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Stadt bereitet Integration vor

Asylwohnungen in Treuenbrietzen Stadt bereitet Integration vor

Die Stadt Treuenbrietzen bereitet sich auf die Unterbringung von Flüchtlingen vor. Zwei Kommunale Gebäude werden dazu saniert. In der Bäckerstraße entstehen Wohnungen und im ehemaligen Kinderheim Plätze zur Betreuung minderjähriger, alleinreisender Flüchtlinge.

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Das beim Explosions-Brand im Januar 2015 beschädigte Haus in der Bäckerstraße zu Treuenbrietzen wird nun saniert und zur Integration von Flüchtlingen angeboten.

Quelle: Thomas Wachs

Treuenbrietzen. Noch ist offen, ob und wann die Stadt Treuenbrietzen Asylbewerber und Flüchtlinge aufnehmen wird. Dennoch laufen dafür jetzt intensivere Vorbereitungen. Bis zu 100 Plätze könnten in drei verschiedenen kommunalen Immobilien zur Verfügung gestellt werden. „Wir sprechen hier weniger vom Thema Erstaufnahme sondern eher vom zweiten Schritt, der Integration in Wohnungen“, erklärte Bürgermeister Michael Knape (parteilos) am Donnerstag auf Nachfrage der MAZ.

Zuschuss vom Landkreis für drei Quartiere

Im Fokus steht aktuell die Sanierung von Wohnungen in der Bäckerstraße 11. Seit einer schweren Explosion und dem Brand im Januar 2015 steht das ehemalige Mietshaus leer. Die kommunale Wohnungsbaugesellschaft will die sieben Wohnungen im Haus nun komplett sanieren lassen. Für drei der Quartiere könne ein Zuschuss des Landkreises Potsdam-Mittelmark aus dem Sonderprogramm zur Schaffung von Integrationswohnungen genutzt werden. „Dafür haben wir eine Zusage“, sagte Petra Heinrich. Die Wobau-Geschäftsführerin rechnet für die Sanierung des gesamten Gebäudes mit Kosten von bis zu 270 000 Euro. Ein Planungsbüro ist beauftragt. Bezugsfertig sein soll das Haus Anfang Juni, so Heinrich. Ursprünglich wollte die Kommune ihrer Wobau einen Förderkredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) durchreichen. Doch sei der Sonderfonds dafür bereits überzeichnet, erfuhr Petra Heinrich am Mittwochabend. Zur gleichen Zeit hatten die Stadtverordneten im Haupt- und Finanzausschuss die Kreditaufnahme bis zu 200 000 Euro für das Wobau-Projekt gebilligt. Nun soll es zunächst aus Eigenmittel gestemmt werden.

Zuzug stagniert momentan

Die Stadt Treuenbrietzen hatte dem Landkreis zur Unterbringung von Flüchtlingen das Mietshaus Bäckerstraße 11, das einstige Kinderheim sowie einen Plattenbau an der Albert-Schweitzer-Straße angeboten. Letzterer sei nach einer Begehung abgelehnt worden, so Wobau-Chefin Petra Heinrich.

Der Landkreis hat im vorigen Jahr 2 163 Flüchtlinge aufgenommen. Ähnliche Größenordnungen werden für dieses Jahr erwartet. Für Januar waren 200 Neuzugänge angekündigt. Bislang kamen 26 davon.

Geeignete Plätze benötigt werden für die Betreuung unbegleiteter, minderjähriger Ausländer. In Lehnin stehen derzeit 31 Plätze zur Verfügung, in Damsdorf 20. Weitere entstehen im Hotel „Goldener Anker“ in Caputh.

Das Sonderprogramm zur Schaffung von Wohnungen hat bislang 22 Quartiere gebracht. Gebunden sind damit bereits 364 000 Euro der für zwei Jahre angesetzten 400 000 Euro.

Michael Knape sieht diesbezüglich die Bundesregierung in der Pflicht. „Wir wollen ja unseren Beitrag zur Lösung der Flüchtlingsproblematik leisten, müssen dazu aber als Kommune auch finanziell in die Lage versetzt werden“, so das Stadtoberhaupt. „Fördertöpfe die überzeichnet sind und Kredite, die finanziert werden müssen und gar nicht für alle reichen, nützen uns da wenig“, sagte Knape. Er verweist zum Beispiel auf die Betreuung durch Sozialarbeiter. Sie seien aktuell auch durch die zwei Willkommensklassen für Brücker Flüchtlingskinder an der Grundschule voll ausgelastet. Zusätzliche Stellen seien nötig. Auch für das Familienzentrum. Dort könnte die Integrationshilfe angesiedelt werden.

Noch ist allerdings gar nicht klar, ob und wann die sanierten Wohnungen in der Bäckerstraße belegt werden. „Wenn wir Quartiere fördern, werden wir sie auch belegen“, sagte Kreissprecher Kai-Uwe Schwinzert. Seit Jahresbeginn stagniert aber die Zuweisung von Flüchtlingen an den Kreis, der momentan ausreichend Quartiere organisiert hat. Michael Knape schweben daher befristete Verträge für die vorzuhaltenden Wohnungen vor. „Nach einer gewissen Zeit sollten wir sie dann auch wieder am regulären Markt anbieten können“, sagte der Stadtchef. „Denn auch dort gibt es ja durchaus Nachfrage und der Wobau entstehen sonst Einnahmeverluste“, so Knape.

Kinderheim auch wieder im Gespräch

Nach Angaben des Bürgermeisters laufen zudem Gespräche zur Nutzung des einstigen Kinderheimes im Ort. Nachdem Verkaufsbemühungen der Kommune dafür mehrfach gescheitert waren, gebe es nun Verhandlungen zur Unterbringung von unbegleiteten, minderjährigen Ausländern. Dafür hat der Kreis noch erheblichen Bedarf. Im Haus an der Gertraudstraße könnten bis zu 30 Plätze entstehen. Als Betreiber sei eine Einrichtung des Johanniterordens im Gespräch. „Derzeit läuft die Abstimmung baurechtlicher Fragen“, erklärte der Bürgermeister. Zum zweiten Quartal könnte das Haus startklar sein. Nach Angaben von Kreissprecher Kai-Uwe Schwinzert seien die Verhandlungen zum Kinderheim „seitens des Kreises derzeit noch nicht so vordergründig“.

Von Thomas Wachs

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