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Spektakulärer Münzfund in Lühnsdorf

Überraschung bei der Gartenarbeit Spektakulärer Münzfund in Lühnsdorf

Martin König aus dem Niemegker Ortsteil Lühnsdorf bekam Herzklopfen. Einen Schatz mit 600 Münzen, Stücken und Scherben aus dem Mittelalter hat er beim Graben im Garten gehoben. Experten vom brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege werden den Fund jetzt untersuchen.

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Martin König hat beim Graben in seinem Lühnsdorfer Garten einen Schatz gehoben.

Quelle: Stefan Specht

Lühnsdorf. Als ausgewiesenen Archäologen oder gar renommierten Historiker kann man Martin König nicht bezeichnen. Und dennoch hat der gelernte Elektroniker in seinem Garten den vielleicht wichtigsten Fund in der Geschichte seines Dorfes gemacht. Bei Schachtarbeiten fand er knapp 600 Münzen, Münzteile und Tonscherben. Nach ersten eigenen Ermittlungen des Finders könnten die Silberlinge aus dem Anfang des 13. Jahrhunderts stammen. Damit wären sie etwa 100 Jahre älter, als die bislang bekannte erste urkundliche Erwähnung Lühnsdorfs. Sie stammt nämlich aus dem Jahr 1377.

Seltener Fund

Kein Wunder also, dass Martin König stolz auf seinen umfangreichen Fund ist. Doch behalten kommt nicht in Frage. In der vergangenen Woche hat er seine Entdeckung dem brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege gemeldet. „Doch dort war gerade Urlaubszeit“, berichtet Martin König. Am heutigen Mittwoch wollen Mitarbeiter vorbei schauen. „Ob sie aber erst die Formulare vorbeibringen oder gleich alles mitnehmen, kann ich noch nicht sagen“, so der 61-Jährige.Wer einen Fund macht, muss diesen laut Gesetz den zuständigen Behörden melden. Ansonsten macht er sich strafbar, was sogar mit Freiheitsentzug geahndet werden kann.

Bei Schachtarbeiten mit einem Minibagger kamen die Münzen zum Vorschein. Doch erst nachdem die groben Arbeiten beendet waren, nahm sich Martin König die Zeit, genauer nachzuschauen. „Ehrlich gesagt hatte ich das erst für Spielgeld gehalten“, sagt Martin König.

Sein Herz begann heftig zu schlagen, als sich herausstellte, dass es sich tatsächlich um einen historischen Fund handeln könnte. Ein erster Blick ins Internet brachte den Finder zu einem Beitrag auf der Internetpräsenz der Märkischen Allgemeinen Zeitung. Vor knapp zwei Jahren wurden in Götz ebenfalls Münzen gefunden. Auf den Bildern erkannte Martin König das Aussehen „seiner“ Münzen wieder. Bei der Einordnung half Fritz Moritz, der als Chronist ein lebendes Lexikon der Lühnsdorfer Geschichte ist. „Er war genau so baff wie ich“, erzählt Martin König.

Tagelang siebte er anschließend das Erdreich durch. Am Ende zählte er genau 466 ganze Münzen, sowie 209 halbe. Dazu kommen etliche Tonscherben, die zusammengesetzt wohl ein Gefäß ergeben. Bei den Münzen handelt es sich um so genannte „Markgrafen-Denare“, also Silberlinge aus dem 13. und 14. Jahrhundert, beidseitig geprägt. Vereinzelt lagen auch einseitig geprä̈gte Münzen – Brakteate – im Lühnsdorfer Erdreich. Diese Münzen sind noch einige Jahre älter.

Geschichte neu schreiben?

Bei den Lühnsdorfern schlug die Nachricht von dem sensationellen Fund ein wie eine Bombe. Seitdem fragt man sich im Ort: Muss unsere Heimatgeschichte umgeschrieben werden? Wer kann den Schatz und unter welchen Umständen vergraben haben? Gibt es vielleicht sogar noch mehr davon? Das sind Fragen, die vermutlich nicht abschließend beantwortet werden können.

Aber Martin König treibt noch etwas ganz anderes um. „Für uns wäre es toll, wenn die Münzen noch einmal in unseren Ort zurück kommen könnten“, sagt er und denkt dabei an eine Ausstellung. In der könnte der Fund aufgearbeitet sein und Aufschluss über die Bedeutung für den Ort und den Hohen Fläming geben.

Wie auch immer die Geschichte ausgehen wird, an sein Kribbeln im Bauch wird sich Martin König noch lange erinnern. „Irgendwie träumt doch jeder Mensch davon, einen echten Schatz zu finden. Ich habe das erlebt und muss sagen: Es war großartig“, so der Lühnsdorfer.

Von Stefan Specht

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