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Potsdam-Mittelmark Junge angefahren: Neue Bushaltestelle sorgt für Ärger
Lokales Potsdam-Mittelmark Junge angefahren: Neue Bushaltestelle sorgt für Ärger
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00:18 27.03.2018
Die Bushaltestelle „Waldsiedlung Genshagen“ an der alten B101. Dort wurde Michael Schröders Sohn im Januar von einem Auto angefahren. Quelle: Abromeit
Genshagen

Auch wenn ein Siebenjähriger im Januar an der neuen Landstraßen-Bushaltestelle „Waldsiedlung Genshagen“ von einem Van angefahren wurde  – die zweite alte und geschützte Haltestelle am Buswendekreis Teltower Straße ist seit wenigen Wochen außer Betrieb. Und es wird sie nicht wieder geben, das ahnt Michael Schröder, der Vater des verunglückten Jungen.

Er wies auf diese Schulweg-Gefahr für die Kinder der Waldsiedlung vor den Ludwigsfelder Stadtverordneten hin. Im MAZ-Gespräch sagt er, diesen Tag vergesse er nie: „Unser Junge stieg aus und wollte hinter dem Bus über die Straße zur Siedlung kommen, so, wie wir ihm das beigebracht haben, ehe er im September eingeschult wurde.“

Van fuhr Schuljungen nach dem Aussteigen an

Dort an der Landstraße dürfen maximal 70 km/h gefahren werden, aber kaum ein Fahrer hält sich daran. Ein Van fuhr den Jungen an. „Wir dürfen gar nicht daran denken, wie das hätte ausgehen können“, sagt Michael Schröder. Das Kind musste ins Krankenhaus und fehlte in der Schule zwei Wochen lang.

Mit Tempo 70 fahren hier die Autos vorbei. Quelle: Jutta Abromeit

Bürgermeister Andreas Igel (SPD) antwortete dem Vater: „Es ist schlimm, dass es Lösungen für Probleme erst über solche Ereignisse gibt. Ich nehme das mit.“ Der MAZ erklärte Igel, grundsätzlich sei die Stadt für den Ausbau und die Bereitstellung von Aufstellflächen für Bushaltestellen verantwortlich.

Alte, sichere Haltestelle hat zu kleinen Wendekreis

In diesem Fall habe die alte, seit Jahrzehnten vorhandene Haltestelle wegen größerer Busse von der Verkehrsgesellschaft nicht mehr korrekt angefahren werden können. „Für das korrekte Ein- und Aussteigen der Kinder im Teltower Weg müsste eine neue Haltestelle mit einem neuen größeren Wendehammer errichtet werden“, so Igel.

Diese Bushaltestelle im Wendekreis an der Waldsiedlung wurde geschlossen. Quelle: Jutta Abromeit

Ähnliche Erklärungen geben die Verkehrsgesellschaft Teltow-Fläming (VTF) und das Straßenverkehrsamt Teltow-Fläming ab. VTF-Prokurist Andreas Franke sagt: „Die Haltestelle Wendestelle kann aufgrund ihrer Lage und baulichen Beschaffenheit nicht mehr bedient werden.“ Standard-Linienbusse ab zwölf Metern Länge könnten die Wendestelle nicht mehr verkehrssicher befahren, so Franke. „Zudem ist die Haltestelle in Richtung Großbeeren als gefährdete Haltestelle ausgewiesen und gekennzeichnet.“

Straßenverkehrsamtsleiter Hubert Grosenick sagt: „Zunächst bedaure ich zutiefst, dass im Januar ein Kind dort verunglückte. Die Sorge der Eltern um die Sicherheit ihres Sohnes ist verständlich.“ Zur Situation an der Haltestelle sagt er, Verantwortliche hätten sich zeitnah die örtlichen Gegebenheiten angeschaut.

Kinder: Geht erst, wenn Autofahrer euch sehen können

„Der Haltepunkt ist baulich gut gestaltet und sichtbar und hat so den Schutz der ein- und aussteigenden Passagiere gewährleistet.“ Die Bushaltestelle in der Waldsiedlung sei nicht verlegt, sondern ordnungsgemäß geschlossen worden, so Grosenick.

Und er sagt: „Dieser Unfall mahnt sehr deutlich, dass Autofahrer an Bushaltestellen besonders aufmerksam sein müssen.“ An Kinder appelliert er: „Geht erst über eine Straße, wenn ihr sie in beide Richtungen einsehen könnt und gebt Autofahrern eine Chance, euch zu sehen.“

Von Jutta Abromeit

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