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Spargel „Made in Beelitz“ immer bekannter

Spargelbauern wollen für ihr Edelgemüse europäisches Schutzsiegel Spargel „Made in Beelitz“ immer bekannter

Spargel „Made in Beelitz“ wird als Marke immer bekannter. Das hat eine Umfrage der Industrie- und Handelskammer Potsdam gezeigt. Das Ergebnis der Umfrage beflügelt den Beelitzer Spargelverein in seinem Ansinnen, das Edelgemüse aus der Region zu einer auch europaweit geschützten Marke zu machen.

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Verena Hiller verkauft seit vier Jahren in Rehbrücke Spargel: Bald könnte das Edelgemüse EU-Schutzstatus genießen.

Quelle: Christel Köster

Beelitz. Der Spargelverein ist seinem Ziel, den Beelitzer Spargel europaweit als Marke zu etablieren und vor Produktpiraterie zu schützen, einen wichtigen Schritt näher gekommen. Wie die Industrie und Handelskammer Potsdam (IHK) mitteilte, hat das Edelgemüse aus der Region bei einer Umfrage unter Unternehmen aus dem Handel und dem Hotel-und Gaststättengewerbe glänzen können. Das Umfrageergebnis ist Grundlage für eine Stellungnahme für das Deutsche Patent- und Markenamt in München, das derzeit prüft, ob „Beelitzer Spargel“ das EU-Schutzsiegel verdient hat und damit in einer Liste mit Parmaschinken, Dresdner Stollen oder Nürnberger Lebkuchen steht.

Das Verzeichnis wird von der Europäischen Kommission geführt – regionale Produkte, die es dorthin schaffen, erhalten ein blau-gelbes Siegel mit der Bezeichnung„Geschützte Geographische Angabe“. Dieses Prädikat hat im Land Brandenburg bislang nur die Spreewaldgurke verliehen bekommen. Im Prüfverfahren spielt der Bekanntheitsgrad des Produkts eine wichtige Rolle. Auf dem Feld kann das Edelgemüse zunehmend punkten. „Beelitzer Spargel war zunächst überwiegend regional bekannt. Durch Werbung und überregionale Vermarktung – insbesondere in den letzten zehn Jahren – hat das Gemüse an Bekanntheit gewonnen“, sagte IHK-Tourismusexpertin Barbara Nitsche. Das Ergebnis der Umfrage, die die IHK mit dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Brandenburg durchgeführt hat, fast sie so zusammen: „Beelitzer Spargel steht für Qualität und Frische und erfreut sich allgemeiner Bekanntheit.“ Befragt wurden 85 Unternehmen im Potsdamer Kammerbezirk, der sich über Westbrandenburg erstreckt. Eine Frage war, ob der Begriff „Beelitzer Spargel“ in Handel, Werbung und im allgemeinen Sprachgebrauch verwendet wird. Von 85 Firmenvertretern sagten 78 Ja, das sind fast 92 Prozent. Auch auf die Frage, ob der Markenname beim Verbraucher in der Region und darüber hinaus bekannt ist und besonderes Ansehen genießt, antworteten 76 Firmenlenker mit Ja. Nach dem Umfrageergebnis „wird von uns eine klar positive Stellungnahme an das Patent- und Markenamt gehen“, sagte Nitsche. Und: „Wenn man so ein gutes Produkt hat, kann eine ganze Region davon profitieren.“

Beelitzer Spargelanbaugebiet

Spargel wird rund um Beelitz inzwischen auf 1550 Hektar angebaut.

Der Spargelanbau hat in der Region eine lange Tradition, die 1861 begründet wurde.

Vor 154 Jahren legte der Ackerbürger und Glasermeister Carl Friedrich Wilhelm Herrmann den Grundstein für die bis heute währende Tradition: „Er baute ein Gemüse an, das kaum jemand kannte – das aber bald jeder wollte“, heißt es in der Spargelchronik der Stadt Beelitz.

1990 war die Anbaufläche auf nur noch zehn Hektar geschrumpft.

Nach 1990 begann eine Erfolgsgeschichte. Kein anderes Gemüse in Brandenburg erlebte einen solchen Aufschwung wie der Spargel.

Im Beelitzer Spargelverein sind 15 Spargelbauern der Region vereint.

Sollte der Beelitzer Spargel das EU-Schutzsiegel erhalten, „kann sich auch das Land Brandenburg damit schmücken“, so Manfred Schmidt, Vorsitzender des Spargelvereins. Für ihn hat das Güte-Prädikat mehrfache Bedeutung: „Die Marke ist dann europaweit geschützt – von Lettland bis Portugal. Auch die Griechen müssen dann aufpassen, dass sie ihren Spargel nicht als Beelitzer verkaufen.“ Spargelbauern der Region hatten immer mal wieder mit Etikettenschwindel zu kämpfen. Vor allem bei No-Name-Händlern soll die Gefahr lauern, dass die als Beelitzer Spargel angepriesenen Stangen zum Beispiel auf polnischen Feldern geerntet wurden. Mit EU-Schutzsiegel „können wir dann europäische Institutionen nutzen, um dagegen vorzugehen“, so Schmidt. Im Blick haben die Spargelbauern auch den Werbeeffekt, der mit dem Siegel verbunden ist. „Große Ketten nehmen solche Marken gern, weil dahinter ein seriöses Produkt steht. Für die Beelitzer Spargelbauern würde das den Zugang zu den Supermärkten erleichtern“, sagte Schmidt. Sein Spargelverein hatte den Antrag fürs Güte-Prädikat 2014 gestellt. Das Verfahren ist langwierig. Beim Schrobenhausener Spargel hat es zehn Jahre gedauert, „um es in Brüssel durchzubekommen“.

Von Jens Steglich

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