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Potsdam-Mittelmark So sieht es jetzt in der Blütentherme aus
Lokales Potsdam-Mittelmark So sieht es jetzt in der Blütentherme aus
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19:32 20.04.2018
Seit Ende 2014 ruht die Baustelle am Großen Zernsee in Werder.
Werder

Seit Ende 2014 hält der gelbe Riese mit dem geschwungenen Dach am Großen Zernsee in Werder Schönheitsschlaf. Obwohl seitdem, abgesehen von ein paar Sicherungsmaßnahmen, in der Blütentherme nichts mehr passiert ist, scheint es so, als hätte erst gestern ein Bauarbeiter den herumliegenden Betonsack aufgerissen. Kabel hängen von der Decke, es ist wohlig warm und die Lüftung brummt. Durch einen winzigen Spalt im Obergeschoss pfeift der Wind hindurch und lässt die Abdeckplanen flattern. Sonst bewegt sich nichts.

Doch das soll sich mit dem Beschluss, den die Stadtverordneten am Donnerstagabend gefasst haben, ändern. „Ich hoffe, dass wir bis Jahresende einen geeigneten Partner gefunden haben. Für die Auswahl werden wir uns Zeit lassen, das muss gründlich erfolgen“, sagte Bürgermeisterin Manuela Saß am Freitag bei einem Pressetermin in der Thermen-Baustelle. Wenn jemand den Auftrag erhalten hat, könne er sofort loslegen.

Beim Presserundgang 2014 war das Schwimmbecken noch voller Wasser. Quelle: Luise Fröhlich

Einen neuen Eröffnungstermin will Saß zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht nennen. Auch der Bieter soll ausreichend Zeit haben, ein gutes Angebot zu machen. Zunächst müssen Fertigstellung und Verpachtung aber für 30 Tage nach EU-Richtlinie ausgeschrieben werden. „Es ist vorstellbar, dass der Partner die Therme in zehn bis zwölf Monaten fertig baut. Da ist aber zum Beispiel noch nicht die Vergabe der Leistungen an die Baufirmen berücksichtigt. Auf ein oder zwei Monate soll es jetzt nicht ankommen“, sagte Saß. Die Konkurrenz in Potsdam, Ludwigsfelde oder Bad Wilsnack scheue die Stadt Werder nicht. Denn allein die Lage und der Ausblick von allen Ebenen durch die verglasten Wände unterstreiche das Alleinstellungsmerkmal der Blütentherme. Die jüngsten Übernachtungszahlen des Tourismusverbandes seien Beweis genug dafür, dass der Bedarf in Werder da ist.

Mit Ausblick in die Havelauen. Quelle: Luise Fröhlich

Endgültige Kosten hängen von Ausgestaltung ab

Wie teuer der Bau in den Havelauen am Ende wirklich wird, hänge der Bürgermeisterin zufolge auch davon ab, wie der Investor die Therme gestalten will. Gutachter sprechen von zehn bis zwölf Millionen Euro. Potenzielle Interessenten gebe es auf jeden Fall, nachdem die Stadt mit insgesamt acht Unternehmen und Bietern gesprochen hat, so Saß. Einzelheiten gibt sie dazu nicht bekannt. Alle, die sich den Rohbau angesehen haben, hätten festgestellt, damit etwas anfangen zu können.

Hier soll eine Poolbar entstehen, an der sich die Gäste ihre Erfrischungen holen können. Quelle: Luise Fröhlich

Geschützt ist das Bad provisorisch mit Mauern oder Holzverschlägen vor Wind und Regen, aber auch vor Vandalismus. Das gesamte Gebäude wird zudem videoüberwacht. Einiges ist während des Stillstands auf der Baustelle beschädigt oder gestohlen worden. Teile der Balustrade etwa liegen zerbröckelt auf dem Boden des Saunabereiches. Treppauf geht es in den Textilbereich, der zu einem großen Teil ursprünglich als eine Großraumsauna geplant war. Obwohl die Therme in den bestehenden und baugenehmigten Grundzügen fertiggestellt werden soll, kann der Investor über Einzelausstattung oder Anbauten selbst entscheiden. Der vorgesehene Charakter als Gesundheits- und Wellnessbad soll aber erhalten bleiben.

Gebäude ist durchgehend beheizt

Am Rande der Großraumsauna sind schon die Duschkonstruktionen und Rohre angebracht. Im Nachbarraum ruhen das Schwimmbecken mit fünf Bahnen und das salzwasserfeste „Blütenbecken“ mit Strömungskanal, in das durch die Verbindung nach außen Regenwasser hineingelaufen ist. Beide Bereiche werden später voneinander getrennt sein. Neben dem Rutschenturm besteht die Möglichkeit eines Anbaus. Um Schimmelbildung oder andere Schäden durch Kälte und Feuchtigkeit zu verhindern, läuft die Heizung und hält die Temperatur konstant zwischen 18 und 20 Grad.

Mitbestimmungsrecht bei den Tarifen

Städtische Schulen sollen das Schwimmbad montags bis freitags von 7.30 bis 14.30 Uhr nutzen dürfen. Pro Bahn und 45 Minuten veranschlagt die Stadt 15 Euro.

Kostenloser Eintritt soll für Kinder bis zwei Jahre gelten. Bis zum 18. Lebensjahr sind danach gestaffelte Ermäßigungen vorgesehen. Auch Senioren- und Familienkarten sowie Rabatt für Inhaber der Gästekarte soll es geben.

Für den Sportbereich berechnet sich der Eintritt nach Stunden.

Von Luise Fröhlich

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