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Potsdam-Mittelmark Sie sind Brandenburgs beste Russisch-Lerner
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00:19 21.10.2017
Lehrerin Sonja Söchting übt mit Leah Wilsdorf und Johann Schneider für das große Bundesfinale in zwei Wochen. Quelle: Victoria Barnack
Bad Belzig

Ich fühle mich schlecht. Diesen Satz wird Johann Schneider so schnell nicht vergessen, vor allem nicht seine russische Übersetzung. „Ich fühle mich schlecht. Das war einer meiner Finalsätze beim Regionalwettbewerb“, sagt der 16-jährige Schüler vom Fläming-Gymnasium in Bad Belzig. Mit seiner Teampartnerin Leah Wilsdorf setzte er sich gegen die besten Russischlerner aus Berlin und Brandenburg durch.

Bei dem Schülerwettbewerb „Spielend Russisch lernen“ treten je ein Russischkönner und ein Anfänger gemeinsam an. „Ich bin die Anfängerin“, sagt Leah Wilsdorf. Die 16-Jährige wählte in der Schule Französisch und Latein. Auch Zuhause hat sie keinen Kontakt mit der slawischen Sprache.

Johann lernt nebenbei Russisch, Schwedisch und Altgriechisch

Johann Schneider ist derjenige mit Russischkenntnissen. „Und das obwohl er im vergangenen Jahr noch als Anfänger mitspielte“, berichtet Lehrerin Sonja Söchting. Denn auch Johann hat keinen Russischunterricht. „Er ist einfach ein Sprachtalent“, sagt Söchting. Neben der Schule lernt der 16-Jährige Schwedisch, Niederländisch, Altgriechisch und eben Russisch. Die Neugier habe ihn dazu bewegt, sagt er. Als er sich in der 7. Klasse für eine Fremdsprache entscheiden musste, siegte Französisch, „aber meine Mutter hat ihre alten Russischkenntnisse hervorgeholt“, erinnert er sich, „da wollte ich unbedingt wissen, was da auf kyrillisch steht.“

In seiner Freizeit lernt er nun mit Lehrbuch und Übungsheft. Bei komplizierten Fragen wendet er sich an Russischlehrerin Sonja Söchting. Sie schlug den 16-Jährigen deshalb als Russischkönner vor.

Ein gutes Gedächtnis und Klugheit sind gefragt

Um bei dem Wettbewerb erfolgreich zu sein, müssen die Schüler ohnehin keine Kenntnisse auf Muttersprachenniveau haben. „Das Kurzzeitgedächtnis ist wichtig“, erklärt Söchting. Denn das Brettspiel fragt Vokabeln ab, die immer und immer wieder wiederholt werden. Bei den Anfängern sind es einfache Begriffe, wie die Zahlen von Eins bis Zehn oder Hand, Nase und Mund. Johann startet auf dem mittleren Niveau und muss ganze Sätze bilden. „Aber wir spielen auch gegen Muttersprachler“, erklärt Johann Schneider. Sie müssen schwierige Konstruktionen übersetzen.

„Wer die Spielregeln gut kennt und sich strategisch clever verhält, hat auch gegen die Muttersprachler eine Chance“, sagt Lehrerin Sonja Söchting, „Leah und Johann haben das geschafft.“ Nach dem Sieg in der Regionalrunde im September dürfen sie Anfang November nach Baden-Württemberg reisen. In einem Freizeitpark findet das Finale mit den 32 besten Schülern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz statt.

Dort haben Leah Wilsdorf und Johann Schneider die Möglichkeit, als eines der drei besten Teams eine Reise nach Russland zu gewinnen. Der Ehrgeiz hat sie gepackt. „Ich lerne in den Herbstferien das kyrillische Alphabet“, erzählt die Anfängerin des Duos. Die beiden Schüler vermuten, dass die Schiedsrichter im Finale strenger werden und Leah deshalb nicht mehr mit ihrer gebrochenen Aussprache durchkommen wird. Die Schrift lesen zu können, soll ihr helfen.

Ein Lob von der Lehrerin schon vor dem Finale

Viel tiefer gehen die Vorbereitungen der zwei aber nicht. Welche Vokabeln abgefragt werden, können sie nur erahnen. Denn in jeder Runde gibt es neue Spielkarten mit neuen Themen. „Das tödliche an diesem Spiel sind sowieso nicht die Vokabeln, sondern der Zeitfaktor und der Stress“, sagt Johann Schneider. Schon im Regionalfinale hat das Adrenalin den Puls der Schüler ordentlich in die Höhe gejagt.

Lob gibt es von ihrer Lehrerin für die Sprachtalente schon jetzt. „Die beiden können stolz auf sich sein“, sagt Sonja Söchting, „noch nie ist ein Team aus Bad Belzig so weit gekommen.“ Außerdem könnten die beiden 16-Jährigen vom Finale viel mehr mitnehmen als nur den Hauptpreis. „Der Kontakt zu anderen Schülern mit ähnlichen Interessen kann für sie auch mit Blick auf die Studienorientierung von Vorteil sein“, sagt Söchting.

Von Victoria Barnack

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