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Die schwierige Suche nach einem Drummer

"Smoking Thompsons" aus Treuenbrietzen Die schwierige Suche nach einem Drummer

Die „Smoking Thompsons“ aus Treuenbrietzen (Potsdam-Mittelmark) machen leidenschaftlich und ambitioniert Musik, touren sogar durch Deutschland. Doch derzeit fehlt der Band ein Drummer – und eine groß angelegte Suche zeigt, dass Musiker in Brandenburg gar nicht so einfach zu erreichen sind.

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Steven Baltot und Rudolf Werner kennen sich bereits seit der Schule und gründeten 2007 die "Smoking Thompsons".

Quelle: privat

Treuenbrietzen. „Rock’n’Roll ist kein Zuckerschlecken.“ Das Motto der Smoking Thompsons könnte treffender nicht sein. Seit 2007 rockt die Band um Steven Baltot (25) , Rudolf Werner (26), Robert Lucke (22) aus Treuenbrietzen (Potsdam-Mittelmark) ganz Brandenburg und Berlin – Deutschlandtour einmal im Jahr inklusive. Doch seit Februar 2016 fehlt der Drummer und die Suche nach einem geeigneten Musiker gestaltet sich in der Region offenbar schwierig.

Es ist nicht so, dass die Alternative-Rocker Steven, „Rudi“ und Robert nicht beinahe alles versucht hätten. Da wären die vielen Inserate auf Facebook, die zuweilen Tausende Menschen erreichten und doch kaum Erfolg brachten oder die Anzeigen auf Kleinanzeigenportalen. Wo immer man sucht, es ist wahrscheinlich, eine Anzeige der Smoking Thompsons zu finden.

Die Suche nach einem Idealisten

Dabei sind die Ansprüche der Jungs gar nicht so hoch, dass es etwa einen Virtuosen am Schlagzeug bräuchte. Einer, der Blastbeats quasi einfach aus dem Ärmel schüttelt und dabei Geschwindigkeiten erreicht, die für die meisten Laien schier unmöglich erscheinen.

„Wir brauchen keinen perfekten Drummer“, sagt Steven Baltot. Dynamisch und taktsicher sollte er spielen, kreativ, aufgeschlossen und sympathisch sein. Bestenfalls ein Idealist, der Spaß an der Musik hat und sie als kreativen Ausgleich zum Alltag nutzt.

Wenn die Suche an der Entfernung scheitert

Eine Handvoll Bewerber hat es inzwischen gegeben. Doch meistens scheitert es an der Entfernung. Schon der letzte Drummer hatte die Band verlassen, weil ihm die Strecke Berlin-Treuenbrietzen auf Dauer zu weit war. Außerdem hätten sich einige Trommler gemeldet, die bezahlt werden wollten, erzählen die Smoking Thompsons. „Da wir es aber wirklich nur machen um Spaß zu haben, ist es einfach nicht drin, einen Drummer für jede Probe oder jedes Konzert zu bezahlen.“ Also läuft derzeit alles unplugged.

Die Smoking Thompsons unplugged in der Pooca Bar auf der Hamburger Reeperbahn: Rudi, Robert und Steven (v.l.n.r).

Quelle: privat

Musiker in der Region schwer zu erreichen

Doch woran liegt es, dass sich in der Region keine Musiker finden? „Wir glauben nicht, dass es hier keine Musiker gibt. Allerdings ist es einfach wesentlich schwieriger sie hier zu erreichen“, erklärt Steven Baltot. Anders sehe das in Berlin aus. Dort gäbe es ambitionierte Musiker oft wie Sand am Meer. Allein bei Facebook finden sich hunderte Gruppen, in denen Suchbeiträge eine entsprechende Reichweite erzielen. „Eine solche zentrale Anlaufstelle haben wir in unserer Region, in Brandenburg, leider noch nicht gefunden.“ Und so weicht man am Ende eben aus – und hofft, dass es irgendjemand liest, der bereit ist, in „der schönsten Stadt, unserer Heimat Treuenbrietzen“ zu proben und anschließend für Konzerte durch ganz Deutschland zu touren.

Jetzt als Drummer bewerben!

Die Smoking Thompsons suchen noch Unterstützung. Drummer, die ambitioniert und leidenschaftlich sind, den Takt halten können und auch in Treuenbrietzen proben wollen, können an diese Adresse eine kurze Mail senden: booking@smokingthompsons.com

Kaum Möglichkeiten zur Entfaltung

Denn auch was die Auftrittsmöglichkeiten in der Region rund um Treuenbrietzen anbelangt, gleicht die Vielfalt eher einer Wüste. „Es gibt sicherlich immer mal wieder Möglichkeiten an einen Auftritt zu kommen, etwa beim Turmfest in Luckenwalde. Aber regelmäßige Konzertmöglichkeiten gibt es leider nicht mehr.“ Vieles wurde eingestampft. Etwa „gute Festivals wie das Jüterrock“. Dort, in Jüterbog, hatten sich die Thompsons maßgeblich an der Organisation beteiligt. 2014 war es überraschenderweise eingestellt worden. Die Internetseite ist längst nicht mehr existent. „Trotzdem ist es sehr wichtig für uns Bands, dass hier in der Region in den nächsten Jahren wieder mehr Möglichkeiten für Musiker entstehen“, so der 25-jährige Steven. Dann gibt es am Ende auch für die etwas, die einfach nur gerne Musik hören – für die Jugend, die sonst oft am Abend auf hochgeklappte Bürgersteige denn Konzerthäuser oder Festivals trifft.

Die Jungs von Smoking Thompsons sind ambitioniert und leidenschaftlich – nicht nur was die Suche nach einem geeigneten Trommler oder Konzertmöglichkeiten deutschlandweit betrifft. Fragt man sie nach Wörtern, die die Band beschreiben, kommt die Antwort ohne lange Bedenkzeit: „verrückt, humorvoll, laut, freundschaftlich“. Freundschaft? „Das ist für uns das Wichtigste am Musik machen: Mit den besten Freunden durchs Land zu fahren, Musik in unterschiedlichen Clubs zu spielen. So kann es gern‘ noch ein paar Jahre weitergehen.“ Dann aber am besten mit einem Drummer. Oder besser: Einem neuen guten Freund.

Von Christin Iffert 

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