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Spaßbad-Streit in Werder geht vor Gericht

Stillstand auf Baustelle der Blütentherme in Werder/Havel Spaßbad-Streit in Werder geht vor Gericht

Fünf Jahre Zeitverzug – das ist die traurige Prognose für das Thermen-Projekt in Werder/Havel.Seit 2011 baut die Kristall Bäder AG für die Stadt Werder die Blütentherme. Ursprünglich sollte sie Ende 2012 fertig sein. Aber seit Monaten stockt der Bau. Jetzt scheint das Tischtuch endgültig zerrissen. Man sieht sich vor Gericht wieder.

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Nichts geht mehr auf der Baustelle der Blütentherme in Werder – nur das Unkraut gedeiht.
 

Quelle: Köster

Werder .  Stille an der unvollendeten Blütentherme am Großen Zernsee. Dabei sollten sich die Werderaner und ihre Gäste schon im Winter 2012 im wohlig warmen Wasser erholen können. Doch von Entspannung keine Spur. Zwischen Stadt und der fränkischen Kristall Bäder AG herrscht jetzt Funkstille, nachdem es zuvor über Monate zwischen beiden gebrodelt hatte. Nun stehen sich nach einer Klage der Bäder AG die Stadt und die Gesellschaft am 21. Juni vor dem Landgericht gegenüber. Den ersten Termin im März hat das Gericht verschoben, damit die Bäder AG die Antwort der Stadt Werder auf die Klage der Gesellschaft in angemessener Zeit auswerten kann.

Das Unternehmen fordert von Werder 500 000 Euro für zusätzliche Bauleistungen. Doch für die Stadt sind die Forderungen nicht berechtigt, hat die Bäder AG Bauleistungen nicht wie vereinbart erfüllt. Nach mehrmaligen Auseinandersetzungen mit der Bäder AG sieht die Kommune als Bauherr das Vertrauensverhältnis zu ihrem Vertragspartner als zerrüttet. Das hat die Stadtführung auf Nachfrage der MAZ schon vor dem ersten Gerichtstermin klargestellt. „Dem ist auch vor dem zweiten Termin nichts hinzuzufügen“, sagt der 1.Beigeordnete Christian Große (CDU). Trotz der gerichtlichen Auseinandersetzungen lässt die Stadtführung keinen Zweifel daran, dass die Kommune die Blütentherme vollenden wird. Die Stadt sei finanzstark genug, um die größte Investition Werders mit einem zuverlässigen und glaubwürdigen Partner zu vollenden. Dass dies weiter die Bäder AG sein wird, bezweifeln inzwischen viele.

Werder lehnt weitere Zahlungen ab

Für die Bäder AG ist die Therme zu 80 Prozent fertig, für die Stadt zu 52 Prozent. Ursprünglich sollte die Therme 18 Millionen Euro kosten. 

Bei Überprüfungen 2014 stellt die Stadt Werder fest, dass nicht alle Bauleistungen laut Vertrag vollständig ausgeführt wurden, sie vermisst unter anderem ein Kinderbecken im Sportbereich, ein Becken mit zwölf Prozent Solegehalt und eine Außensauna.

 

Die Stadt Werder ging nach anfänglichem Baufortschritt auf weitere Zahlungen in Höhe von 900 000 Euro ein, wie von der Bäder AG für zusätzliche Bauleistungen gefordert. Weitere Zahlungen lehnt die Kommune aber ab.

Die Kryos AG Wellness und Bäderbau errichtet im Auftrag der Bäder AG die Blütentherme. Das Unternehmen für Wirtschaftsinformationen Genios bescheinigt dem Unternehmen Kryos eine durchschnittliche Bonität, die der Kristall Bäder AG wird mit hervorragend beurteilt.

Für den Aufsichtsratsvorsitzenden der Kristallbäder AG, Heinz Steinhart, ist das Tischtuch noch nicht komplett durchschnitten. „Ich setze auf eine Einigung mit der Stadt und die Weiterführung unseres Vertrages, denn wir wollen die Therme zu Ende bauen und betreiben“, sagt er auf Nachfrage der MAZ. Während Steinhart an die Fertigstellung der Blütentherme mit der Kristall Bäder AG in absehbarer glaubt, hält Werder ein Anbaden vor 2017 für unrealistisch. Und man verfolgt im Werderaner Stadthaus offenbar auch die Auseinandersetzungen des Bäderkönigs mit der fränkischen Gemeinde Fichtelberg. Dort muss Steinhart jetzt der Kommune etwa 950 000 Eurozahlen überweisen, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Die Gemeinde Fichtelberg in Oberfranken habe den lange währenden Gerichtsstreit mit der Bäder AG gewonnen. Seit Jahren gebe es rund um das 2012 abgebrannte Thermalbad in Fichtelberg juristische Auseinandersetzungen. Die Kommune hatte Darlehensraten sowie Personal- und Verwaltungskosten von Steinhart zurückgefordert. Der Unternehmer dagegen hatte Schadenersatz von der Gemeinde verlangt. Inzwischen sind zwar die Reste der abgebrannte Therme beiseite geräumt. Aber damit die Besucherzahlen in der Region wieder steigen, sind viele Bewohner – mittlerweile auch der Gemeinderat – dafür, dass Steinhart die Therme wieder aufbaut. Wann und wie, ist offen. Genauso unklar ist gegenwärtig die Vollendung der Blütentherme in Werder.

 

 

Von Regine Greiner

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