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Sprung ins kalte Wasser

René Hoffmeister möchte nächste Saison das Niemegker Freibad betreiben Sprung ins kalte Wasser

Wenn es stimmt, was Niemegks Bürgermeister Eckhard Zorn sagt, dann ist René Hoffmeister ein Idealist. Der 37-Jährige möchte ab kommendem Jahr das Freibad betreiben - auch wenn Hoffmeister damit wohl kaum ein reicher Mann wird.

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René Hoffmeister hat sein ernstes Interesse bekundet, das Freibad in Niemegk fortzuführen.

Quelle: Michael Greulich

Niemegk.  Der nächste Sommer kommt bestimmt. Dann soll im Städtchen weiterhin der Sprung ins kühle Nass möglich sein. Deshalb hat René Hoffmeister sein Interesse bekundet, das kommunale Freibad zu pachten. Das bestätigte der 37-jährige Niemegker gestern der MAZ.
Er ist als einziger in Deutschland vom Spielzeugstein-Hersteller zertifizierte Lego-Modellbauer bekannt. Die Zustimmung der Stadtverordneten und der Abschluss eines Pachtvertrages stehen allerdings noch aus.
Hoffmeister hatte sich bereits im Frühherbst bei der Stadt gemeldet, nachdem von der Familie Hoffmann aus Dessau der bisherige Pachtvertrag gekündigt worden war (die MAZ berichtete).

Es muss doch möglich sein, das Freibad zu erhalten, sagte sich Hoffmeister. Erfahrungsgemäß würde eine geschlossene Saison ausreichen, um solch einer Einrichtung den Todesstoß zu geben. „Ich habe drei Kinder. Da will ich sie doch nicht jeden Tag in den Bus setzen, damit sie ins Schwimmbad kommen“, nennt der Vater seine Motivation.

In Absprache mit der Stadt soll in der Badesaison 2014 zunächst geschaut werden, wie sich das Freibad insgesamt rechnet. „Der reine Schwimmbadbetrieb ist nicht kostendeckend zu betreiben“, ahnt der potenzielle Pächter. Deshalb müsse nach zusätzlichen Einnahmequellen geschaut werden. Denkbar wäre, die Verkaufserlöse des Kiosks zu steigern.

Badeanstalt seit 1929

  • Im April 1929 wurde mit dem Bau der Badeanstalt in Niemegk begonnen. Bereits am 1. Juni 1929, mit Beginn der Badesaison, nahm sie ihren Betrieb auf. Im Jahr 1958 waren die ersten Sanierungsarbeiten nötig. Die Holzbauten wurden durch einen Massivbau ersetzt. Damals entstand auch das kleine Planschbecken für die Jüngsten.
  • Die Sanierung des heutigen Objekts war in den 90er-Jahren vorgenommen worden. Bei dieser Gelegenheit war das Becken verkleinert worden, um Platz für den Technik-Keller zu schaffen.
  • Das Freibad Niemegk ist bereits seit 2005 verpachtet. Die Familie Hoffmann aus Dessau zeichnete seitdem für den Betrieb verantwortlich.

In jedem Fall müssten mit Veranstaltungen noch mehr Gäste in das Freibad gelockt werden. Neptun- und Schwimmfeste, Grillabende, Musik-Veranstaltungen sowie anderes mehr seien denkbar. „Alles, was machbar ist. Ich bin da für Vorschläge aus der Bevölkerung offen“, meint der Niemegker Unternehmer.

„Der Entwurf des Pachtvertrages wird den Stadträten demnächst vorgelegt“, kündigt Thomas Griesbach an. Wie der Bauamtsleiter sagte, soll der Interessent mit dem Freibad keinesfalls ins kalte Wasser geschmissen werden. „Die Stadt wird ihm mit Rat und Tat zur Seite stehen“, versichert Griesbach. So werde auch der bisherige Zuschuss von 20 000 Euro im Jahr bereitgestellt, um zur Deckung der Betriebskosten beizutragen.

Indes kläre die Amtsverwaltung auch, wie Rettungsschwimmer gewonnen werden könnten. Dazu seien Gespräche mit der Johanniter-Unfallhilfe aufgenommen, um den Schichtdienst einschließlich der Wochenenden abzuklären. Ebenso werde derzeit geprüft, wer die Befähigung erlangt, um die Filter- und Dosieranlage im Freibad fachgerecht zu bedienen.

Nicht zuletzt müsste bis zum Saisonstart im Mai 2014 noch eine Reihe von Reparaturen vorgenommen werden. „Vordringlich ist eine Entlüftung für den Technik-Keller“, meint Griesbach. Perspektivisch müsse auch eine Lösung für die Wasser durchlässige Kellerdecke gefunden werden.
Bürgermeister Eckhard Zorn (SPD) ist froh über die mögliche Rettung des Freibades. „Die Übernahme ist ein Wagnis, hat deshalb mit viel Interesse und Idealismus zu tun“, meint das 70-jährige Stadtoberhaupt. Auf keinen Fall könne jemand mit dem Objekt reich werden. Der Erfolg hänge davon ab, wie viele Leute das Freibad besuchen und regelmäßig den Sprung ins kühle Nass wagen. Nun muss nur noch im Sommer die Sonne kräftig scheinen.

Info: Anregungen und Wünsche für das Freibad Niemegk und die Badesaison 2014 werden unter info@freibad-niemegk.de entgegengenommen.

Von Gunnar Neubert

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