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Sicherheitspartner für Schulkinder

Stahnsdorf Sicherheitspartner für Schulkinder

In Stahnsdorf haben Eltern ein Projekt angestoßen, dass der Sicherheit im Straßenverkehr dienen soll. Die Sicherheitspartner sollen künftig Schulkinder sicher in ihre Einrichtungen bringen. Allerdings schwächelt die Sicherheitspartnerschaft in der Gemeinde gerade sehr. Nur zwei Ehrenamtler sind aktiv.

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In Teltow gibt es das Projekt „Schulexpress“ an der Anne-Frank-Grundschule. Kindergruppen werden von Eltern zur Schule begleitet.

Quelle: Stich

Stahnsdorf. „Vor der Zille-Grundschule droht jeden Morgen der Verkehrskollaps, auch weil die Beschilderung an der Bushaltestelle, die gar nicht mehr genutzt wird, immer noch nicht entfernt wurde. Keiner traut sich, in die ungenutzte Wendeschleife zu fahren, vor allem, wenn außer dem Ordnungsamt auch noch die Polizei da ist – obwohl bei der Begehung durch die Verkehrsbehörde bereits bestätigt wurde, dass die Schilder entfernt werden könnten. „Das muss aber vermutlich erst beantragt werden“, klagt Schulsprecherin Berit von Hören. Nun möchten die Eltern aktiv werden und dafür sorgen, dass ihre Sprösslinge künftig lieber zu Fuß in die Schule gehen – aber begleitet. Das, was sie vorhaben, wird auch „Laufbus“ genannt: Jeweils zwei bis drei Eltern begleiten eine Gruppe von Kindern auf dem Schulweg. Ein Konzept, das im Herbst 2016 bereits von Gemeindevertreter Christian Kümpel (FDP) an den Stahnsdorfer Schulen vorgestellt wurde, und das, so von Hören, in Teltow schon gut laufen soll. „Es gibt da richtige Haltestellen, wo sich Kinder treffen, um zusammen zur Schule zu laufen.“

In Stahnsdorf soll diese Initiative über die sogenannte Sicherheitspartnerschaft laufen. Sicherheitspartner sind Bürger, die das Ordnungsamt bei seinen Aufgaben unterstützen. Ausgestattet mit eigenen Funktionsjacken sollen sie schon durch ihre Präsenz für mehr Sicherheit sorgen, aber auch präventive Rundgänge in der Nachbarschaft unternehmen, um Einbrüche zu verhindern, Informationen zur Kriminalitätsprävention an andere Bürger weitergeben, die Gemeinde bei der Sicherung von Festen und anderen Veranstaltungen unterstützen, Gefahrenpunkte im Straßenverkehr oder andere Störungen wie etwa Beschädigungen, vergessene Fahrräder oder defekte Beleuchtungen beim Ordnungsamt melden – und eben Kinder auf dem Weg zur Schule begleiten.

„Wenn es möglich ist, dass man die Sicherheitspartnerschaft auf die Schulwegsicherung eingrenzt und die Eltern haftpflichtversichert sind, würde ich es ihnen noch einmal antragen“, sagt von Hören. Tatsächlich sind Sicherheitspartner während ihrer Tätigkeit unfall- und haftpflichtversichert – „natürlich nur, solange man nicht übergriffig wird“, ergänzt Kümpel, und selbstverständlich sei es möglich, sich die Aufgabe auszusuchen, bestätigt er: „Man ist ja in keinem Dienstverhältnis.“ Man könne jederzeit einen vorgeschlagenen Einsatz ablehnen, alles sei freiwillig.

Teltow und Stahnsdorf gründen Präventionsrat

Sicherheitspartner werden mit einer Funktionsweste mit der Aufschrift „Sicherheitspartner“ und einem speziellen Lichtbildausweis ausgestattet und dürfen auf keinen Fall bewaffnet sein – auch nicht, wenn sie in Besitz eines Waffenscheines sind.

In Stahnsdorf sind derzeit zwei Bürger als Sicherheitspartner aktiv, zwei sind krankheitsbedingt verhindert, auch in Teltow gibt es vier engagierte Bewohner. In Kleinmachnow ist seit September 1998 eine Gruppe von Bürgen als Sicherheitspartner tätig, seit diesem Schuljahr fällt auch die Schulwegsicherung in ihren Tätigkeitsbereich.

2016 hat es laut Stahnsdorfer Verwaltung in Kleinmachnow 147 Wohnungseinbruchsdiebstähle gegeben, in Teltow 137 und in Stahnsdorf 44. Im Juni 2017 hatte Teltow einen Sicherheitstag organisiert, zu dem mehr als 3000 Menschen erschienen, Stahnsdorf hat auf dem Familienfest im September mit einem Informationsstand von Polizei und Ordnungsamt informiert.

Es gibt auch Überlegungen, den Bereich der Gewerbeschau um Unternehmen aus der Sicherheitsbranche zu erweitern. Bereits im März hatte Stahnsdorf außerdem aufgrund der gestiegenen Einbruchszahlen einen Kommunalen Kriminalitätspräventionsrat gegründet, im November folgte dann auch Teltow mit dem Beschluss, einen solchen Rat zu starten.

Nur einen Haken sieht Kümpel: „Das ist vor allem zeitlich problematisch“, bremst er und erinnert sich an seinen eigenen Start: Erst müsse man ein erweitertes Führungszeugnis beantragen, ein Lichtbildausweis wird ausgestellt. Bei ihm habe dies sicher ein halbes Jahr oder länger gedauert.

Gut sei aber, dass die Eltern zum nächsten Sicherheitspartner-Treffen im Februar eingeladen werden sollen. Künftig möchte sich die für Stahnsdorf zuständige Vertreterin der Teltower Polizei drei bis vier Mal mit den Sicherheitspartnern der Gemeinde treffen, erzählt Kümpel. „Sie möchte etwas Schwung in die Sache bringen“, freut er sich. Im Februar soll dann die Schulbegleitung durch die Eltern angestoßen werden.

In Stahnsdorf gibt es derzeit nur zwei Sicherheitspartner, zwei weitere sind laut Auskunft der Gemeinde krankheitsbedingt nicht aktiv. „Ich bin der Meinung, dass der Bürgermeister mehr dafür tun sollte, dass die Sicherheitspartner ins Bewusstsein der Bürger kommen, man muss sie in der Öffentlichkeit präsentieren“, fordert Kümpel. Natürlich könne man damit argumentieren, dass damit ja Bürger Aufgaben der Kommune übernehmen würden – seiner Meinung nach würde die Teilnahme an der Sicherheitspartnerschaft aber vor allem den Zusammenhalt fördern. Die Verwaltung möchte, so Gemeindesprecher Stephan Reitzig, die Initiative der Eltern jedenfalls „im Rahmen ihrer Möglichkeiten“ unterstützen, betont aber, dass die angesprochene Buswendeschleife sehr wohl im Schulbusverkehr genutzt werde, vor allem in den Nachmittagsstunden. Für die Anordnung der Beschilderung sei zudem die Kreisstraßenbehörde im Landkreis zuständig.

Von Konstanze Kobel-Höller

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