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Spurensuche im Pfarrhaus: Bild gibt Rätsel auf

Golzow Spurensuche im Pfarrhaus: Bild gibt Rätsel auf

Niemand weiß, woher das Gemälde im alten Pfarrhaus in Golzow stammt, noch wer der Künstler war oder gar wie es den Weg in das Flämingdorf fand. Die Mitglieder der Kirchengemeinde, die derzeit ohne Pfarrer ist, haben deshalb die Initiative ergriffen und einen Aufruf gestartet. Sie fragen: „Wer weiß etwas zu diesem Bild?“

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Wer weiß was? Birgit Basigkow vom Gemeindekirchenrat der Kirchengemeinde Golzow-Planebruch vor dem rätselhaften Bild im Pfarrhaus.

Quelle: Andreas Koska

Golzow. Im Pfarrhaus von Golzow hinter der Tür zum Gemeindesaal hängt es ein wenig versteckt: das Bild der Verkündung von der Geburt Jesu an Maria durch den Erzengel Gabriel. „Es ist eine typische Verkündungsszene aus der ersten Hälfte der 17. Jahrhunderts“, erklärt Rüdiger von Schnurbein, Leiter des Brandenburger Dommuseums. Doch das ist fast alles, was der Kunsthistoriker zu dem Bild sagen kann.

Das Werk zeigt die lesende Maria, die vom Erzengel überrascht wird. Sie wirkt erschrocken. Ein Buch fällt zu Boden, ein weiteres liegt aufgeschlagen auf dem Pult. Als Zeichen der Unschuld und der unbefleckten Empfängnis hält Gabriel eine weiße Lilie in der linken Hand, die Rechte ist im Redegestus erhoben.

Rüdiger von Schnurbein hat in dem Bild viele typische Merkmale eines religiösen Gemäldes entdeckt und festgestellt, dass das Bild für die Rahmung beschnitten worden sein muss. „Das wird am Gewand Marias und der Taube im oberen Teil des Bildes deutlich“, sagt der Fachmann. Ob es sich bei dem Gemälde um ein Original oder um eine Kopie handelt, ist bisher allerdings unklar – ebenso wie viele andere Informationen über das Kunstwerk.

Die Mitglieder der Kirchengemeinde Golzow-Planebruch interessiert vor allem ein Detail: „Wir wüssten gern, seit wann es hier hängt und wann es nach Golzow gekommen ist“, sagt Birgit Basigkow vom Gemeindekirchenrat. Sie wisse lediglich, dass es sich schon vor der Pfarrzeit von Jens Meiburg in Golzow befunden haben muss. Nach 15 Jahren Amtszeit hatte der Pfarrer die Gemeinde im Jahr 2014 verlassen. Basigkow gegenüber hat er bestätigt, dass das Bild schon damals im Pfarrhaus hing.

Aufruf im Gemeindeblatt bisher erfolglos

Um mehr über das Gemälde mit Verkündungsszene herauszufinden, hat die Gemeinde nun einen Aufruf gestartet. „Wir möchten gern mehr über die Geschichte des Bildes erfahren“, heißt es im aktuellen Gemeindeblatt, „wir möchten wissen, wann dieses Bild entstanden ist, wer der Künstler war und wie es den Weg in unsere Gemeinde gefunden hat.“

Die eigenen Recherchen der Gemeindemitglieder führten bislang ins Nichts. Nur so viel: Über eine Signatur verfügt das Bild nicht – oder nicht mehr. Denn in der unteren rechten Bildecke hat es eine Fehlstelle. Sie könnte darauf hinweisen, dass jemand seinen Finger regelmäßig auf diese Stelle gelegt hatte, um auf etwas hinzudeuten. Mittlerweile, einige Wochen nach dem Erscheinen des Aufrufs im Gemeindeblatt, haben sich die ersten Interessierten und Helfer im Golzower Gemeindebüro gemeldet. Einer von ihnen ist der ehemalige Pfarrer aus Krahne, Gerke Pachali. Ihm ist der Kontakt zu Rüdiger von Schnurbein zu verdanken.

Auch andere Pfarrer haben sich in die Detektivarbeit eingeschaltet, bisher allerdings erfolglos. „Ich finde die Suche spannend“, sagt Pfarrerin Dorothea Sitzler-Osing, „desgleichen würde ich mir auch für das Altarbild in der Kleinbriesener Kirche wünschen.“ Sie ist für die Sprengel Lütte und Ragösen mit den angehörenden Dörfern Fredersdorf, Schwanebeck und Großbriesen zuständig.

In der Kirchengemeinde Golzow-Planebruch gibt es nach dem Weggang von Ellen Radtke im Januar 2017 noch keinen Nachfolger. Die Pfarrstelle ist vakant. Deshalb will Kunsthistoriker Schnurbein auch weiterhin an der Suche dran bleiben. Das hat er den Gemeindemitgliedern versprochen.

Von Andreas Koska

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