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Sozialwirtschaftsbetrieb auf Wachstumskurs

KUhlowitz Sozialwirtschaftsbetrieb auf Wachstumskurs

Nach dem erfolgreichen Test wächst der Hand-in-Hand-Sozialwirtschaftsbetrieb. Das Unternehmen unter dem Dach des Arbeits- und Ausbildungsförderungsvereins Potsdam-Mittelmark beschäftigt und betreut jetzt fünf statt zwei ehemalige Langzeitarbeitslose. Außerdem kann das Prinzip jetzt überall im Land Brandenburg kopiert werden.

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Sozialwirtschaftsbetrieb Hand in Hand beim AAfV auf der Baustelle in Bad Belzig: Peter Schramm (links) Christian Pinkpank (2. von rechts), Alexander Hammermeister und Olaf Hauschild (rechts) als Betreuer.

Quelle: René Gaffron

Bad Belzig. Der Sozialwirtschaftsbetrieb „Hand in Hand“ befindet sich auf Wachstumskurs. Fünf statt bislang zwei ehemalige Langzeitarbeitslose sind jetzt in dem Unternehmen des Arbeits- und Ausbildungsförderungsvereins Potsdam-Mittelmark (AAfV) tätig. Die fünf sind gerade bei Abriss- und Aufräumarbeiten in der Wiesenburger Straße in Bad Belzig im Einsatz. „Hier müssen sie ordentlich zupacken“, sagt Olaf Hauschild. Er leitet sie an, trifft Absprachen mit Bauherren und Partnerunternehmen, akquiriert Aufträge. Die fünf Männer sind gut bei der Sache. „Warum auch nicht?“, meint Peter Schramm. Er und seine Mitstreiter erledigen, was gemacht werden muss, ehe die Handwerksfirmen anrücken. Wegen der guten Auftragslage im Baugewerbe bewerten die Firmen die Unterstützung eher positiv und sind oft sogar Kooperationspartner. Die fünf Männer können Erfahrungen auf vielen Gebieten sammeln. Neben Helfertätigkeiten auf dem Bau zählen Grünpflege sowie der Räum- und Streudienst zum Spektrum des Unternehmens

Modell hat sich bewährt

Erste Erfahrungen hat man zwischen 2015 und 2017 gesammelt. Seinerzeit war die Initiative jedoch noch ein Testlauf. Nun wird sie mittels Förderprogramm des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit, Soziales und Familien in der Mark des öfteren kopiert und vor Ort mehr als doppelt so groß fortgesetzt, wobei eine Kofinanzierung aus dem Europäischen Sozialfonds genutzt wird.

Eine 75-Prozent-Förderung der Löhne, die wiederum theoretisch jeder Arbeitgeber in Anspruch nehmen kann, erhält der „Hand in Hand“-Sozialwirtschaftsbetrieb vom Maia-Jobcenter. „Hauptziel ist und bleibt, die zunächst hier Beschäftigten langfristig in Arbeit zu bringen“, bekräftigt Johannes Blatt. Der AAfV-Geschäftsführer kann immerhin auf die gelungene Weiterbeschäftigung der zwei Teilnehmer aus dem Modellversuch verweisen.

Zusätzlich ein sozialer Betreuer

Gleichwohl es umfang- und facettenreiche Betreuung neben der Arbeit braucht. Zu dem Zweck ist das Team mit Volker Dörl um einen Sozialen Betreuer erweitert worden. „Diese Lücke zu schließen, war sehr wichtig“, heißt es. Denn neben der beruflichen Entwicklung geht es für die fünf Leute auch darum, persönliche Herausforderungen zu meistern. Dieser von Unternehmen, die im Wettbewerb stehen, kaum zu leistende Aufwand macht den Unterschied.

10 500 Beschäftigte seit 1991

Der Arbeits- und Ausbildungsförderungsverein Potsdam-Mittelmark (AAfV) ist im Jahre 1991 gegründet worden. Seither hat sich einiges getan.

Bislang erhielten mehr als 10500 Frauen und Männer unter seinem Dach eine Beschäftigung und Qualifizierung im öffentlich geförderten Sektor.

Gegenwärtig hat der Verein zwei Geschäftsfelder: den Arbeitsmarktservice mit Betreuung von über 100 Ein-Euro-Jobbern; Sozialwirtschaftsbetrieb „Hand in Hand“ und Pflege von Wanderwegen.

Zweites Feld ist der Sozialservice: Betrieb von Übergangswohnheimen für Asylbewerber; Koordinierung der Freiwilligenarbeit und des Netzwerks Soziale Dienste; Quartiersmanagement im Klinkengrund Bad Belzig.

Die Geschäftsstelle – mittlerweile in der Kuhlowitzer Dorfstraße 9 – wird seit einem Jahr von Johannes Blatt geleitet. Er hat dort die Nachfolge von Roland Leisegang angetreten.

Auch aus diesem Grund soll das Wachstum in lokal und zeitlich überschaubar verlaufen. Große Beschäftigungsgesellschaften, wie es einst der AAfV einmal war braucht es gerade nicht. Wohl aber sollen einige die Chancen erhalten, die ungeachtet der aktuellen Konjunktur auf dem Arbeitsmarkt zwischen Havel und Fläming noch nicht vermittelt werden konnten.

Von René Gaffron

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