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Siegfried Iwannek: Ein Leben für den Sport

Zu Hause in Wusterwitz Siegfried Iwannek: Ein Leben für den Sport

Fast 40 Jahre lang war Siegfried Iwannek in Wusterwitz (Potsdam-Mittelmark) Sportlehrer. Hunderte Kinder hat er in ihrer Schulzeit ertüchtigt. 1975 gehörte Iwannek zu den Mitverantwortlichen für den Turnhallenbau im Ort. Auch heute noch hält sich der 84-Jährige durch viel Bewegung fit.

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Siegfried Iwannek 1978. Ganze Generationen hatten ihn als Sportlehrer.
 

Quelle: Privat

Wusterwitz.  „Viel Bewegung. Daran halte ich mich bis heute“, sagt Siegfried Iwannek. Wenn es das Wetter erlaubt, radelt der 84-Jährige jeden Tag seine acht bis zwölf Kilometer und macht seine tägliche Gymnastik. Iwannek war an der Wusterwitzer Schule bis 1991 fast 40 Jahre lang Sportlehrer und hat auch Mathe unterrichtet. Im Ort kennt ihn von den Älteren und Mitteljungen jeder. „Wenn ich ehemalige Schüler und Sportfreunde treffe, wird erst eine Runde gequasselt“, sagt er. Neben Bürgermeister Ronald Melchert, gehörte bereits dessen Vorgänger Klaus Steffen zu seinen Schülern.

Auch Haus und Garten am Wusterwitzer See halten ihn fit. Seine grauen Zellen bringt der Rentner mit Kreuzworträtsel und Fernseh-Quiz auf Trab. Zu Handball- und Fußballspielen geht Iwannek kaum noch. Die schaut er sich lieber in der Flimmerkiste an.

Früher Stürmer bei Lok Kirchmöser

Früher war er in der ersten Männermannschaft Stürmer bei Lok Kirchmöser, die in der damaligen zweiten DDR-Liga aktiv war. In 262 Spielen schoss er bis 1965 für Lok 137 Tore. Als er nach Wusterwitz zog, kickte Iwannek bei den Alten Herren nur noch zum Zeitvertreib. Im Vorstand der Turn- und Sportgemeinschaft war er 20 Jahre lang für die Jugend verantwortlich und hat den Schulsport gefördert. Bis 1989.

Neben PGH-Chef Fritz Höpfner, Architekt Harry Weiß, Franz Friedrich und Klaus Braune gehörte Iwannek zu den Mitverantwortlichen für den Turnhallenbau 1975 in Wusterwitz. Vorher fand der Schulsport erst in den Gaststätten Ernst und Anna Kaser statt, später in Klassenzimmern. Nachdem der Rat des Kreises beschlossen hatte, die für Brandenburg Land vorgesehene Ruhland-Halle nach Wollin zu geben, habe Höpfner, der Volkskammerabgeordneter war und wie Iwannek im Gemeinderat saß, ein Architektenkollektiv aus dem Bezirk Magdeburg besorgt. „Die planten die Turnhalle nach unseren Wünschen“, sagt er.

Betriebe, Schüler, Eltern und Vereine halfen mit

Die Produktionsgenossenschaft „Neuer Weg“ baute im Auftrag der Gemeinde. Die Forst fällte zuvor Bäume. Die LPG stellte Fahrzeuge bereit. Schüler, Eltern, Angler, Männerchor und Sportverein leisteten nach Feierabend viele freiwillige Stunden. „Da die von der Volksbildung bewilligte Summe nur für das Nötigste reichte, wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt, denn Material war bekanntlich knapp“, so Iwannek. Nach der Wende erhielt die Turnhalle 1998 einen modernen Anbau. „Da hat sich der ehemalige Handballer Rudi Beckmann engagiert.“ Der hatte Iwannek auch beim Trainieren der Schülermannschaft unterstützt. Die Mädels und Jungs nahmen zu DDR-Zeiten am Turnierbetrieb auf Kreisebene und an Vergleichen mit Polen und der DDR-Botschaftsschule aus Moskau teil.

„Ich war zwar überall dabei, aber fotografiert habe nicht, sondern mir die Bilder beschafft“, sagt der 84-Jährige. Jetzt hat er sein heimisches Archiv sortiert und 250 Foto aus der Zeit von 1961 bis 1989 nummeriert und eingetütet. Zum Beispiel vom Hallensport, von Handball-Schülerturnieren, Ausflügen an die Ostsee oder von der DDR-Meisterschaft im Kanu 1961 in Wusterwitz. Einige Fotos würde er Blau-Weiß für eine Ausstellung zur Verfügung stellen. „Der Sport war mein Leben und ist es immer noch“, sagt Iwannek. „Und Wusterwitz ist meine Welt.“

Von Claudia Nack

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