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Spektakulärer Schatz aus dem Spargelfeld

Hunderte Silberpfennige werden in Busendorf präsentiert Spektakulärer Schatz aus dem Spargelfeld

Ein spektakulärer Münzfund kann am 3. Juni in Busendorf bewundert werden. Auf den Schatz war der Lehniner Mario Lippert bereits im November 2015 gestoßen – in einem Spargelfeld bei Busendorf. Bei mehreren Suchaktionen sind mehr als 600 Silberpfennige gefunden worden. Es gab vorher einen Hinweis auf den Schatz – in einer alten Zeitung aus den 1920er Jahren.

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Bei Grabungen wurden Münzen und Tonscherben gefunden.

Quelle: T. Kersting

Busendorf. Ein Münzschatz wie er im Buche steht, wird am 3. Juni in Busendorf erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Entdeckt hat ihn der Lehniner Mario Lippert bereits im November 2015 – in einem Spargelfeld nordwestlich von Busendorf. Der ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger hatte im Auftrag des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und des Archäologischen Landesmuseums die Spargelanbaufläche mit einem Metallsuchgerät abgegrast und war im Randbereich der einstigen Wüstung Heensdorf fündig geworden – so werden in der Vergangenheit aufgegebene Siedlungen oder Wirtschaftsflächen genannt, an die aber noch Urkunden, Flurnamen oder Reste im Boden erinnern. Dieses Heensdorf wird auch Heinrichsdorf genannt.

Lippert las an jenem Novembertag innerhalb einer Stunde bereits 70 verstreut liegende Denare auf. Das sind zweiseitig geprägte Silberpfennige. Dass er dort gesucht hat, war kein Zufall. „Es gab einen Hinweis in den 1920er Jahren in der Potsdamer Tageszeitung“, sagte Wilko Krone, Vorsitzender des Vereins der Potsdamer Münzfreunde, der MAZ. In der alten Zeitung fand sich die Notiz, dass ein Bauer in Busendorf damals beim Pflügen Münzen gefunden hat.

Die im November 2015 entdeckten Münzen lagen meist nur wenige Zentimeter unter der Erdoberfläche, sagte Christof Krauskopf, Sprecher des Landesamtes. Lippert hatte nach seinem Fund das Landesamt sofort informiert. Einige Tage später sicherte er zusammen mit einem Kollegen weitere Silberpfennige, auch halbierte Stücke und Keramikscherben entdeckten sie.

Bei Busendorf gefundene Silberpfennige, die Denare genannt werden

Bei Busendorf gefundene Silberpfennige, die Denare genannt werden. .

Quelle: W. Krone

Den Fund übernahm dann Thomas Kersting, der im Landesamt das Dezernat Bodendenkmalpflege leitet. Er ordnete damals für den 24. November eine sogenannte archäologische Not- und Rettungsgrabung an, die noch mehr zutage förderte. Die Rede ist von einer größeren Ansammlung von Scherben, unter denen sich viele eng aneinander liegende Pfennige befanden – in etwa 50 Zentimeter Tiefe. Die Experten haben dafür eine plausible Erklärung. Wahrscheinlich wurde der „Pfennigkrug“, von dem die Scherben stammen, beim Umpflügen des Ackers zerstört. Auch die „Streuung“ des Inhalts kann mit Pflugarbeiten erklärt werden. „Möglich ist zum Beispiel, dass beim Furchenziehen die Münzen etwas verteilt wurden“, sagte Wilko Krone vom Verein der Potsdamer Münzfreunde. Zusammen mit Hans-Dieter Dannenberg hatte Krone Ende Februar mit der Einordnung der Münzen begonnen. „Alle vorgelegten 502 Pfennige und 80 Pfennighälften gaben sich als brandenburgische Gepräge aus der Mitte des 13. Jahrhunderts zu erkennen“, heißt es in einer Mitteilung des Landesamtes. Der Münzschatz aus Busendorf erweist sich indes inzwischen als noch größer. Laut Krone machte sich der Schatzfinder Mario Lippert jüngst im Mai noch einmal auf Münzsuche, „nachdem das Spargelfeld dort abgepflügt worden war“. Wieder schlug das Suchgerät an. Lippert fand gut 100 Pfennige und 17 Pfennighälften, die wahrscheinlich bei den ersten Suchaktionen für die Metallsonden noch etwas zu tief in der Erde lagen. Jetzt sind es also mehr als 600 Pfennige und 97 Hälften. Die Busendorfer Münzen sind aus Silber, haben einen Durchmesser zwischen 14,5 und 17 Millimetern und sind im Durchschnitt etwa 0,70 Gramm schwer.

Der Schatz wird gezeigt

Wer den Münzschatz sehen und mehr von dem Fund erfahren will, sollte am Freitag, dem 3. Juni, 17 Uhr, in den Busendorfer Gemeinderaum (am Sportplatz) kommen.

Bevor sie in Magazinen und Museen landen, sollen die Münzen in Busendorf gezeigt werden. Außerdem spricht Thomas Kersting vom Landesamt für Denkmalpflege über den Umgang mit Bodendenkmalen.

Der Finder des Schatzes, Mario Lippert, wird über seine Tätigkeit und das Funderlebnis berichten.

Die Münzspezialisten Hans-Dieter Dannenberg und Wilko Krone präsentieren zudem die Ergebnisse ihre Auswertungen.

 

Der Schatz aus dem Spargelfeld ist der dritte spektakuläre Münzfund innerhalb kurzer Zeit in Potsdam-Mittelmark. Im Januar 2014 wurden Geldstücke in Götz entdeckt, im Oktober 2015 in Lühnsdorf. In den beiden Orten sind die Funde bereits präsentiert worden. Der Busendorfer Schatz wird am 3. Juni gezeigt (siehe Info-

Von Jens Steglich

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