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Sprechstunde Zuhause bei Beschs

Michendorfer Ortsvorsteher empfängt Bürger in seiner Wohnung Sprechstunde Zuhause bei Beschs

Hereinspaziert in die gute Stube! So ähnlich könnte es jetzt heißen, wenn Michendorfs Ortsvorsteher Hartmut Besch (FDP) seine Bürger zur Sprechstunde empfängt. Die findet ab sofort nämlich Zuhause bei Familie Besch statt. Hinter der Einladung zum Hausbesuch steckt freilich ein Konflikt, der zum Verlust des bisherigen Büros führte.

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Ab sofort empfängt Hartmut Besch die Bürger in seiner Wohnung zur Sprechstunde.

Quelle: Jens Steglich

Michendorf. Wer die Sprechstunde des Michendorfer Ortsvorstehers besucht, wird künftig zuerst von Herkules begrüßt. Herkules ist ein Bernhardiner – der Bernhardiner von Hartmut Besch (FDP). Der Vierbeiner ist meist im Vorgarten unterwegs und bewacht sozusagen das Zuhause von Familie Besch. „Keine Angst: Er ist sehr friedlich, wenn, dann will er nur spielen“, sagt der Ortsbürgermeister. Dass er ab sofort die Bürger in seiner Wohnung Am Dieck 17 empfängt, gehört zu den Kuriositäten dieses Sommers. Er hat im Wohnhaus bereits sein Arbeitszimmer neben der Stube für die neue Aufgabe hergerichtet. Die Ikea-Regale mit den Büchern sind in den Schuppen verfrachtet worden, um Platz zu schaffen für die Unterlagen, die ein Ortsvorsteher so hat. Zur Bürgersprechstunde werden die Probleme der Leute fortan daheim bei Familie Besch besprochen – in gemütlichem Rahmen bei einem Glas Wasser.

Doch was ist passiert? Michendorfs Ortsvorsteher und der Ortsbeirat nutzten jahrelang einen Büroraum in einem Anbau am Verwaltungsgebäude in der Poststraße. Den angestammten Platz musste Besch nun räumen – bis 30. Juli hatte er dafür Zeit. Die Verwaltung braucht den Büroraum für die eigenen Mitarbeiter, sagt Reinhard Mirbach (CDU), Bürgermeister der Großgemeinde Michendorf. Er spricht von beengten Verhältnissen im Verwaltungshaus. Dass der dortige Anbau mit in Beschlag genommen werden soll, wird vor allem mit der Zunahme der Teilzeitbeschäftigungen begründet. „Wir haben gefragt, ob eine zeitlich versetzte Doppelnutzung mit dem Ortsbeirat möglich ist. Der Ortsbeirat hat dies abgelehnt“, so Mirbach. Daraufhin kündigte er den Raum und bot Ortsvorsteher und Beirat einen Sitzungsraum im Gemeindezentrum „Apfelbaum“ und die dortige Küche an. Zum Zimmer im ersten Geschoss führt allerdings eine steile Treppe hoch – „da hat man selbst schon zu tun“, so Besch. Für Gehbehinderte wäre der Gang zur Sprechstunde noch schwerer, Rollstuhlfahrer hätten keine Chance. Besch entschloss sich daher, die Leute in seiner Wohnung zu empfangen. Dort seien die Bedingungen besser: „Sie ist barrierefrei und es gibt Telefon- und Internet-Anschluss“, sagt er.

Mirbach kann man freilich nicht vorwerfen, auf die Vorhaltung, seiner Raumofferte fehle die Barrierefreiheit, nicht reagiert zu haben. Er hat dem Ortsvorsteher inzwischen angeboten, ab 1. August den kleinen Sitzungssaal im Erdgeschoss des Gemeindezentrums jeden Dienstag von 16 bis 18 Uhr für die Sprechstunde zu nutzen. An Beschs Entscheidung ändert das nichts. Der Sitzungssaal habe keine Telefon- und Internetverbindung und auch keine Verbindung zur Verwaltung, um auf kurzem Weg Probleme klären zu können. „Wenn dort Veranstaltungen stattfinden, ist er auch nicht nutzbar.“ Besch: „Hier wird dem Ortsvorsteher des größten Ortsteils die Arbeit erschwert.“ Er verweist auf einen Beschluss des Ortsbeirats, der vom Bürgermeister gefordert hatte, die Sache so zu regeln, dass der bisherige Büroraum weiter genutzt werden kann. Dies sei möglich. Besch spricht von drei Kaffeestuben, die es im Verwaltungshaus gebe. Eine weniger und man hätte ein zusätzliches Büro, so seine Rechnung. Seine nächste reguläre Sprechstunde ist am Dienstag, 16 bis 18 Uhr, bei sich daheim, Am Dieck  17. Herkules, der Bernhardiner, wird auch da sein und friedlich die Leute begrüßen. Er kann die Situation gut einschätzen und unterscheiden, ob es Bürgerbesuch ist oder ein Einbrecher, sagt Besch.

Von Jens Steglich

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