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Sprengmeister-Azubi: So war die Entschärfung

Bombe in Stahnsdorf Sprengmeister-Azubi: So war die Entschärfung

Rund 3000 Menschen mussten am Dienstagmorgen in Stahnsdorf (Potsdam-Mittelmark) ihre Wohnungen verlassen. Grund war eine Bombenentschärfung im Techno Park. Bei der Entschärfung ist der routinierte Sprengmeister Mike Schwitzke von einem Auszubildenden unterstützt worden. Wir haben ihn nach seinen Eindrücken befragt.

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Stahnsdorf braucht einen neuen Geist

Mike Schwitzke (rechts) und Christopher Ulke nach der geglückten Entschärfung.

Quelle: MAZ

Potsdam/ Stahnsdorf. Die Entschärfung der 250-Kilo-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg in Stahnsdorf (Potsdam-Mittelmark) ist gelungen. Nach Angaben von Sprengmeister Mike Schwitzke waren alle Anwohner, Angestellte von Unternehmen, Schüler und Flüchtlinge rechtzeitig evakuiert worden. Schwitzke entschärfte die Bombe um 12.40 Uhr, der Sperrkreis konnte danach aufgehoben werden. Der Sprengmeister ist dieses Mal von dem Auszubildenden Christopher Ulke unterstützt worden (siehe Interview). Die Bombe war am Montag bei einer routinemäßigen Suche gefunden worden.

Der Auszubildende Ulke hatte am Dienstag seinen ersten Einsatz

Der Auszubildende Ulke hatte am Dienstag seinen ersten Einsatz.

Quelle: MAZ

Entschärfung ist um eine Stunde verschoben worden

Zuvor musste die für 11 Uhr geplante Entschärfung der 250-Kilogramm-Fliegerbombe um eine Stunde auf 12 Uhr verschoben werden. „Die Flugsicherung in Berlin spielt nicht mit“, so Schwitzke flapsig zur MAZ. Doch das stimmte so nicht ganz.

Hintergrund: Der Flugraum über dem Ort des Bombenfundes muss vor Beginn der Entschärfung gesperrt werden. Dafür wird (normalerweise Tage vorher der Entschärfung) der genaue Ort, der Zeitpunkt, der Radius des Sperrkreises und der Zeitraum der Sperrung an die Flugsicherung gemeldet. Dies ist in diesem Fall aber nicht rechtzeitig geschehen, heißt es seitens der Flugsicherung dazu.

Drei Fragen an ...

... Christopher Ulke, Auszubildender beim Kampfmittelbeseitigungsdienst Land Brandenburg

Der wievielte Einsatz war das für Sie?

Dies war mein erster großer Einsatz. Ich habe am Montagabend noch einmal in Fachbüchern nachgelesen, wie die Zünder aufgebaut sind.

Haben Sie Angst?

Ein bisschen schon. Aber ich habe einen guten Truppführer, dessen Ruhe sich auf mich überträgt. Bei der Arbeit selbst denkt man nicht daran. Da ist man hochkonzentriert und achtet auf das, was man tut.

Warum sind Sie zum Kampfmittelbeseitigungsdienst gegangen? Lieben Sie den Nervenkitzel?

Es gibt schon ein erhöhtes Berufsrisiko. Doch das ist nichts für Menschen, die ein Abenteuer suchen. Ich interessiere mich für die Technik und wie sie aufgebaut ist. Es wird immer schwieriger, die alten Sachen zu identifizieren. Man darf nicht die Ruhe verlieren.

Flugsicherung hatte nur wenig Zeit, um sich auf Entschärfung einzustellen

Erst kurz vor der Entschärfung wurde die Information an die entsprechende Stelle weitergegeben. Die Flugsicherung hatte daher nur wenige Stunden, um alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen. Im Eiltempo wurde die Sperrung vollzogen. Erst dann konnte Schwitzke mit der Arbeit beginnen – und erfolgreich beenden.

Rentner im Jugendclub untergebracht

Busse und Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr hatten seit dem frühen Morgen Rentner in den Jugendclub Clab gebracht, wo sie bis zur Aufhebung des Sperrkreises versorgt werden. Flüchtlinge aus den beiden Asylbewerberheimen in Stahnsdorf sind in der Zille-Schule untergekommen. Ihnen werde dort ein Film gezeigt, hieß es. Die Kinder Kita Mäuseburg haben ihr Zwischendomizil im Lindenhof-Hort gefunden.

Rund 3000 Einwohner, auch aus Kleinmachnow und Teltow, mussten einen Sperrkreis von 800 Meter Radius bis 8 Uhr verlassen. Der Verkehr von drei Buslinien musste vorübergehend eingeschränkt werden. Die Landesstraße 76 wurde nach der Entschärfung freigegeben.

Der Sperrkreis

Straßenzüge im Nordosten Stahnsdorfs: Separationsweg, Siegfriedstraße, Tellstraße, Striewitzweg, Kleiststraße, Schillerstraße, Wilhelm-Külz-Straße

Enzianweg - östlicher Teil

Gewerbegebiete Techno Park und Green Park

Übergangswohnheime Stahnsdorf

Musik-Kita Mäuseburg

Evangelischer Hoffbauer-Campus Kleinmachnow

Iserstraße (Teltow) von ihrem Südende bis einschließlich Biomalz-Gelände (inklusive Nebenstraßen)

Gewerbegebiet Ruhlsdorf

Für alle bedürftigen Stahnsdorferinnen und Stahnsdorfer sind in der Aula und Mensa der Grundschule „Heinrich Zille“ (Friedrich-Naumann-Straße) sowie in der Turnhalle der Lindenhof-Grundschule (Schulstraße) und im Jugendfreizeitzentrum ClaB Notunterkünfte bereitgestellt.

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Auch im Park Babelsberg in Potsdam wird derzeit ein Gebiet vom Kampfmittelräumungsdienst untersucht.

Von MAZonline

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