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Potsdam-Mittelmark Speed-Dating für Arbeitsuchende in Niemegk
Lokales Potsdam-Mittelmark Speed-Dating für Arbeitsuchende in Niemegk
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19:52 20.10.2016
Die Chefin der Potsdamer Arbeitsagentur, Ramona Schröder, und Niemegks Amtsdirektor, Thomas Hemmerling, veranstalten in Niemegk das erste Chef-Dating. Quelle: Saskia Kirf
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Niemegk

Um Arbeitsuchende auf freie Stellen zu vermitteln, gehen die Potsdamer Agentur für Arbeit und das Amt Niemegk einen ungewöhnlichen Schritt: In dieser Woche haben sie gemeinsam zum ersten Chef-Dating eingeladen; bei erfolgreichem Verlauf sollen solche Veranstaltungen im Landkreis wiederholt werden. Ähnlich wie bei einem Speed-Dating in der Partnersuche wurden hier Gespräche arrangiert, nach einigen Minuten wechselten die Teilnehmer zum nächsten Gesprächspartner.

Im Niemegker Kulturhaus bekamen zehn ausgesuchte Kunden der Agentur die Gelegenheit, mit fünf Chefs örtlicher Unternehmen, darunter die Grillwagenflotte Niemegker Grillhähnchen und der Oberflächenveredler Enviral, ins Gespräch zu kommen. „Gerade Langzeitarbeitslose haben oft ungewöhnliche Lebensläufe mit Lücken darin“, erläutert die Chefin der Potsdamer Agentur für Arbeit, Ramona Schröder, den Ansatz. „Im persönlichen Gespräch ist es viel leichter, darüber zu reden.“

„Auf diesem Wege fallen die Menschen nicht durchs Raster“, ergänzt der Niemegker Amtsdirektor, Thomas Hemmerling. Ihm ist wichtig, Arbeitgeber und -nehmer aus der Region zusammenzubringen. „Als Gemeinde in der Metropolregion Berlin sehen wir eine Entwicklung auf uns zukommen“, sagt er. Auf die wolle sich das Amt vorbereiten, indem es nicht nur Wohnraum, sondern auch Arbeitsplätze bietet. Zudem stehe das Gewerbegebiet im Ort vor der Erweiterung, Fachkräfte könnten weitere Arbeitgeber nach Niemegk locken.

Vergleichsweise geringe Arbeitslosigkeit

74 Arbeitslose gibt es der Potsdamer Agentur für Arbeit zufolge im Niemegker Stadtgebiet – keine schlechte Quote. 30 davon sind langzeitarbeitslos, also seit mehr als einem Jahr ohne Anstellung.

Das entspricht einer Quote von 41 Prozent. Der Wert liegt damit unter dem Durchschnitt im Kreis, in den meisten Gemeinden gibt es einen höheren Anteil Langzeitarbeitsloser.

Gleichzeitig sind im Ort 44 freie Stellen vorhanden. Das Chef-Dating soll dazu beitragen, diese an die Arbeitsuchenden aus Niemegk zu vermitteln.

Das ist an diesem Nachmittag im Kulturhaus allerdings noch Zukunftsmusik. Hier geht es eher um niederschwellige Vermittlung. Andrea Creutzburg sucht einen Mitarbeiter für die örtliche Nahkauf-Filiale. Ihr Angebot ist attraktiv, die Beförderung zum Leiter der Getränkeabteilung nach einem halben Jahr Betriebszugehörigkeit wird dem Bewerber nahezu versprochen – doch die Suche ist dennoch nicht leicht. „Harte körperliche Arbeit im Zweischichtsystem, auch am Sonnabend“, fasst die Einzelhändlerin die Hinderungsgründe für Arbeitsuchende zusammen. Besonders viel Hoffnung habe sie daher nicht, beim Chef-Dating einen Mitarbeiter zu finden, gibt Creutzburg zu. „Notfalls muss ich mich ans Arbeitsamt Wittenberg wenden“, sagt sie. „Ein Mitarbeiter aus der Region wäre mir lieber.“

Irina Grüneberg* wiederum sucht Arbeit, aber eher nicht im Einzelhandel. „Ich bin gelernte Systemgastronomin und möchte eigentlich in den Bereich der Konditorei“, sagt die 35-Jährige. Sie glaubt nicht, bei den Verabredungen im Kulturhaus einen neuen Job zu finden. „Aber wenn das Amt einlädt, dann muss man da sein“, ergänzt sie. Falko Kramer hingegen hat zwar Arbeit, sieht sich aber dennoch nach einer neuen Beschäftigung um. „Ich fahre täglich nach Berlin-Friedrichshain und arbeite im Schichtsystem“, sagt der Dahnsdorfer. „Das kostet sehr viel Zeit und Energie.“ Ein Umzug in die Hauptstadt komme nicht in Frage, schließlich sei er mit seiner Lebensgefährtin extra in den Fläming gezogen, um näher bei deren Familie zu sein. Da er aber keine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen kann, ist die Jobsuche für Kramer eine Herausforderung, „Für mich ist ein Termin wie das Chef-Dating wirklich super, denn so kann ich die Verantwortlichen viel besser von mir überzeugen“, sagt er. In seinen jetzigen Job kam Kramer, wie er selbst sagt, über eine lange Kette von Zufällen, die gute Beziehungen, perfektes Timing und viel Glück enthielten. Im persönlichen Gespräch jedoch scheint es besser zu funktionieren. Nach dem ersten Gespräch ist Kramer guter Dinge: „Die Chemie hat gestimmt.“ Nun winkt ihm ein Probearbeiten bei Enviral.

Anmerkung: Die Namen der Arbeitsuchenden wurden geändert, sind der Redaktion aber bekannt.

Von Saskia Kirf

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