperaturen auf fast null Grad. Das Material für zwei weitere Blockhütten ist bereits bestellt. Im ersten Ferienhaus haben schon Gäste den Jahreswechsel gefeiert. Etwa im Mai sollen die nächsten Unterkünfte bezugsfertig sein. Je nach Nachfrage plant Ulf Siebach bis zu zehn Doppel-Blockhütten auf seinem Grundstück.

Die extreme Kältewelle von Dezember bis in den Februar hinein brachte das Leben in dem kleinen Dorf Cheremchanka eine Woche lang fast zum Erliegen. Die Schulen in der Umgebung wurden geschlossen, die Kitas ebenfalls und der öffentliche Nahverkehr eingestellt. „Die Busse werden mit Gas betrieben. Die bekommt man bei Temperaturen von minus 50 Grad nicht mehr zum Laufen“, sagt Siebach. Mit der Kreissäge wollte er Bretter für ein Gestell in seinem Wohnhaus zuschneiden. Als er das Gerät ans Netz anschließen wollte, zerbrach das Kabel wie ein Strohhalm in seinen Händen.

Fast jeden zweiten Tag heizte Siebach die Sauna auf seinem Grundstück an. „Das hält bei diesen Temperaturen Leib und Seele zusammen. Da lebt man völlig neu auf, wenn man sich mal aufwärmen kann“, schwört er. Dazu musste er allerdings jedes Mal etwa 100 Liter Wasser aus dem eiskalten Fluss in der Nähe holen.

Jede Hilfe ist jederzeit willkommen

Wenn es die Temperaturen wieder zulassen, will er die Wasser- sowie die Stromversorgung für seine Ferienanlage weiter ausbauen. Dazu sollen zwei Turbinen auf dem Gelände aufgestellt werden. Außerdem will er im Herbst mit der geplanten Landwirtschaft beginnen. Zwei Gewächshäuser sollen entstehen, in denen Siebach Gemüse aus Gemüse aus hundertprozentigem biologischen Anbau züchten will. Mit einem Rentierzüchter ist er ebenfalls im Gespräch, um einige Tiere für eine eigene Zucht zu erwerben. Wenn das Projekt richtig läuft, will der Buchholzer seinen Gästen unter anderem Kanufahrten, Natur- und Bergwanderungen, Angeln oder auch Wildwasserrafting anbieten. Im Winter wären Ausflüge auf Schneeschuhen, Skilaufen oder auch Fahrten mit dem Schneemobil möglich.

Jegliche Hilfe beim Aufbau seines Wildnis-Camps kann Siebach jederzeit gut gebrauchen. Im Sozialnetzwerk Facebook hat er schon einen Aufruf gestartet und hofft auf bereitwillige Mitstreiter. Auf der Internetseite des Urlaubsveranstalters für Auswanderer „Travel friends“ wirbt er ebenfalls für eine Mitarbeit an seinem Ferienpark.

Wildnis-Camp ist etwa vier Hektar groß

Das Wildnis-Camp in Sibirien ist etwa vier Hektar groß.

Für den Aufenthalt in der Blockhütte berechnet Ulf Siebach seinen Gästen 50 Euro pro Person und Nacht. Pärchen bezahlen pro Nacht 75 Euro. Die Reisekosten in Höhe von 500 Euro sowie das Visum für 90 Euro müssen die Interessenten selbst übernehmen.

Mehr Infos über das entstehende Wildnis-Camp und den Aufenthalt in Sibirien erfahren Interessenten unter www.sibirienwolf.de

Von Heinz Helwig

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