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Skeptikern ist das Lächeln vergangen

Plus-Bus-Linien auf Erfolgskurs Skeptikern ist das Lächeln vergangen

Sie fahren ohne Umwege, sind modern und haben WLAN an Bord. Vier Plus-Bus-Linien gibt es bereits in Potsdam-Mittelmark. Die kreiseigene Verkehrsgesellschaft Belzig (VGB) verbindet im Stundentakt Bad Belzig, Potsdam und Brandenburg an der Havel. Bald soll eine fünfte Verbindung hinzukommen. Die Fahrgastzahlen sprechen dafür.

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Freuen sich über den Erfolg der mittelmärkischen Plus-Busse bei den Fahrgästen: VGB-Geschäftsführer Hans-Jürgen Hennig (l.), VBB-Geschäftsführerin Susanne Henckel und Vize-Landrat Christian Stein.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Mittelmark. Nach der Einführung der ersten Plus-Bus-Linien vor gut zwei Jahren denkt die Verkehrsgesellschaft Belzig (VGB) über eine fünfte Verbindung im Stundentakt nach. „Diese könnte auf der Strecke 643 den Raum Michendorf mit Beelitz verbinden“, kündigte VGB-Geschäftsführer Hans-Jürgen Hennig am Mittwoch in Bad Belzig an. Wann es dieses Angebot, zu dem kurze Reisezeiten, moderne Busse und WLAN an Bord gehören, geben wird, ist derzeit unklar. Die Untersuchungen zum Bedarf in diesem Verkehrsraum würden noch andauern, so der VGB-Chef.

Aus VGB wird Regiobus

Das von der Verkehrsgesellschaft Belzig (VGB) umgesetzte PlusBus-Konzept „Hoher Fläming“ bietet im Stundentakt Verbindungen mit maximal 15 Minuten Übergang zum Regionalzug. Der Standard gilt montags bis freitags von 6 bis 18 Uhr.

PlusBusse gibt es auf den Strecken 580, 581,582 und 553. Mit den Linien 711 und 764 im Landkreis Ostprignitz-Ruppin fahren insgesamt sechs Buslinien im Land Brandenburg unter dem Label PlusBus. Weitere werden folgen.

Die VGB ist ein kreiseigenes Unternehmen. Potsdam-Mittelmark ist Gesellschafter, Aufgabenträger und Mitfinanzierer. Die Verschmelzung mit der Beelitzer Verkehrs- und Servicegesellschaft (BVSG) zur neuen Regiobus Potsdam-Mittelmark GmbH wird auf der nächsten Kreistagssitzung perfekt gemacht.

Die ins Auge gefasste Ausdehnung des Plus-Bus-Angebotes wird beflügelt durch die positive Fahrgastentwicklung auf den bestehenden Strecken zwischen Bad Belzig, Potsdam und Brandenburg an der Havel. Seit dem Start der Linien im Dezember 2014 stieg die Zahl der Fahrgäste um rund 65 000 auf 732 000 und verzeichnete damit einen durchschnittlichen Zuwachs von zehn Prozent. „Dieses erfolgreiche Konzept bringt uns mehr Umsteiger, mehr Pendler und mehr Ausflügler“, freut sich auch die Geschäftsführerin des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB), Susanne Henckel. Der jüngste Plus-Bus-Takt war zum Jahresanfang zwischen Bad Belzig, Niemegk und Treuenbrietzen (582) eingerichtet worden.

Einen wahren Höhenflug bei den Pendlern erlebt die Plus-Bus-Linie 581 zwischen Brandenburg an der Havel und Bad Belzig. Ihre Zahl stieg von 70 500 in 2014 auf 109 000 Pendler im vergangenen Jahr. Besonders attraktiv für die Fahrgäste sind die guten Anschlüsse und kurzen Übergangszeiten zum Regionalbahnverkehr RE 1 und RE 7. „Viele Menschen sind auf eine gute Verknüpfung zwischen Bus und Bahn angewiesen. Mit dem Plus-Bus steigern wir die Lebensqualität und sichern Wachstum in der gesamten Region“, meinte Vize-Landrat Christian Stein (CDU) bei der Vorstellung einer Bilanz nach zwei Jahren Plus-Bus.

Das PlusBus-Netz in Potsdam-Mittelmark

Das PlusBus-Netz in Potsdam-Mittelmark.

Quelle: Thomas Wachs

Stein sprach auch von einer lehrreichen Anfangsphase, die zu Nachteilen für einige Dörfer abseits der Hauptrouten führten. Alles in allem lobten sowohl der Bad Belziger Bürgermeister Roland Leisegang als auch das Gemeindeoberhaupt von Kloster Lehnin, Uwe Brückner, den Mut für die Einführung des Plus-Bus-Konzeptes samt umfangreicher Investitionen. Brückner regte eine Busverbindung zwischen dem prosperierenden Lehnin und Beelitz an, um auf schnellerem Weg eine Anbindung zum RE 7 zu bekommen. Die Verkehrsgesellschaft will auch darüber nachdenken.

Das Plus-Bus-Konzept verbindet Bus und Bahn

Das Plus-Bus-Konzept verbindet Bus und Bahn.

Quelle: Thomas Wachs

„Wir sind am Anfang belächelt worden über unsere neuen Vorstellungen eines Linienverkehrs mit WLAN. Aber das ist vorbei“, berichtet VGB-Geschäftsführer Hennig. Die Marke Plus-Bus hält mit identischen Standards auch in anderen Landkreisen Einzug. So hat der Landkreis Teltow-Fläming im April die Einführung einer getakteten Linie nach mittelmärkischem Vorbild zwischen Ludwigsfelde und Potsdam beschlossen. Auch in der Prignitz und im Barnim eifern Verkehrsunternehmen dem Beispiel aus Bad Belzig nach. Mittlerweile geben sich schon sächsische Transportdienstleister bei Hans-Jürgen Hennig die Klinke in die Hand. Mit den gestiegenen Fahrgastzahlen konnte die VGB ihren Kostendeckungsgrad um 13 Prozent erhöhen. Das Unternehmen stehe kurz davor, den Zuschuss durch den Landkreis kürzen zu können. Auch freue er sich darüber, dass sich die Mitarbeiter mit dem Produkt Plus-Bus identifizieren würden, sagte Hennig.

 

Von Frank Bürstenbinder

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