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Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Chef

Arbeitsunfall in Glindow mit Folgen Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Chef

Nach dem tragischen Arbeitsunfall in Glindow im Dezember 2015, als einer Frau beim Reinigen die Obstsortiermaschine die Hand abriss, ermittelt nun die Staatsanwaltschaft gegen den Havelfrucht-Geschäftsführer und eine weitere Person. Laut Arbeitsschutzamt haben Hersteller und Betreiber der Maschine gegen Vorschriften verstoßen.

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Bei dem Arbeitsunfall an der Sortiermaschine in Glindow hatte eine Frau ihre Hand verloren.

Quelle: Stähle

Glindow. Nach dem schwerwiegenden Arbeitsunfall an einer Apfelsortiermaschine am 3. Dezember 2015 im Unternehmen Havelfrucht in Glindow wird jetzt gegen den Geschäftsführer Thomas Giese und eine weitere Person wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt. Das bestätigte am Freitag Oberstaatsanwalt Benedikt Welfens auf Nachfrage der MAZ.

Bei dem tragischen Unglück wurde die Hand der damals 51 Jahre alten Arbeiterin aus Polen beim Reinigen der Maschine so schwer verletzt, dass sie amputiert werden musste. Gleich nach dem Unfall in der Nachtschicht waren die Polizei und der Notarzt vor Ort. Die Polizei nahm eine Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung auf – als Grundlage für die folgenden Ermittlungen. Die neue Maschine wurde sofort abgeschaltet, das Amt für Arbeitsschutz begann mit den Untersuchungen. „Im Ergebnis sind Verstöße gegen Rechtsvorschriften sowohl beim Hersteller der Sortiermaschine als auch beim Betreiber der Anlage festgestellt worden“, teilt das Arbeitsministerium am Freitag auf Nachfrage der MAZ mit.

Die neue Maschine hatte der Betrieb erst im Januar 2015 aus dem Alten Land bei Hamburg erworben. Nach der Tragödie stand die Maschine einige Tage still und wurde erst wieder angeschaltet, als sie mit einer zusätzlichen Schutzvorrichtung ausgestattet war, um solche Arbeitsunfälle künftig auszuschließen, hatte Havelfrucht-Geschäftsführer Giese gegenüber der MAZ im Januar eingeräumt.

Nach Angaben des Unternehmens haben alle Saisonkräfte einen Arbeitsvertrag und sind in der Berufsgenossenschaft versichert. „Ganz wichtig“, sagt der Oberstaatsanwalt. Ihm sei kein Fall bekannt, bei dem unter solchen Umständen Beschuldigte zu Freiheitsstrafen verurteilt wurden. „Mögliche Geldstrafen von 10 000 Euro und mehr kommen dem Staat zugute, der Frau ohne Hand nicht. Für sie dürfte das Geld von der Versicherung das Wichtigste sein“, sagt Welfens. Die Frau arbeitet inzwischen wieder in dem Betrieb Havelfrucht an einem geeigneten Arbeitsplatz.

Von Regine Greiner

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