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Sicherheit beim Blütenfest geht ins Geld

Werder Sicherheit beim Blütenfest geht ins Geld

Zusätzliche Maßnahmen für die strengeren Vorkehrungen wie massive Straßensperren für das Baumblütenfest haben die Stadt Werder einiges an Geld gekostet. Noch sind nicht alle Rechnungen zusammengezählt, aber die Beschaffung kostete allein mehrere Zehntausend Euro. Dennoch habe sich die Investition der Stadt zufolge gelohnt, denn das Konzept ging auf.

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Allein die Beschaffung der massiven Straßensperren ging in die Tausende Euro.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Werder. Die Blütenstadt ist in diesem Jahr voll im Festfieber. Während die Vorbereitungen für die 700-Jahr-Feier in den letzten Zügen liegen, ist die Auswertung des Baumblütenfestes noch nicht ganz abgeschlossen. Insgesamt zeigt sich die Stadt Werder zufrieden mit dem Verlauf und den Besucherzahlen der jährlichen Riesensause. Darüber, wie viel Geld die Stadt letztlich für das Blütenfest ausgegeben hat, werden laut dem 1. Beigeordneten, Christian Große, derzeit noch letzte Erhebungen gemacht.

Das groß angelegte Sicherheitskonzept mit zahlreichen und massiveren Sperren sowie strengeren Kontrollen als in den Vorjahren hat sich bewährt, war aber auch teuer. Etwa 35.000 Euro sind allein in die Beschaffung der zusätzlichen Sicherheitsausstattung geflossen, berichtet Christian Große. „Das Sicherheitskonzept hat funktioniert und vor allem wurde es von den Anwohnern und Besuchern angenommen“, so der Vize-Bürgermeister weiter. Die Landespolizei habe der Stadt gesagt, dass für die künftigen Baumblütenfeste an diesem Aufwand festgehalten werden sollte. Denn auch laut Polizeiführer der Direktion West, Karsten Schiewe, ging das Konzept auf: „Aus polizeilicher Sicht verlief das Fest weitestgehend ruhig und friedlich.“ Neben den volksfesttypischen Delikten wie Drogenmissbrauch oder Körperverletzungen habe es keine besonders herausragenden Einsätze der Polizei gegeben. „Auch unsere offene Präsenz führte zu vielen positiven Rückmeldungen der Festbesucher“, sagte Karsten Schiewe. Während des gesamten Festeinsatzes wurde ein Polizeibeamter leicht verletzt.

Polizeistreife auf dem Baumblütenfest in Werder

Polizeistreife auf dem Baumblütenfest in Werder.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Stadt erhebt keine Statistik über die Besucherzahlen

Bis zum Nachmittag des Abschlusstages zählte die Polizei 270 Straftaten, die meisten wegen Drogenmissbrauch, Körperverletzung oder Beleidigung. 27 Personen sind in Gewahrsam genommen worden. Zudem gab es 248 Platzverweise. Kurioses erlebte eine Rentnerin aus Berlin, deren Klapprollstuhl gestohlen wurde. Sie hatte ihn in einem Geschäft in der Straße „Unter den Linden“ abgestellt. Für einen Schreckmoment hatte zu Beginn der Festwoche ein Potsdamer gesorgt, der während der Aufbauphase, also noch bevor die meisten Stände ihre Fenster öffneten und das Festgelände gesperrt wurde, in die Straße „Unter den Linden“ fuhr, dort stehen blieb und stark beschleunigte, als er der Feuerwehr Platz machen sollte. Dann bremste er mit quietschenden Reifen ab – verletzt wurde niemand.

Mehr Straftaten als im vorigen Jahr

Beim Baumblütenfest im vergangenen Jahr registrierte die Polizei 188 Straftaten, davon etwa 40 Körperverletzungen.

Damit gab es in diesem Jahr deutlich mehr Straftaten. Diese müssten laut Polizei aber trotzdem ins Verhältnis zu den Besucherzahlen gesetzt werden.

Jährlich lockt das als größtes Volksfest Ostdeutschlands geltende Baumblütenfest mehrere hunderttausend Besucher nach Werder.

Baumblütenkönigin ist bis zum nächsten Fest Christin Schiffner aus Glindow, die traditionell beim Baumblütenball gekrönt wurde.

Der große Festumzug zu Beginn zählte in diesem Jahr 70 Gruppen und 49 Wagen – mehr als je zuvor in der Geschichte des Baumblütenfestes.

Gemessen an den Bahnankünften ist man in der Stadtverwaltung zufrieden mit der Besucherzahl. Eigene Erhebungen gibt es dazu nicht. Rund 75 000 Besucher kamen laut Bundespolizei mit der Bahn nach Werder. Im Vorjahr waren es insgesamt rund 76 000. Wie viele aber mit Bus, Schiff, Auto, Taxi oder zu Fuß gekommen sind, bleibt unklar. „Die Händler an der Festmeile, mit denen ich gesprochen habe, waren trotz einiger schwacher Wochentage mit dem Verlauf zufrieden und auch die Plantagen unserer Obstbauern waren zumindest an den Wochenenden gut besucht“, hatte Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) nach Abschluss des Festes gesagt.

Vertrag mit dem Veranstalter endet

Nun heißt es: Nach dem Fest ist vor dem Fest. Denn der Vertrag mit dem bisherigen Veranstalter Wohlthat Entertainment endet. Die Veranstaltungsleistung soll noch in diesem Jahr für das kommende Fest, das wieder Ende April/Anfang Mai stattfindet, ausgeschrieben werden. „Es gibt erste Vorbereitungen, um die Gremien über eine mögliche Zeitschiene zu informieren“, sagt Christian Große. Bis dahin gelte es noch vergaberechtliche Fragen zu klären. Seit vielen Jahren ist Wohlthat Entertainment in Sachen Veranstaltung des Baumblütenfestes Partner der Stadt Werder und betreibt seit vorigem Jahr auch das Ausflugslokal auf der Bismarckhöhe in Werder.

Von Luise Fröhlich

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