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Spargelbauern blicken sorgenvoll in die Zukunft

Ragösen/Bardenitz Spargelbauern blicken sorgenvoll in die Zukunft

Die beiden Spargelhöfe im Hohen Fläming mussten in dieser Saison heftige Ernteeinbußen hinnehmen. Bis zu 30 Prozent weniger als im vergangenen Jahr kamen zusammen. Und das ist noch längst nicht alles, worüber sich die Landwirte grämen müssen.

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Da muss einem doch trübe im Gemüt werden: Das Spargelfeld bei Ragösen steht unter Wasser.

Quelle: privat

Ragösen/Bardenitz. Für die Spargelbauern im Hohen Fläming endete die diesjährige Saison mit schmerzlichen Ernterückgängen. Die Höfe in Ragösen und Bardenitz musste Einbußen von 25 bis 30 Prozent hinnehmen – ein herber Schlag für die Landwirte. Bundesweit wird von Rückgängen zwischen 10 und 30 Prozent berichtet. Die Wetterkapriolen haben keinen Landwirt verschont.

Sladjana Mitic vom Spargelhof Ragösen hat besonders unter den starken Regenfälle Anfang Juni gelitten. Die Felder in Größe von rund 14 Hektar wurden überschwemmt und konnten von den acht Mitarbeitern nicht betreten werden. „Wir mussten deshalb Bestellungen absagen, es kam nichts rein, meine rumänische Brigade musste ja trotzdem bezahlt werden“, erklärt Mitic die Kette der einander bedingenden Probleme.

So sieht es in guten tagen aus

So sieht es in guten tagen aus: Frischer Spargel, der direkt am Feld verkauft wird.

Quelle: dpa

Zu schaffen hat ihr zudem noch der trockene Frühling gemacht. „Erst habe ich für Regen gebetet, dann kam viel zu viel davon“, fasst Mitic die schlechte Spargelsaison zusammen.

Der Bardenitzer Spargel- und Erdbeerbauer Andreas Wittmann sieht weniger den Regen als Ursache für die schlechte Ernte auf seinen 60 Hektar Anbaufläche. Seiner Meinung nach trägt der zu warme Winter die Schuld: „Der Spargel ist deshalb nicht zu Ruhe gekommen und hat viel Energie gelassen“, erklärt der aus Bayern stammende Landwirt.

Zufriedenheit in Beelitz

Die Spargelbauern im bekanntesten Brandenburgeranbaugebiet Beelitz zeigen sich zufriedener mit dem Saisonverlauf als ihre Kollegen im Fläming.

Die 14 Anbaubetriebe in und um Beelitz haben von Mitte April bis zum 24. Juni annähernd 9000 Tonnen Spargel eingebracht.

Die Betriebe bewirtschaften 1600 Hektar und beschäftigen rund 3000 Saisonkräfte für die Ernte.

Bundesweit ist Spargel das Gemüse mit der größten Anbaufläche. Auch in Brandenburg ist das so, rund 15 Prozent der landwirtschaftlichen Anbaufläche wird vom Edelgemüse belegt.

Zum schlechten Ertrag kommen für Wittmann noch zahlreiche andere Sorgen: der Mindestlohn macht ihm zu schaffen, die Spargel-Konkurrenz aus Polen schläft nicht und was am Ende trotz aller Widrigkeiten beim Landwirt übrig bleibt, reicht kaum zum Leben. „Was bei mir übrig bleibt, interessiert keinen, nur das Finanzamt, dass dann von dem mageren Gewinn auch noch etwas haben will, „ sagt Wittmann frustriert, „da verliert man die Lust.“

Mindestlohn und Ernteeinbußen führen zu höheren Preisen für die Verbraucher und weniger Absatz. Laut der Bonner Agrarmarkt-Informationsgesellschaft kauften die Verbraucher beispielsweise im traditionell starken Spargelmonat Mai rund zehn Prozent weniger Spargel als vor einem Jahr. Mit im Schnitt 7,20 Euro pro Kilogramm weißen deutschen Spargel kostete das Edelgemüse demnach in dieser Saison so viel wie wohl nie zuvor. Damit lagen die Kosten für die Verbraucher im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent höher.

Landwirtin Sladjana Mitic

Landwirtin Sladjana Mitic

Quelle: Andreas Koska

Bei Andreas Wittmann, der neben dem Spargel auch Erdbeeren Erdbeeren anbaut, ist die Saison beendet. Auch für Sladjana Mitic war am 25. Juni vorerst Schluss; einen Tag nach dem traditionellen Ende der Saison zu Johanni. „Erfahrungsgemäß rennen uns die Kunden am 25. Juni die Bude ein und wollen noch den allerletzen frischen Spargel erwerben“,sagt Mitic und lächelt.

Mitte Juli öffnet ihr Hof in Ragösen wieder seine Tore, dann ist die Heidelbeerernte dran. „Ich hoffe, dass diesmal das Wetter mitspielt und viele die Gelegenheit nutzen, selbst zu pflücken“. sagt die Landwirtin.

Von Andreas Koska

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