Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam-Mittelmark Sonntagsverkauf nun überall in Werder/Havel
Lokales Potsdam-Mittelmark Sonntagsverkauf nun überall in Werder/Havel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:16 07.12.2015
Prost am heiligen Ruhetag: Walter Kassin hofft in Werder auf viel Absatz an Sonntagen Quelle: Foto: Bernd Gartenschläger
Anzeige
Bad Belzig

„Wir sollten nicht gegen den Willen der Kommune entscheiden“, mahnte Vizelandrat Christian Stein (CDU). „Sonst müssen wir uns nicht wundern, wenn sich Werder/Havel künftig um die Kreisfreiheit bemüht.“ Doch waren es fraktionsübergreifend gerade die Abgeordneten aus der Blütenstadt, die mit der Debatte von Ladenöffnungszeiten an Sonn- und Feiertagen den zweifelhaften Höhepunkt der jüngsten Sitzung des Kreistages Potsdam-Mittelmark gestaltet haben.

Letztlich ist dem Antrag von Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) statt gegeben worden und regionale Produkte sollen künftig an allen Sonntagen von März bis Oktober verkauft werden können. Christian Stein sieht darin nicht zuletzt eine Form der Wirtschaftsförderung.

Werner Große (CDU) Quelle: Bernd Gartenschläger

In der aktuellen Verordnung regelt der Kreis, dass Verkaufsstellen in den Kur-, Ausflugs- und Erholungsorten, deren Angebot neben Waren, die für diese Orte kennzeichnend sind, auch jene zum sofortigen Verzehr, überwiegend in der Region erzeugte oder verarbeitete landwirtschaftliche und handwerkliche Produkte, Tabakwaren, Blumen, Zeitungen und Sportartikel umfasst, jährlich an 40 Sonn- und Feiertagen, von 11 bis 19 Uhr öffnen dürfen.

Für Werder wurde 2004 aber eine Sonderregelung getroffen. Der seinerzeit gut etablierte Frischemarkt am Werderpark und das Umfeld durften schon im Winter die Sonntage nutzen. Doch mit einem Betreiberwechsel hat dessen Anziehungskraft nachgelassen. Dagegen hat der Fremdenverkehr in der Inselstadt erheblich zugenommen. Folglich besteht dort das Interesse an einer durchgehenden sonn- und feiertäglichen Öffnung in den Frühlings- und Sommermonaten, was der allgemeinen Regelung für die touristisch relevanten Orte im Landkreis Potsdam-Mittelmark entspricht.

„Die geplante Freigabe betrifft elf Kaufhallen mit je acht Vollbeschäftigten sowie zwei Kaufhallen mit 20 Vollbeschäftigten“, hat Perter Hinze (Linke) recherchiert. Daheim in Werder/Havel und hauptberuflich Gewerkschaftssekretär plädierte er selbstverständlich gegen den Vorschlag. Und empfahl, den Geltungsbereich wenigstens auf die Innenstadt zu beschränken, wo die Gewerbetreibenden in der Regel über das eigene Schicksal zu entscheiden hätten, während den Verkäuferinnen in den Supermärkten meist keine Wahl bleibe. „Nur noch 40 Prozent der deutschen Unternehmen halten sich an Tarifrecht“, sprang ihm Fraktionschef Dieter Singer bei. Darüber hinaus fanden die Sozialisten keine Mitstreiter. Im Gegenteil: „Niemandem sollten Vorschriften gemacht werden, wann er seinen Laden zu öffnen hat“, sagte Hans-Peter Goetz (FDP) aus Teltow.

Peter Hintze (Linke) Quelle: MAZ

Bevor es jedoch zum absehbaren Votum kam, hatte Werner Große (CDU) auf Antrag von Axel Mueller (Bündnis 90/Die Grünen) aus Kleinmachnow noch die Leitung der Parlamentssitzung abgeben müssen. „Wieso soll ich befangen sein? Ich habe doch gar kein Geschäft“, wunderte sich Große, einst Stadtoberhaupt von Werder/Havel. Die Leitung der Sitzung gab er aber um des lieben Friedens willen an seinen Stellvertreter Michael Klenke (SPD) aus Brück ab. Um im Anschluss zu bemerken: „Jetzt habe ich Lust bekommen, einen Laden zu eröffnen.“

Von René Gaffron

Am Freitag haben Bildungsminister Günter Baaske und Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann sich in Schulen und Notaufnahmelagern ein Bild davon gemacht, wie die Stadt die Flüchtlingskrise bewältigt.

07.12.2015
Brandenburg/Havel Rüffel für Martina Marx (Grüne) - Frau Tiemann? Frau Dr. Tiemann, bitte!

So leicht lässt Brandenburgs Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann es nicht durchgehen: Vor anderen Kommunalpolitikern rügte die CDU-Politikerin jetzt die bündnisgrüne Abgeordnete Martina Marx, weil diese es wagte, sie nicht mit „Frau Dr. Tiemann“ anzusprechen.

04.12.2015
Brandenburg/Havel Randfigur beim Lehniner Karneval - Horst Schlämmer ist wieder da

Horst Schlämmer ist wieder da – zumindest in Lehnin. Ordnungskraft Ingo Schmidt lässt Hape Kerkelings kultige Kunstfigur in der 46. Saison des Lehniner Carneval Vereins (LCV) aufleben. Er steht aber nicht in der Bütt oder auf der Bühne, sondern mit Argusaugen im Saal oder an der Eingangstür des Klosterhofs.

07.12.2015
Anzeige