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Sie liebt ihr Wohngebiet – seit 44 Jahren

Bad Belzig Sie liebt ihr Wohngebiet – seit 44 Jahren

Elke Nörenberg ist in Bad Belzig als Stadtführerin bekannt. Am kommenden Dienstag hat sie eine besondere Tour im Kalender stehen: durch ihr Wohnviertel, in dem sie seit 44 Jahren lebt. Die 71-Jährige erinnert sich noch gut an ihren Einzug und daran, wie sich das Quartier im Laufe der Jahre verändert hat. All das will sie bei dem Rundgang erzählen.

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Langzeit-Mieterin Elke Nörenberg kann sich heute nicht mehr vorstellen, woanders zu leben. Der Klinkengrund ist ihr Zuhause.

Quelle: Christiane Sommer

Bad Belzig. Bad Belzigs Stadtführerin Elke Nörenberg hat am Dienstag eine besondere Tour in ihrem Kalender stehen. Die ist zwar bedeutend kürzer als gewöhnlich, führt dafür aber direkt an dem Haus vorbei, in dem sie seit 1973 lebt. „Herr Kunze, der Geschäftsführer der Belziger Wohnungsgesellschaft (Bewog), hat angefragt, ob ich nicht auch etwas über die Würfelblöcke im Klinkengrund erzählen kann“, erklärt die 71-Jährige.

Diese Bitte kam nicht von ungefähr. Denn die Häuser in der Hans-Marchwitza-Straße gehören zum Bestand der städtischen Wohnungsgesellschaft, die im Frühjahr 25 Jahre alt geworden ist. Anlässlich des Jubiläums hat Udo Kunze jetzt zu einem Rundgang durch den Klinkengrund eingeladen. Die Entwicklung des größten Vermieters der Stadt soll dabei quasi erwandert werden. Unterwegs erzählen Menschen wie Elke Nörenberg, die die vergangenen Jahre hautnah miterlebt haben. Der Part am Würfelblock wird ihr Thema sein.

Zehn Jahre Wartezeit für Neubauwohnung

Als Mieterin der Bewog sagte die Ruheständlerin sofort zu und freut sich jetzt auf den Nachmittag – denn erzählen kann sie viel. Als die 71-Jährige im September 1973 in den Klinkengrund zog, war ihr Vermieter noch die 1663 gegründete Kommunale Wohnungsverwaltung (KWV). Aus der wurde 1992 die Belziger Wohnungsgesellschaft.

Exakt zehn lange Jahre musste die damals vierköpfige Familie auf ihre Neubauwohnung warten. Elke Nörenberg ist sich heute sicher, dass sie sich noch länger hätte in Geduld üben müssen, wäre da nicht die Eingabe gewesen, die sie an Erich Honecker, den Staatsratsvorsitzenden der DDR, geschrieben hat. „Wir wohnten in einer Zwei-Zimmer-Wohnung am Turnplatz – ohne fließend Wasser, zur Toilette mussten wir 50 Meter über den Hof laufen und die Küche war nur ein Durchgang“, erinnert sie sich.

Das Echo auf die Eingabe in der Stadt war letztendlich schneller, als das Antwortschreiben aus Honeckers Büro in Berlin. Dem erhobenen Zeigefinger seitens des Arbeitgebers folgte jedoch alsbald die Zusage, innerhalb von zwei Jahren eine neue Wohnung zu erhalten.

Vergabe der Wohnungen war genau aufgeschlüsselt

„Die Würfelblöcke waren bei unserem Einzug 1973 die modernsten und teuersten im Klinkengrund“, erzählt Elke Nörenberg weiter. 105,20 Mark Miete waren für 72 Quadratmeter Wohnfläche zu zahlen. „Dafür hatten wir endlich warmes Wasser aus der Wand und einen Balkon“, bemerkt sie lachend. Der pure Luxus – der dafür entschädigte, dass das im wachsen befindliche Wohngebiet ohne Kita und Kaufhalle noch das Quartier der weiten Wege war.

Die Vergabe der jeweils 20 Wohnungen unterschiedlicher Größe in den Würfelblocks war seinerzeit genauestens aufgeschlüsselt, so dass neben Arbeiterfamilien, Lehrern und Doktoren auch Mitarbeiter aus Verwaltungen und Massenorganisationen dort einzogen.

Mieter hielten ihr Quartier sauber

Auch von den ehemals traditionellen Arbeitseinsätzen im Wohngebiet wird die Bad Belzigerin bei ihrer Tour erzählen. „Drei- bis vier Mal im Jahr haben alle Mieter das Wohnumfeld und die Grünanlagen sauber gemacht“, erinnert sich Elke Nörenberg. „Jeder hat sich beteiligt und niemand ist kreuz und quer durch die Anlagen gelaufen.“

Woanders zu wohnen kann sich Langzeit-Mieterin Elke Nörenberg längst nicht mehr vorstellen. Schließlich hat der pure Luxus im Block mit der Inbetriebnahme eines Fahrstuhls vor wenigen Wochen eine neuerliche Fortsetzung erfahren.

Von Christiane Sommer

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