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Sozialarbeiter mit fotografischem Gespür

Treuenbrietzen Sozialarbeiter mit fotografischem Gespür

Eigentlich ist Sven Gatter Sozialarbeiter am Gymnasium in Treuenbrietzen. Genauso gerne ist er aber auch Fotograf. Seine Bilder sind schon an verschiedenen Orten ausgestellt worden – die nächste Ausstellung wird am Freitag im Kunstmuseum Dieselkraftwerk in Cottbus eröffnet. Für seine Bilder ist Gatter bereits ausgezeichnet worden.

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Sven Gatter zeigt eines seiner Werke.

Quelle: Andreas Trunschke

Treuenbrietzen/Cottbus. Sven Gatter ist nicht nur ein engagierter Sozialarbeiter am Gymnasium in Treuenbrietzen, sondern auch ein im wahrsten Wortsinn ausgezeichneter Fotograf. Am Freitag wird seine Ausstellung „Sven Gatter. Blütezeiten“ mit Fotografien und Texten aus der Industrie- und Bergbauregion Bitterfeld im renommierten Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus eröffnet.

Begonnen hat Gatters fotografischer Weg in den Jahren um die Jahrtausendwende mit mehreren Radreisen quer durch Europa – zum Bespiel ins Baltikum, nach Polen, nach Belgrad und Venedig. „Mir ist es wichtig geworden, mich mit dem Medium Fotografie auch theoretisch und bildanalytisch auseinanderzusetzen“, sagt Gatter.

In den Jahren 2004 und 2005 belegte er neben seinem Studium in Sozialpädagogik die Abendakademie an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst. Hier konnte er eigene Fotos vorstellen und mit anderen diskutieren. „Es ging mir um das Wesen der Fotografie und die eigene Realität des Bildes.“ In seiner Diplomarbeit als Sozialpädagoge verband er beide Themen und schrieb über „Fotografische Bilder als Quelle der Sozialforschung“.

Außerdem besuchte Sven Gatter zwei Jahre lang die berühmte Ostkreuzschule für Fotografie in Berlin. Seitdem übernimmt er fotografische Aufträge für Verlage, Zeitschriften, Verbände und Unternehmen. Im Mittelpunkt stehen jedoch die eigenen fotografisch-künstlerischen Projekte.

Ausstellung noch bis Anfang September

Die Ausstellung von Sven Gatter ist noch bis zum 3. September in Cottbus zu sehen.

Das Museum ist von Dienstag bis Sonntag jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Das jährliche Programm besteht aus rund 14 Ausstellungen sowie Vorträgen, Literaturdebatten, Künstlergesprächen.

Adresse: Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus, Uferstraße/Am Amtsteich 15 in Cottbus

Weitere Informationen im Internet unter www.museum-dkw.de.

In seiner einstigen Heimatstadt Bitterfeld findet er sein wichtigstes Thema: Neben dem Niedergang nach der Wende die sich herausbildende neue Identität der Stadt. „Mich reizt es, Veränderungen fotografisch sichtbar zu machen und kleine Geschichten einzusammeln“, erzählt Gatter. Zum Beispiel die, dass der ehemalige Tagebau Goitzsche zum See mit Hafenfest und Bootrennen geworden ist.

In privaten und öffentlichen Archiven findet Gatter Bezüge zu dem, was er beobachtet und mit der Kamera festhält. Zu dem an einem Kran durch die Luft schwebenden Rennboot passt die Erinnerung an die erste Ballonfahrt 1904 in Bitterfeld. Eine zerfallene Hütte konfrontiert er mit eigenen Kindheitserinnerungen.

Zum ersten Mal stellte Gatter seine Bilder 2010 aus, in der Einzelausstellung „Gewöhnliche Leute, Fotografien” in der Galerie „Alles Mögliche“ in Berlin. Weitere Einzel- und Gruppenausstellungen folgten, so im Collegium Hungaricum, in der Brotfabrik und im Willy-Brandt-Haus in Berlin, in der Stadtgalerie Kiel, im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte und in der Gedenkstätte Lindenstraße in Potsdam sowie im Industrie- und Filmmuseum Wolfen. Im vergangenen Jahr erhielt Gatter den Lotto-Brandenburg-Kunstpreis in der Kategorie Fotografie.

Zu seiner aktuellen Ausstellung in Cottbus sagt Gatter: „Ich versuche eigene Fotografien, kindliche Erinnerungen, Notizen aus Gesprächen mit Einheimischen sowie Bildrecherchen in öffentlichen und privaten Archiven zu subjektiven Erzählungen zu verdichten. Dadurch lösen sich meine Bilder und Texte gewissermaßen von ihrem Entstehungsort, um eine eigene Wirklichkeit zu entfalten.“

Von Andreas Trunschke

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