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Potsdam-Mittelmark Sie schlafen auf Gemüsekisten
Lokales Potsdam-Mittelmark Sie schlafen auf Gemüsekisten
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18:29 08.12.2015
Das Wohnzimmer der Zhivkovs: Vater Julian, Tochter Sibel und Mutter Zoya. Quelle: Jacqueline Steiner
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Groß Kreutz

Die Matratzen sind auf Gemüsekisten ausgerollt. Zoya Zhivkova (51) zeigt auf ihren Rücken. Bequem zum Schlafen ist das nicht. Auch Ehemann Julian (50) muss sich mit einem provisorischen Nachtlager begnügen. Denn ein richtiges Bett hat in der Familie nur die zehnjährige Tochter Sibel. Es gibt keine Schränke. In der Mitte muss ein karger Tisch mit Stühlen reichen. Was die Zhivkovs an Bekleidung ihr eigen nennen, ist in Plastiktüten einsortiert. Die stapeln sich im Wohnzimmer. Dort, wo andere Mieter in der Groß Kreutzer Ahornstraße ihre Schrankwände präsentieren.

Doch in der Drei-Zimmer-Wohnung der bulgarischstämmigen Familie ist nichts normal. „Die Zhivkovs leben praktisch aus dem Koffer“, berichtet Deike Lehnhardt. Die sozialpädagogische Familienhelferin des VHS Bildungswerkes Brandenburg steht den Groß Kreutzern bei der Bewältigung des Alltags zur Seite. Insbesondere wenn es um das Wohl und Wehe von Tochter Sibel geht. Wenigstens ihr kleines Reich entspricht dem normalen Standard eines Kinderzimmers. Das Mädchen möchte einmal selbst Sozialarbeiterin werden, um anderen Menschen helfen zu können. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Spendenkonto eingerichtet

Die MAZ sammelt wieder Spenden für das Weihnachtsfest, um Wünsche für in Not geratene und von Armut bedrohte Familien in der Region Rathenow, Brandenburg und Bad Belzig erfüllen zu können.

Bitte überweisen Sie Spenden auf das bei der Brandenburger Bank eingerichtete Konto mit der IBAN DE77160620730100070700. Kennwort: MAZ Sterntaler. Das Konto wird vom DRK-Kreisverband Brandenburg verwaltet.

Für Spendenquittungen bitte Name und Anschrift angeben. Wir bitten um Verständnis, dass wir keine Sachspenden entgegennehmen oder vermitteln.

Weil Sibel lange krank war, kann sie erst jetzt deutsch lernen, bevor an einen Schulbesuch zu denken ist. Dazu fährt sie regelmäßig nach Brandenburg in das interkulturelle Zentrum am Gotthardtkirchplatz , wo sie an den Kursen der Berlin-Brandenburgischen Auslandsgesellschaft teilnimmt. Was sie lernt, bringt auch ihre Eltern weiter, die der deutschen Sprache kaum mächtig sind.

Vor drei Jahren zog die Familie von Berlin nach Groß Kreutz. „Hier ist es besser. Berlin wurde uns zu teuer“, erinnert sich Familienoberhaupt Julian Zhivkov, ein gelernter Friseur. In Berlin schlug er sich als Malergehilfe durch. Doch seit einem Arbeitsunfall plagen den Familienvater Einschränkungen an einer Hand. Im Gewerbegebiet Derwitz hat er jetzt einen Stundenjob als Maschinenreiniger. Ehefrau Zoya ist ohne Arbeit. Das Geld ist an allen Ecken und Enden knapp. Möbel hatten die Zhivkovs mal. Doch die gebraucht beschaffte Ausstattung erwies sich als Ungezieferparadies. „Alles musste vernichtet werden“, berichtet Mutter Zoya, die die Wäsche mit der Hand waschen muss. Denn die alte Waschmaschine hat längst ihren Geist aufgegeben.

Heimweh nach Bulgarien, das als das ärmste EU-Land gilt, haben die Zhivkovs trotz der bescheidenen Lebensverhältnisse im deutschen Groß Kreutz nicht. Gelebt haben sie in einem Dorf fünf Kilometer vom Schwarzmeerort Varna entfernt. „Vom Tourismus ist im Hinterland nichts zu spüren. Dort gab es keine Jobs, keine Zukunft und keine Ärzte für unsere kranke Tochter“, erzählen die Zhivkovs. Deshalb ging der Vater vor, Mutter und Tochter folgten nach. In Groß Kreutz wollen sie bleiben.

Von Frank Bürstenbinder

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