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Potsdam-Mittelmark Spatenstich ohne Baugenehmigung
Lokales Potsdam-Mittelmark Spatenstich ohne Baugenehmigung
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14:28 20.09.2017
Sandra Heyer (re.) vom Förderverein sowie Kita-Leiterin Monika Lange (li.) vollzogen mit Knirpsen aus Marzahna den ersten Spatenstich zum Kita-Neubau. Quelle: Thomas Wachs
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Marzahna

Die künftigen Nutzer durften als erste mit zum Spaten greifen. Gemeinsam mit Jungen und Mädchen aus dem „Haus der kleinen Strolche“ ist in Marzahna jetzt symbolisch der erste Spatenstich für das neue Domizil des Kindergartens erfolgt. „Allerdings fehlt dafür noch immer die Baugenehmigung“, räumt Michael Knape (parteilos) ein. „Wir haben sie vor vier Monaten beim Landkreis eingereicht und wollten längst bauen“, sagt der Bürgermeister aus Treuenbrietzen verärgert.

Jedoch führe die neue Bauordnung des Landes derzeit nicht nur für das Projekt in Marzahna zu bisher ungekannten Verzögerungen. „Es gibt enorme Hürden“, bestätigt Architekt Jörg Poltermann. Somit könnten nun lediglich weiter vorbereitende Arbeiten erledigt und die Ausschreibungen für nächstes Jahr vorbereitet werden. Dabei erhofft sich Michael Knape Unterstützung von der Kreisverwaltung „wenigstens in Form einer baldigen Baugenehmigung. Immerhin ist der Landkreis für die Schaffung von Kita-Plätzen zuständig“, sagte der Bürgermeister am Rande des Spatenstichs.

Schulbau wird zum Kindergarten

Bis September 2018 möchte die Stadt Treuenbrietzen rund 750 000 Euro in ihrem Ortsteil Marzahna investieren, um einen Teil des Flachbaus der früheren Schule zum Kindergarten umzubauen. Das bisherige Gebäude des Kindergartens müsste ebenfalls saniert werden, bietet dafür aber schlechtere Voraussetzungen. „Dort haben wir überall Treppen und den Spielplatz nicht direkt im Blick“, sagt Monika Lange, die langjährige Leiterin des Hauses. Sie freut sich bereits auf den Umzug ins Gemeinschaftshaus, das Spielplatz und Sporthalle ebenerdig künftig direkt vor der Tür bietet.

Nicht nur in Marzahna investiert die Stadt derzeit in den Ausbau der Kindergärten, um Engpässe bei den Betreuungsplätzen zu beseitigen. Weitere Bauarbeiten erfolgen für die Tagesstätte „Kinderland“ in Pechüle sowie für die Erweiterung der Treuenbrietzener „Spielkiste“ in Räumen der bisherigen Bibliothek auf dem Hof. Die Stadt setzt dafür insgesamt eine Fördersumme von einer Million Euro aus dem Investitions-Förderungsgesetz des Bundes für finanzschwache Kommunen ein. Dafür ist kein Eigenanteil zu leisten.

In Marzahna werden demnächst nun einige ehemalige Schulräume umgebaut, um auf rund 400 Quadratmetern Nutzfläche barrierefrei Platz für 38 Kinder zu schaffen. Zehn Plätze und ein gesonderter Gruppenraum sind für den Krippenbereich vorgesehen. „Ansonsten sind baulich flexible Nutzungsmöglichkeiten geplant“, erklärt Architekt Jörg Poltermann.

Architekt Jörg Poltermann (li.) erklärt die besonderen Fenster der künftigen Kita in Marzahna. Sie öffnen nach außen. Quelle: Thomas Wachs

„Die bisherigen Nutzer aus diversen Vereinen rücken künftig zusammen“, sagt Ortsvorsteher Harry Strauch. Der gesamte Bau behält nämlich seine Funktion als Zentrum der Dorfgemeinschaft. Für den aktuell nicht für den Kindergarten benötigten Trakt des Gebäudes laufen weitere Förderanträge, „um auch diesen Teil möglichst schnell noch energetisch zu sanieren“, sagt Bürgermeister Michael Knape.

Zuzug im Dorf verzeichnet

Harry Strauch ist optimistisch, dass die Auslastung der Tagesstätte anhalten wird. „Wir hatte in den letzten eineinhalb Jahren Zuzug von 21 Personen, darunter sieben Kinder im Schul- und Kindergartenalter“, erklärt der Ortsvorsteher. Bis auf schwer sanierungsbedürftige große Höfe fänden sich für frei werdende Immobilien im Dorf heute zumeist schnell wieder neue Nutzer.

Auch Bürgermeister Knape hofft daher, „dass Marzahna als Kita-Standort nun wieder ein stabile Zukunft hat. Vor zwei Jahren sah das noch anders aus.“ Damals betreuten vier Erzieher maximal 13 Kinder. Heute sind es zehn Kollegen für 45 Kinder, erklärt Monika Lange gegenüber der MAZ. Abgefangen werden aktuell nämlich auch Kinder, für die ihre Eltern im Stadtgebiet zunächst nicht ihren Wunschplatz in den ebenfalls voll besetzten Tagesstätten bekommen haben.

Sollte Marzahna dauerhaft eine hohe Nachfrage verzeichnen, biete das Konzept für die neue Tagesstätte auch Erweiterungsmöglichkeiten, sagte Michael Knape auf Nachfrage der MAZ. Über den Umgang mit dem jetzigen Gebäude des Kindergartens müsse noch entschieden werden, so der Bürgermeister.

Mehr Kinder geboren als in den Vorjahren

Insgesamt verfügt die Stadt – inklusive der von einem freien Träger betriebenen Tagesstätte „Arche Noah“ – aktuell über rund 330 Kindergartenplätze, sagt Bürgeramtsleiter Ralf Gronemeier. Allein in diesem Jahr seien bereits 49 Kinder geboren. Voriges Jahr waren es 65, in den Jahren davor aber jeweils nur um die 35 Neubürger. Hinzu kamen zuletzt ungewöhnlich starke Zuzüge von Familien mit Kleinkindern.

Diesen Trend verzeichnen aktuell auch viele andere Kommunen im Fläming. Das hat insgesamt dazu geführt, dass die vom Landkreis als Planungsgrundlage herangezogenen langfristigen Prognosen zumeist deutlich überboten werden und in vielen Orten Engpässe bei den Betreuungsplätzen entstehen. „Die Realität ist nun eine ganz andere als die Planung“, sagt Treuenbrietzens Bürgermeister. „Darauf müssen wir reagieren und tun es mit den Investitionen in die drei Standorte und damit in die Kinder als Zukunft unserer Orte“, so Michael Knape.

Von Thomas Wachs

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